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Anna Fenninger, hier beim Jubel am Mittwoch.

Platz zwei im Super-G

Fenninger holt den Gesamtweltcup

Lenzerheide - Die österreichische Ski-Rennläuferin Anna Fenninger hat vorzeitig und zum ersten Mal in ihrer Karriere den Gesamtweltcup gewonnen.

Nach dem dramatischen Saisonende im Rettungshubschrauber will Maria Höfl-Riesch in den kommenden Tagen entscheiden, ob sie noch ein Jahr weiterfährt. Ihr Sturz spiele bei den Überlegungen keine Rolle, sagt sie.

Lenzerheide/München (SID) Maria Höfl-Riesch sah mitgenommen und müde aus, als sie am Donnerstagmorgen von ihrer „tränenreichen Nacht“ berichtete. Eingemummelt in einen cremefarbenen Schal erzählte sie vor dem Hotel Dieschen in Lenzerheide von ihrem schweren Sturz tags zuvor bei der Weltcup-Abfahrt, der für sie ein „großer Schock“ gewesen sei. Dann stieg sie an der Seite von Ehemann Marcus in ihren roten Audi und brauste in eine ungewisse Zukunft. Ob sie weitermacht und noch eine letzte (Abschieds-)Saison in Angriff nimmt, ließ die 29-Jährige weiter offen.

„Im Laufe der nächsten Woche werde ich eine Entscheidung treffen“, sagte Höfl-Riesch der ARD. Und über diese Entscheidung werde sie noch vor ihrem Urlaub „in den nächsten zehn, 14 Tagen“ die Öffentlichkeit informieren. „Den Urlaub kann ich nur genießen, wenn klare Verhältnisse herrschen.“ Ihre Tendenz geht offenbar weiter hin zu einer Abschiedstournee im Weltcup mit dem letzten Höhepunkt WM 2015 in Vail im US-Bundesstaat Colorado. Das dramatische vorzeitige Saisonende und „der Verlust des Gesamtweltcups“, betonte sie, beeinflussten ihre Überlegungen nicht.

Während Höfl-Riesch im Auto saß, machte ihre Rivalin Anna Fenninger mit Platz zwei im Super-G in Lenzerheide ihren ersten Triumph im Gesamtweltcup perfekt. „Die Anna hat es verdient, sie hat in den letzten Wochen ein wahnsinniges Finish hingelegt“, sagte Höfl-Riesch.

Höfl-Riesch beglückwünschte Anna Fenninger schon vor der Fahrt zum Gesamtweltcupsieg. „Unabhängig von dem, was mir jetzt passiert ist: Ich gratuliere ihr wirklich herzlich, das ist hochverdient“, sagte die dreimalige Olympiasiegerin in der ARD.

Dass sie selbst wegen ihres Sturzes der Chance beraubt wurde, die große Kristallkugel ein zweites Mal nach 2011 zu gewinnen, sei „traurig“. Sie sei nach ihrer fiebrigen Erkältung nicht fit gewesen, aber fit genug, „dass ich es mir zugetraut habe zu fahren“. Im Nachhinein darüber nachzudenken, ob nicht vielleicht ein Verzicht sinnvoller gewesen wäre, „bringt nichts“, sagte sie: „Ich habe gekämpft. Aber jetzt ist es vorbei.“

Höfl-Rieschs nächster Stopp war München, wo sie sich weiteren Untersuchungen unterziehen wollte. Nach dem Muskelfaserbündelriss im Adduktorenbereich des linken Oberschenkels und den schweren Prellungen im Schulter- und Ellbogengelenk sollten innere Verletzungen am linken Arm ausgeschlossen werden. „Ich habe gute Physios und bin sicher, dass es schnell ausheilt“, sagte Höfl-Riesch. Sie klang noch immer ein wenig bedrückt, wenngleich sie tapfer versicherte, die Gedanken an den erfolgreichen Winter mit Gold und Silber bei Olympia sowie dem erstmaligen Gewinn des Abfahrtsweltcups würden inzwischen überwiegen. „Es war eine super Saison, klasse.“

Wagt sie einen Neustart? „Maria darf nicht aufhören“, sagte ihr langjähriger Weggefährte Felix Neureuther der Bild-Zeitung: „Wir brauchen sie unbedingt. Aber ich würde es verstehen, wenn sie aufhört. Denn sie hat alles in ihrer Karriere gewonnen.“ Dreimal Olympia-Gold, dazu einmal Silber. Sechs WM-Medaillen, darunter zwei goldene. Einmal den Gesamtweltcup, dazu fünf kleine Kristallkugeln in Slalom (2), Abfahrt, Super-G und Super-Kombination. 27 Rennen im Weltcup gewonnen, drei in diesem Winter. War's das? „Die Maria ist noch nicht so alt, dass sie aufhören muss. Und sie ist eine leidenschaftliche Skifahrerin“, sagte DSV-Alpindirektor Wolfgang Maier. Er hoffe, fügte er an, dass Höfl-Riesch „mit dem Herzen“ entscheide - und damit für den Skisport.

sid/dpa

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