Ski-WM 2015 in Vail

Frühes Aus im Team-Wettbewerb: Neureuther sauer

Vail - Deutschland erlebte bei der alpinen Ski-WM im Team-Wettbewerb eine bittere Enttäuschung. Weltmeister wurde wie erwartet Österreich. Felix Neureuther übte im Nachhinein Kritik an der Aufstellung.

Felix Neureuther und Viktoria Rebensburg blickten entsetzt zur Anzeigetafel. Schon nach der ersten Runde im Team-Wettbewerb war der Traum der favorisierten deutschen Mannschaft von der ersten WM-Medaille in Vail/Beaver Creek beendet - winzige fünf Hundertstel Sekunden fehlten.

„Wenn man an den Start geht, will man um Medaillen fahren. Das ist schon enttäuschend“, sagte Neureuther (Partenkirchen) geknickt. „Das ist ärgerlich, wir haben uns so viel vorgenommen“, fügte Rebensburg (Kreuth) mit finsterer Miene hinzu.

Österreich gewinnt Team-Wettbewerb und holt Gold

Team-Weltmeister wurde Top-Favorit Österreich. Die Mannschaft um Marcel Hirscher, der bereits in der Kombination Gold geholt hatte, triumphierte im Finale gegen Deutschland-Bezwinger Kanada (3:1). Bronze ging an Schweden (3:1 gegen die Schweiz). Für Österreich ist es nach 2007 und 2013 der dritte Teamtitel.

2005 und 2013 hatte auch Deutschland im Team-Wettbewerb noch Gold und Bronze gewonnen, diesmal kam bereits nach vier Läufen das Aus. Zwar hatte es 2:2 gestanden, letztendlich wiesen die Kanadier aber die bessere Zeit auf. „Das ist schon bitter“, meinte der Münchner Linus Strasser, der den am Rücken verletzten Fritz Dopfer ersetzt hatte.

Neureuther kritisiert WM-Aufstellung nach frühem Aus im Team-Event

Felix Neureuther kritisierte nach dem frühen Aus im Team-Wettbewerb die Aufstellung der deutschen Mannschaft.

Neureuther zog zumindest die Aufstellung in Zweifel: „Wenn man eine Lena Dürr am Start hat, die Moskau gewonnen hat und die eine Slalom-Fahrerin ist, dann kann man nicht ganz nachvollziehen, dass...“, setzte der 30-Jährige mit Blick auf den Einsatz von Viktoria Rebensburg und Veronique Hronek an, die beide im Weltcup keinen Slalom fahren oder lange nicht mehr gefahren sind und zuletzt ihre besten Leistungen in Abfahrt und Super-G gezeigt hatten, brach dann aber sein Kritik ab. Ersatzfahrerin Dürr hat ihren einzigen Sieg im Weltcup beim Parallel-Slalom in Russland geholt.

Damen-Cheftrainer Markus Anwander sagte zur Kritik Neureuthers: „Kann sein, dass der Felix da nicht glücklich drüber ist. Aber die Trainer stellen auf, das war unsere Entscheidung. Die Niki hat einfach den besseren Eindruck hinterlassen in der letzten Zeit. Es hat sich ja auch bewahrheitet, dass sie das im Griff hat - bis zu dem Zeitpunkt, wo sie ausgeschieden ist.“

Hronek erleidet Kreuzbandriss

Hronek verlor ihr Duell gegen Erin Mielzynski nach einem Fahrfehler kurz vor dem Ziel und verletzte sich zu allem Überfluss dabei am linken Knie. In dem Gelenk hatte sie 2013 einen Innen- und Kreuzbandriss. Inzwischen ist klar: Für Hronek ist die Ski-WM vorzeitig beendet: Der Verdacht auf einen Kreuzbandriss hat sich bestätigt. Zudem erlitt die 23-Jährige eine Meniskusverletzung. Sie hätte bei der WM noch im Riesenslalom am Donnerstag an den Start gehen sollen. Hronek soll bereits am Mittwoch nach Hause fliegen. Eine Operation durch Mannschaftsarzt Ernst-Otto Münch ist in der kommenden Woche nach dessen Rückkehr aus Vail vorgesehen.

Für Rebensburg setzte sich indes ihre Negativserie bei Weltmeisterschaften fort. Bei ihrer fünften WM-Teilnahme wartet die 25-Jährige immer noch auf eine Medaille, nachdem es zuvor schon in Abfahrt und Super-G nicht geklappt hatte. Beim Riesenslalom am Donnerstag hat Rebensburg ihre letzte Chance auf Edelmetall in Vail/Beaver Creek.

Neureuther: "Werde ich mich auf Riesenslalom und Slalom konzentrieren"

Neureuther gilt beim Riesenslalom am Freitag und vor allem beim Slalom am Sonntag zum Favoritenkreis. Für diese Rennen wäre ein erfolgreicher Start im Team-Bewerb „gut gewesen“, sagte er: „Aber ich habe mich beim Fahren gut gefühlt. Die Form passt. Nun werde ich mich auf Riesenslalom und Slalom konzentrieren.“

Bis dahin soll auch Dopfer fit sein. Der 27-Jährige wurde wegen seiner Rückenprobleme am Montag aus dem Aufgebot für den Team-Wettbewerb gestrichen. Man wollte kein Risiko eingehen, sagte DSV-Alpindirektor Wolfgang Maier. Er denke aber, dass Dopfer bis Freitag fit sei. Dopfer war am Dienstag einige Trainingsläufe gefahren. Am Montag hatte er gesagt, dass man „von Tag zu Tag schauen“ müsse. Die Tendenz gehe jedoch „in die richtige Richtung“.

SID/dpa

Rubriklistenbild: © dpa

Mehr zum Thema

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Kombination: Frenzel und Rydzek führen DSV-Staffel zum Sieg

Lillehammer - Das DSV-Team hat den Weltcup im norwegischen Lillehammer für sich entschieden. Den Vorsprung nach dem Springen brachte die Staffel um Olympiasieger Eric …
Kombination: Frenzel und Rydzek führen DSV-Staffel zum Sieg

Skilanglauf: Deutsche Langläufer beim Sprint-Weltcup chancenlos

Lillehammer - Die deutschen Skilangläufer sind im Sprint noch nicht richtig in Tritt. Sandra Ringwald und Sebastian Eisenlauer überstanden die Qualifikation, schieden …
Skilanglauf: Deutsche Langläufer beim Sprint-Weltcup chancenlos

Ski-Alpin: König Svindal ist wieder da - Sander startet gut

Val d'Isère - Aksel Lund Svindal zeigt bei seinem Comeback im alpinen Weltcup eine beeindruckende Leistung und wird Zweiter. Auch Andreas Sander startet vielversprechend …
Ski-Alpin: König Svindal ist wieder da - Sander startet gut

Blickpunkt Pyeongchang

Zurzeit sind die deutschen Schlittensportler in Nordamerika im Einsatz, doch der wichtigste Termin der Weltcup-Saison steht ganz am Ende an. Dann lernen die Athleten die …
Blickpunkt Pyeongchang

Kommentare