Richard Freitag
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Richard Freitag.

Weltcup in Engelberg

Skispringen: Freitag feiert Überraschungssieg

Engelberg - Skispringer Richard Freitag hat in Engelberg/Schweiz überraschend den vierten Weltcup-Sieg seiner Karriere gefeiert.

Erst reckte Richard Freitag etwas überrascht die Siegerfaust in die Höhe, dann hob ihn Teamkollege Severin Freund vor Freude in die Luft. Mit dem vierten Weltcupsieg seiner Karriere hat der Sachse Freitag in Engelberg/Schweiz die gesamte Weltspitze geschockt und sich am Samstag wie aus dem Nichts zu einem Podestkandidaten für die 63. Vierschanzentournee aufgeschwungen.

„Ich freue mich einfach, dass ich hier zwei gute Sprünge gemacht habe. Das hat richtig Spaß gemacht“, sagte Freitag: „Ich bin eine Zeit lang nicht gut gesprungen und musste wieder rankommen, das ist nie leicht. Umso schöner sind solche Momente.“ Bundestrainer Werner Schuster meinte in der ARD: „Da habe ich nicht unbedingt mit gerechnet. Das ist eine tolle Geschichte.“

Während sich Severin Freund, der Siebter wurde, mit Blick auf das erste Highlight des Winters (ab 27. Dezember) noch etwas steigern muss, konnte Freitag nach seinem Startverzicht beim Weltcup in Russland auf ganzer Linie überzeugen. Der Sachse, der zuletzt im März 2013 im finnischen Lahti einen Sieg geholt hatte, musste noch in der Vorwoche wegen eins grippalen Infekts pausieren.

Doch davon war nichts zu merken: Der 23-Jährige kam beim ersten Teil der Tournee-Generalprobe auf 128,5 und 135,5 Meter und gewann mit 277,7 Punkten knapp vor Roman Koudelka (Tschechien/277,1). Rang drei teilten sich Michael Hayböck (Österreich) und Jernej Damjan (Slowenien) mit je 276,2 Punkten. Die deutsche Tournee-Hoffnung Severin Freund (Rastbüchl/272,7) verpasste das Podium deutlich.

Eigentlich galt vor allem Freund als heißester deutscher Kandidat für einen Sieg. In der Vorwoche hatte er im russischen Nischni Tagil gewonnen, doch die größte Naturschanze der Welt in Engelberg liegt dem Skiflug-Weltmeister einfach nicht. Auch wenn er in der Zentralschweiz einst den ersten Top-10-Platz seiner Karriere gefeiert hatte, verpasste er am Samstag erneut den Sprung auf das Podium. „Sehr speziell“ sei das Springen auf der Titlisschanze, hatte Freund bereits vor wenigen Tagen gesagt - und das sollte sich bewahrheiten.

Nach dem Springen wurde deswegen Freitag statt Freund mit Glückwünschen überhäuft. „Ich liebe Überraschungen. Souverän durchgesetzt. Respekt“, twitterte der frühere Tournee-Sieger Sven Hannawald. Martin Schmitt gratulierte seinem ehemaligen Kollegen im Auslauf gleich persönlich. Der Team-Olympiasieger von 2002 beobachtete den Wettkampf als TV-Experte.

Glänzend präsentierten sich aus deutscher Sicht derweil auch Markus Eisenbichler (Siegsdorf) und Stephan Leyhe (Willingen), die auf den Plätzen acht und 13 jeweils das beste Ergebnis ihrer Karriere erzielten. Marinus Kraus (Oberaudorf/22.) und Andreas Wank (Hinterzarten/25.) landeten ebenfalls in den Punkten. Nicht in den zweiten Durchgang schaffte es dagegen Michael Neumayer (Oberstdorf) auf Platz 31.

Am Sonntag (14.15 Uhr/ARD) kommt es zum letzten Springen vor der Tournee. Am kommenden Samstag findet dann die Qualifikation für den ersten Wettbewerb einen Tag später in Oberstdorf statt. Anschließend stehen in Garmisch-Partenkirchen (1. Januar), Innsbruck (4. Januar) und Bischof

sid

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