Severin Freund, Klingenthal, Skispringen, Weltcup
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Severin Freund landete in Klingenthal auf Platz 3.

Weltcup in Klingenthal

Freund wieder auf dem Podest: "Sehr guter Auftakt"

Klingenthal - Die deutschen Skispringer liefern beim Weltcup-Auftakt eine überzeugende Vorstellung ab. Einen Tag nach dem Sieg im Team wird Weltmeister Freund im Einzel Dritter.

Severin Freund genoss den Jubel seiner Fans, dann hüpfte er mit einem Lächeln auf dem Gesicht aufs Podest: Mit einem starken dritten Rang im Einzel und dem umjubelten Sieg im Team-Wettbewerb hat der Skisprung-Weltmeister einen nahezu perfekten Saisonstart hingelegt. „Das war ein sehr guter Auftakt. Es hätte nicht viel besser laufen können“, sagte der 27-Jährige nach dem mit Spannung erwarteten ersten Kräftemessen beim Weltcup in Klingenthal.

„Es wäre sogar noch mehr drin gewesen. Aber die Bedingungen waren etwas schwierig, man brauchte auch etwas Glück“, sagte Freund, der im Vogtland zuvor nie über Rang zehn hinausgekommen war. Am Sonntag endete diese Durststrecke: Nach Flügen auf 134 und 132 m musste sich der Niederbayer mit 249,5 Punkten nur dem Sensationssieger Daniel Andre Tande aus Norwegen (268,7) und seinem Dauerrivalen Peter Prevc aus Slowenien (265,6) geschlagen geben.

Freitag und Wellinger ebenfalls in Top 10

Richard Freitag (Aue) und Andreas Wellinger (Ruhpolding) komplettierten auf den Rängen vier und sechs das traumhafte deutsche Ergebnis. „Schade, dass wir nicht zwei Springer auf dem Podest hatten. Aber das wird nicht mehr lange dauern“, sagte Freund. Auch Bundestrainer Werner Schuster lobte: „Wir haben den Kontakt zur Spitze und konnten aus eigener Kraft ganz vorne mitmischen. Das ist ein gutes Gefühl.“

Für die größte Überraschung sorgte jedoch der erst 21 Jahre alte Tande, der mit Flügen auf 142 und 140,5 m den ersten Weltcup-Sieg seiner Karriere holte und als Krönung das Gelbe Trikot des Gesamtführenden überstreifen durfte. „Das ist ein ganz besonderer Moment, ich bin unglaublich glücklich“, sagte Tande, dessen bestes Weltcup-Resultat zuvor ein achter Rang im Dezember 2014 in Nischni Tagil gewesen war.

Stark präsentierte sich auch der japanische Oldie Noriaki Kasai (43), der seine 27. Weltcup-Saison mit einem fünften Rang eröffnete. Direkt dahinter teilte sich Vierschanzentournee-Gewinner Stefan Kraft (Österreich) Platz sechs mit Wellinger. Superstar Gregor Schlierenzauer (Österreich) musste sich dagegen mit dem 17. Rang begnügen.

Furiose Aufholjagd im Teamwettbewerb

Freund und Freitag hatten die Arena schon am Samstag in ein Tollhaus verwandelt. Gemeinsam mit Wellinger und Wank gewannen die DSV-Adler nach einer furiosen Aufholjagd wie schon im Vorjahr den Teamwettbewerb. Mit 1021,9 Punkten lag Olympiasieger Deutschland nach einem spannenden Duell vor Slowenien (1001,5), Dritter wurde mit großem Rückstand Österreich (934,2).

„Wir sind gut in den Winter gekommen. Dass es am Ende für uns gereicht hat, war genial“, sagte Lokalmatador Freitag. Zu Beginn hatte das DSV-Quartett nur auf dem fünften Rang gelegen, die überragenden Freund und Freitag führten das Team jedoch vor 7231 Zuschauern zum umjubelten Sieg.

Als großer Gewinner durfte sich indes auch Klingenthal fühlen. Erst am frühen Samstag sanken die Temperaturen erstmals unter den Gefrierpunkt, um 5.30 Uhr begannen 120 Helfer mit der Präparierung der Schanze. „Der größte Sieger des Wochenendes ist Klingenthal. Was hier geleistet wurde, ist der Hammer und kaum in Worte zu fassen“, sagte Freitag.

Das galt freilich auch für die Leistung des DSV-Adler.

sid

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