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Mikko Kokslien (NOR), Jason Lamy Chappuis (FRA) und Fabian Riessle (GER) lieferten sich einen Kopf-an-Kopf-Rennen.

Staffel Zweiter, Rießle Dritter

Starke Kombinierer mit empfindlichen Niederlagen

Ramsau - Die deutschen Kombinier blieben auch in den letzten Weltcup-Rennen des Jahres in der absoluten Weltspitze, sind aber rund zwei Monate vor der WM längst nicht mehr unangefochten.

Fabian Rießle musste sich am Sonntag in einem packendem Finale dem viermaligen Weltmeister Jason Lamy Chappuis (Frankreich) und Norwegens Super-Läufer Mikko Kokslien geschlagen geben. Der 24 Jahre alte Rießle (Breitnau), der 0,7 Sekunden hinter Lamy Chappuis lag, verteidigte das Gelbe Trikot des Gesamtweltcup-Führenden erfolgreich.

Lamy Chappuis lag im WM-Ort von 1999 0,2 Sekunden vor Kokslien, der Breitnauer Rießle hatte 0,7 Sekunden Rückstand auf den Sieger. Olympiasieger Eric Frenzel (Oberwiesenthal) als Vierter und Johannes Rydzek (Oberstdorf) als Sechster sorgten für eine starkes deutsches Mannschafts-Ergebnis.

Schon in der Staffel am Samstag hatten die deutschen Kombinierer ihre Stärke demonstriert, im Finale aber wie schon bei den Olympischen Spielen in Sotschi den schlichtweg abgebrühteren Norwegern geschlagen geben. Tino Edelmann, Frenzel, Rydzek und ießle kamen in Ramsau/Österreich ganze 0,1 Sekunden hinter den Skandinaviern auf den zweiten Platz. Dritter wurde Frankreich (+6,5 Sekunden).

Die Entscheidung fiel wie schon in Sotschi auf der Zielgeraden, und wie schon in Russland hieß das Duell Fabian Rießle (Breitnau) gegen Jörgen Graabak. Beide warfen sich nach einem packenden Finish über die Linie, am Ende entschieden wenige Zentimeter zu Gunsten des Norwegers. Bei den Winterspielen in Sotschi hatte Rießles Rückstand auf Graabak noch 0,3 Sekunden betragen.

„Das fühlt sich verdammt schlecht an, zumal ich mir bei meinem Sturz ins Ziel auch noch den Hintern aufgerieben habe“, sagte Weltcup-Spitzenreiter Rießle in der ARD: „Daher ist es verdammt ärgerlich. Ich habe mein Heil in der Flucht gesucht, aber leider ist Jörgen verdammt gut auf der Zielgeraden.“

Überschattet wurde der Wettkampf am Vormittag von einem schweren Sturz des Österreichers Christoph Bieler. Der 37-Jährige zog sich im Probedurchgang fünf Rippenbrüche zu, der Routinier fällt damit bis zu sechs Wochen aus und muss um seine WM-Teilnahme bangen. Cheftrainer Falko Krismayr reagiert sauer: „Seit gestern bin ich in Kontakt mit der Jury, weil der Anlauf zu lang ist. Das ist mir unverständlich“, sagte der Coach angefressen in der ARD.

Allgemein stand das Weltcup-Wochenende am Dachstein nicht unter einem guten Stern. Eigentlich war für Samstag ein Teamsprint geplant gewesen, der aufgrund des Schneemangels zu einer Staffel wurde - der Vierer-Wettbewerb ist weniger loipenschädigend.

Am Sonntag verhinderte starker Wind das Springer, der am Freitag durchgeführte provisorische Durchgang wurde als Grundlage für den Langlauf herangezogen. Besser als Frenzel, der als Zehnter ins Rennen ging, war demnach kein deutscher Kombinierer - keine gute Voraussetzung für eine Sieg über die norwegischen Dauerrivalen und Lamy Chappuis.

SID

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