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Ein Küsschen für die Kugel: Skeleton-Pilotin Tina Hermann genießt ihren Erfolg auf der Bahn von Königssee.

Hessin gewinnt Gesamtweltcup

"Der Hammer"! Hermann rast zur Kristallkugel

Königssee - Bei Tina Hermann läuft's einfach. Nach dem WM-Titel holt die Skeleton-Pilotin auch den Gesamtweltcup. Sie freut sich vor allem, in der Heimat feiern zu können.

Tina Hermann kommt aus dem Feiern nicht mehr raus. Sechs Tage nach ihrem überraschenden WM-Titel holte die 23 Jahre alte Bundespolizistin auf ihrer Heimbahn am Königssee erstmals auch die Kristallkugel im Gesamt-Weltcup. Und wie: Im achten Saisonrennen fuhr sie beim Weltcup-Finale am Freitag ihren fünften Sieg in diesem Winter ein und war einfach nur glücklich. "Nach dem WM-Titel auch noch den Gesamtweltcup zu holen, ist einfach der Hammer. Es macht Megaspaß vor diesem Publikum zu gewinnen", sagte die gebürtige Hessin vom WSV Königssee.

Nach den nur kurzen WM-Feierlichkeiten in Innsbruck/Igls setzte sie zum Abschluss ihrer erst zweiten Weltcup-Saison noch einen drauf. Nach zwei Läufen siegte sie mit 37 Hundertstelsekunden Vorsprung vor Jacqueline Lölling von der RSG Hochsauerland. Dritte wurde die Schweizerin Marina Gilardoni. Die Suhlerin Sophia Griebel kam auf Platz fünf. In acht Weltcup-Rennen verbuchte Hermann fünf Siege und setzte sich in der Gesamtwertung mit 1737 Punkten vor Lölling (1550 Zähler) durch. Dritte wurde die Kanadierin Jane Channell (1410). "Ich wollte diese Saison meinen ersten Weltcupsieg holen, nun sind es fünf - unglaublich", meinte Hermann.

Nervenstärker als vergangene Saison

"Es ist einfach großartig, der Lohn für all die Mühen und das harte Training die ganzen Jahre über", meinte Hermann, die im Jugendalter über die Eliteschule des Sports nach Berchtesgaden kam und sich früher im Ski alpin versucht hatte.

Die in der 15-jährigen WM-Geschichte fünfte deutsche Weltmeisterin zeigte in diesem Winter eine unerwartete Konstanz. Im Vorjahr patzte sie oft im entscheidenden Finallauf noch, diesmal passte das Gesamtpaket. Das Material mit ihrem Schlitten aus der FES-Schmiede wurde genau auf sie angepasst. "Die FES ist ein guter Partner, sie haben mir extra eine Liegewanne auf den Schlitten gebaut, ich bin einfach nur dankbar, dass es diese Tüftler gibt", lobte die Pilotin.

Zufrieden war auch Lölling. Nach WM-Silber im Vorjahr fuhr sie in ihrer ersten Weltcup-Saison gleich auf Gesamtplatz zwei. "Nach der WM letzte Woche war es ein guter Abschluss. Ich hätte es am Anfang der Saison nicht gedacht, dass ich es gleich fünfmal aufs Podest schaffe. Einfach ein gutes Ende", sagte die erst 21-Jährige.

dpa

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