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Vanessa Mae nahm an den Olympischen Spielen teil.

Teurer Albtraum

Vanessa Maes Olympia-Teilnahme hat für FIS peinliche Folgen

Oberhofen/Köln - Die Star-Geigerin Vanessa Mae hat in ihrem Streit mit dem Ski-Weltverband einen triumphalen Sieg gefeiert. Die FIS ist blamiert - und wohl um eine sechsstellige Summe ärmer.

Als Vanessa Mae im Januar 2014 im slowenischen Krvavec nach einer mehr oder weniger gemächlichen Fahrt ihr Olympia-Ticket löste, ahnten sie beim Ski-Weltverband noch nichts von den höchst peinlichen Folgen. Die Star-Geigerin bei den Winterspielen in Sotschi - vielleicht würde der Skisport ja von den weltweiten Schlagzeilen auch profitieren, obwohl die Virtuosin, nun ja, ihre wahren Stärken zweifelsohne eher an der Violine hat.

Zwei Jahre später, am Ende einer beispiellosen Schlammschlacht, steht für die FIS eine riesige Blamage - die auch im Portemonnaie richtig weh tut. Seit Wochen schon verfluchen sie in der Verbandszentrale in Oberhofen am Thunersee den Tag, an dem sie Mae beschuldigten, sie habe sich die Olympia-Qualifikation mit unlauteren Mitteln erschlichen. Am Mittwoch machte der Verband kleinlaut einen Rückzieher - gedemütigt von der Skiläuferin, die im Riesenslalom von Sotschi den 67. und letzten Platz belegt hatte.

FIS entschuldigt sich bei Mae

Die Vorwürfe gegen Mae seien „ungerechtfertigt“ gewesen, hieß es in einer Stellungnahme, weshalb der Verband das Urteil pro Mae durch den internationalen Sportgerichtshof CAS respektiere. Die FIS habe sich bei Mae entschuldigt und sei deren Forderung nach einer Entschädigung wegen Rufschädigung nachgekommen. Man einigte sich auf eine „angemessene Zahlung“, die Mae einem wohltätigen Zweck spenden wolle. Es dürfte sich um einen sechsstelligen Betrag handeln, denn Mae hatte keine Kosten und Mühen gescheut, gegen die FIS zurückzuschlagen.

Der heute 37-Jährigen, die als Violinenvirtuosin ein Millionenvermögen angehäuft hat, war es nicht nur um ihren Ruf, sondern schon lange auch ums Prinzip gegangen. „Die FIS hat mich als Betrügerin gebrandmarkt. Sie hat mich verspottet“, sagte sie dem Spiegel. Deshalb zog Mae andere Saiten auf und prozessierte, den Feldzug ließ sie sich nach eigenen Angaben knapp 200.000 Euro kosten.

„Die FIS hat nicht erwartet, dass ich mich wehre. Und als klar war, dass ich vor den CAS ziehe, wurde es richtig hässlich“, sagte Mae. Sie beschuldigte den Verband, sich „Zeugenaussagen zurechtgebogen“ zu haben. Vor dem CAS bekam Vanessa Vanakorn - die Tochter des gebürtigen Thailänders Vorapong Vanakorn und der chinesischen Konzertpianistin Pamela Soei Luang war unter dem Namen ihres Vaters gestartet - im Juni 2015 in Grundzügen Recht: Sie und ihre Betreuer hatten bei der Qualifikation nicht gemogelt, die von der FIS verhängte Vierjahressperre war nichtig.

Am Mittwoch, nach dem Kotau des Weltverbandes, war Maes Rache vollendet. Eine Reaktion von ihr gab es zunächst nicht. Auch sie wird wissen: Eine echte Gewinnern der Schlammschlacht war auch sie nicht.

sid

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