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Lindsey Vonn wurde beim Super-G in La Thuile nur Dritte.

Super-G: Weirather vor Gut

Vonn sorgt für Eklat und holt Rekord-Kugel

La Thuile - Viktoria Rebensburg enttäuscht, Lindsey Vonn sorgt nicht nur auf der Piste für Aufsehen: Während die Deutsche in La Thuile patzt, sichert sich die Amerikanerin den nächsten Rekord.

Erst der Hammer, dann die Kugel und zum Abschluss nochmal aufs „Stockerl“: An einem turbulenten Rennwochenende hat Lindsey Vonn wieder einmal für die dicksten Schlagzeilen gesorgt. Erst zertrümmerte die Amerikanerin nach dem Aus bei der ersten Abfahrt von La Thuile/Italien wütend ihren Ski mit dem Vorschlaghammer, dann übertraf sie mit ihrer 20. Kristallkugel den legendären Ingemar Stenmark. Zum Abschluss landete sie als Dritte beim Super-G noch einmal auf dem Siegerpodest.

„Das war ein schönes Wochenende, trotz allem“, sagte Vonn am Sonntag. Trotz allem - der Wirbel um ihr Aggro-Video mit dem Hammer hatte ihr zugesetzt. Während Viktoria Rebensburg nach den Plätzen acht und zehn bei den Abfahrten und dem Aus im Super-G zerknirscht nach vorne blicken wollte, haderte Vonn in der Rückschau mit sich selbst. „Ich habe gedacht: Das sind meine Emotionen, und die Leute wollen sehen, dass ich nicht immer perfekt bin. Aber das Video war keine gute Idee.“

Kurz nachdem der Clip am Freitagabend erschienen war, zog Vonn ihn auch schon wieder zurück - und entschuldigte sich bei ihrem Ausrüster (Head). Weil sie sich einen seltenen Fahrfehler erlaubt hatte, löste die Skibindung aus - Vonn entging so einer Verletzung. Diese Erkenntnis setzte bei der 31-Jährigen aber (zu) spät ein. Es folgten der Hammer-Einsatz, eine schlaflose Nacht und Abfahrtsrang zwei hinter Überraschungssiegerin Nadia Fanchini (Italien). Vonn sicherte sich damit vorzeitig und zum achten Mal (Rekord) die Abfahrtswertung.

Im Abfahrtsweltcup der Männer führt nach dem Sieg von Dominik Paris aus Südtirol am Samstag in Chamonix noch immer Aksel Lund Svindal aus Norwegen (436 Punkte), der am 23. Januar bei der turbulenten Abfahrt von Kitzbühel einen Kreuzbandriss erlitten hatte. Nun aber setzen die Verfolger zum Überholen an, allen voran Peter Fill: Der Südtiroler, in Chamonix Fünfter, hat nur noch 26 Punkte Rückstand und gilt bei zwei noch ausstehenden Abfahrten als Favorit auf die kleine Kristallkugel.

Weirather im Super-G vor Gut und Vonn

Lindsey Vonn übertraf mit ihrer 20. Kristallkugel (vier Gesamtweltcups, 16 Disziplin-Wertungen) Schwedens Ski-Held Stenmark (19). „Darauf bin ich wirklich stolz“, sagte sie, „hoffentlich kommen noch ein paar Kugeln dazu.“ Gut möglich. Nach Rang drei beim Super-G am Sonntag hinter Tina Weirather aus Liechtenstein und Lara Gut (Schweiz) liegt sie im Gesamtweltcup vor den abschließenden elf Wettbewerben 23 Punkte vor Gut. „Es waren keine einfachen Tage hier“, bilanzierte Vonn, „aber ich habe gekämpft.“

Das tat auch Rebensburg - und doch erlebte die 26-Jährige einen unerwarteten Rückschlag. „Ich habe eigentlich immer Spaß“, sagte sie, „aber wenn so was rauskommt, ist es nicht ganz so leicht.“ Die erstmals im Weltcup befahrene Piste Tre Franco Berthod hätte ihr liegen sollen, weil sie technisch sehr anspruchsvoll ist. Rebensburg aber hatte längst überwunden geglaubte Probleme mit dem Material und fand nie die richtige Einstellung zu den tückischen Bedingungen.

„Ich muss das abhaken, das waren nicht meine Tage hier - aus welchem Grund auch immer“, sagte die Oberbayerin vom Tegernsee. Am Dienstag beim City Event in Stockholm will sie es wieder besser machen. Dort greifen auch Felix Neureuther und Fritz Dopfer ein. Deren Teamkollegen Andreas Sander (Ennepetal) und Thomas Dreßen (Gilching-Argelsried) hatten am Samstag zeitgleich Rang 24 belegt.

sid

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