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Viktoria Rebensburg hat gleich zum Weltcup-Auftakt die WM-Norm geschafft.

Shiffrin und Fenninger Erste

Weltcup-Auftakt: Rebensburg auf Platz 6

Sölden - Viktoria Rebensburg hat beim Riesenslalom zum Auftakt des alpinen Ski-Weltcups einen guten sechsten Rang belegt. Platz eins durften sich zwei Sportlerinnen teilen.

Den Doppelsieg zum Start in den WM-Winter beobachtete Skirennfahrerin Viktoria Rebensburg schon in Turnschuhen. 0,00 Sekunden Differenz zu Gesamtweltcupsiegerin Anna Fenninger aus Österreich zeigte die Anzeigetafel, als die amerikanische Slalom-Olympiasiegerin Mikaela Shiffrin am Samstag in Sölden als letzte Fahrerin ins Ziel kam. „Spannender kann es gar nicht sein. Cool“, sagte Rebensburg. Über den eigenen sechsten Platz im ersten Rennen der Nach-Maria-Höfl-Riesch-Ära war die neue Frontfrau des Deutschen Skiverbands (DSV) „happy“. 100 Tage vor dem Start der Ski-WM in Vail und Beaver Creek fehlten zur Medaillenform aber noch zwei konstant gute Durchgänge.

Erst im zweiten Lauf zeigte die 25 Jahre alte Olympiasiegerin von 2010, wie gut sie in ihrer Paradedisziplin fahren kann. „Der zweite Durchgang war richtig gut. Das war das Niveau, das man von der Viktoria erwarten kann und darf“, sagte DSV-Alpindirektor Wolfgang Maier. „Der erste Durchgang war ein Lauf, den kannst du dir nicht erlauben, wenn du am Podium mitfahren möchtest. Rückstände von zwei Sekunden sind extrem schwer aufzuholen.“ Auf das Podest und die Drittplatzierte Eva-Maria Brem aus Österreich fehlten Rebensburg am Ende noch 0,31 Sekunden.

Mit der für sie ungewohnt hohen Startnummer 15 war Rebensburg am Morgen noch „zu passiv, zu vorsichtig, nicht aktiv genug“ gestartet, wie der neue Damen-Chefcoach Markus Anwander analysierte. 2,04 Sekunden Rückstand auf Shiffrin als Führende waren die Quittung - und das schon zur Halbzeit.

„Der erste war nicht wirklich so, wie ich mir das vorgestellt habe“, kommentierte Rebensburg ihre Fahrt über eine schon deutlich schlechtere Piste. Wegen der krankheitsbedingten Pause und durchwachsenen Leistungen in der vergangenen Saison muss sich die Olympia-Dritte von Sotschi erst wieder in die erste Startgruppe der besten sieben Riesenslalom-Fahrerinnen zurückkämpfen.

Veronique Hronek kam im ersten Weltcup-Rennen nach überstandenem Kreuzbandriss auf Rang 25 und sammelte immerhin einige Weltcup-Punkte. „Tolles Gefühl, dass man wieder dabei ist und auch zwei Durchgänge fahren darf“, meinte die 23-Jährige. „Wenn jemand nach Kreuzbandverletzung zurückkommt und sich unter den besten 30 platziert, dann ist das wirklich gut“, sagte Maier. Simona Hösl und Lena Dürr waren im ersten Durchgang ausgeschieden.

Fenninger und Shiffrin hatten da schon die Basis gelegt für das spannende Finale am Rettenbachferner. Für Fenninger war es der erste Sieg in Sölden, aber saisonübergreifend bereits der fünfte im Riesentorlauf hintereinander, Shiffrin freute sich über ihren Premieren-Erfolg in dieser Disziplin - und lobte ihre Kontrahentin. „Anna war ein Vorbild, sie fährt fast wie ein Mann, geht aufs Ganze.“ Fenninger war sichtlich gerührt von diesen Worten - mit den besten Männern der Welt wollte sie sich aber nicht verglichen wissen. „Das sind Idole. Du kannst ihnen zuschauen und lernen, aber nicht gegen sie fahren“, sagte sie.“ Nächste Gelegenheit zum Studium von Marcel Hirscher, Ted Ligety und den deutschen Topfahrern Fritz Dopfer und Stefan Luitz: am Sonntag, ebenfalls in Sölden.

dpa/sid

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