Fastnacht in Franken 2016 Markus Söder
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Finanzminister Markus Söder (CSU) ist bei der "Fastnacht in Franken" 2016 in  Veitshöchheim als CSU-Ehrenvorsitzender Edmund Stoiber erscheinen. Söders Frau Karin Baumüller-Söder ist als Karin Stoiber verkleidet.
Fastnacht in Franken 2016 Veitshöchheim
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Die bayerische Wirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) kommt als Prinzessin Leia aus Star Wars verkleidet zur Fastnacht in Franken 2016 in Veitshöchheim.
Fastnacht in Franken 2016 Veitshöchheim
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Die bayerische Wirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) kommt als Prinzessin Leia aus Star Wars verkleidet zur Fastnacht in Franken 2016 in Veitshöchheim.
Fastnacht in Franken 2016 Veitshöchheim
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Der bayerische Finanzminister Markus Söder (CSU) kommt als Edmund Stoiber verkleidet zur Fastnacht in Franken 2016 in Veitshöchheim.
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Der bayerische Ministerpräsident, Horst Seehofer (CSU, M) unterhält sich auf der Fastnacht in Franken 2016 in Veitshöchheim (Bayern) mit Florian Pronold, Landesvorsitzender der Bayern-SPD (r) und Markus Rinderspacher, Fraktionsvorsitzender der Bayern-SPD (l).
Fastnacht in Franken 2016 Veitshöchheim
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Der Landesvorsitzender der Bayern-SPD, Florian Pronold (r), kommt als Elvis verkleidet zur Fastnacht in Franken 2016 in Veitshöchheim (Bayern). Seine Begleitung kam als Marylin Monroe.
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Finanzminister Markus Söder (CSU) ist bei der "Fastnacht in Franken" 2016 in  Veitshöchheim als CSU-Ehrenvorsitzender Edmund Stoiber erscheinen. Söders Frau Karin Baumüller-Söder ist als Karin Stoiber verkleidet.
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Der Landesvorsitzender der Bayern-SPD, Florian Pronold (l), kommt als Elvis verkleidet  zur Fastnacht in Franken 2016 in Veitshöchheim.

In Veitshöchheim

Fastnacht in Franken 2016: Markus Söder als Stoiber - Seehofer lästert

Veitshöchheim - Markus-Söder (CSU) ist bei der Fastnacht in Franken 2016 als CSU-Ehrenvorsitzender Edmund Stoiber erschienen. Ministerpräsident Seehofer lästerte über den Auftritt.

Söder ist ja bekannt für seinen extravaganten Auftritte bei der "Fastnacht in Franken". Mal kam er als Punk, mal als Marilyn Monroe - und im vergangenen Jahr sogar als indischer Freiheitskämpfer Mahatma Ghandi. Heuer überrascht Söder mit einem ziemlich extravaganten Auftritt: Er ist in Veitshöchheim als CSU-Ehrenvorsitzender Edmund Stoiber erscheinen. Eine Hommage an seinen politischen Förderer? Stoiber machte Söder 2003 zum CSU-Generalsekretär. Söders Frau Karin Baumüller-Söder kam an der Seite ihres Mannes als Karin Stoiber verkleidet.

Was brachte ihn auf diese Verkleidung? Markus Söder über sein Kostüm: „Das ist als Hommage an einen der größten Bayern gedacht. Ich bin und war schon immer Stoiberianer.“ Einen Läster-Spruch gab es prompt von Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU). Er giftete über Söders Auftritt: "Es ist halt immer wieder so, dass manche sich beim Fasching eine Traumwelt aufbauen. Und Stoiber ist ja auch Vergangenheit.“ Es war nicht das erste Mal, dass Seehofer über Söder, der in den Medien oftmals als sein Nachfolger gehandelt wird, über Söder lästerte. 2012 spottete er auf der Journalisten-Weihnachtsfeier der CSU-Landesleitung: Söder sei "von Ehrgeiz zerfressen" und er leide an "charakterlichen Schwächen". Dass das Verhältnis zwischen dem Ministerpräsidenten und seinem möglichen Nachfolger nicht das beste ist, gilt allenthalben als bekannt. Immerhin meinte Seehofer am Freitag in Veitshöchheim zu Söders Kostüm noch anerkennend: "Aber originell ist er."

So war die Fastnacht in Franken 2016

Freche Sprüche von fränkischen Narren, akrobatische Tanzeinlagen von Deutschen Meistern und meist witzig verkleidete Bayern-Politiker - mit diesem bewährten Mix ist am Freitagabend die Fernsehprunksitzung „Fastnacht in Franken“ aus Veitshöchheim live über die Bühne gegangen.

Zuvor präsentierten sich die Politiker auf dem Roten Teppich mit ihren teils durchaus durchdachten Kostümen. So kam Finanzminister Markus Söder als Edmund Stoiber, weil der ehemalige Ministerpräsident sein großes Idol sei. Wirtschaftsministerin Ilse Aigner kam als emanzipierte und schießwütige „Star Wars“-Prinzessin Leia. Ministerpräsident Horst Seehofer wie gewohnt als er selbst im schwarzen Anzug mit fliederfarbener Fliege und Innenminister Joachim Herrmann holte ebenfalls sein bewährtes Kostüm aus dem Schrank: Sheriff.

Unter protzigen Kronleuchtern und vor quietschbunter Rokoko-Kulisse haben Bayerns Politiker zudem wieder ordentlich ihr Fett wegbekommen. Schon fast ein Klassiker sind mittlerweile die Witze auf Kosten von Söder, der sich immer wieder als künftiger Ministerpräsident des Freistaats in Stellung bringt.

„Stimmt es, dass ihr Kronprinz Söder erst an dem Tag ran darf, wenn Reiner Calmund seinen Diätplan einhält, der Berliner Flughafen eröffnet ist und Greuther Fürth Champions-League-Sieger ist?“, fragte Sitzungspräsident Bernd Händel provokant den noch amtierenden Bayern-Chef Horst Seehofer.

Wortakrobat Oliver Tissot lobte zudem den Ministerpräsidenten und seine Partei für ihre Verdienste gegen den Klimawandel. So hätten sie ein ganz eigenes Rezept gefunden, um die Erderwärmung zu stoppen: „Sie sorgen ständig für frostiges Klima“, sagte Tissot mit Blick auf die anhaltenden Reibereien zwischen CDU und CSU.

Auch die bayerische SPD musste einstecken: Das Duo Volker Heißmann und Martin Rassau sagte den Besuch des Papstes bei den Sozialdemokraten voraus: „Denn der kommt immer dahin, wo das Elend am größten ist!“

Ob VW-Skandal, die Olympia-Absage Hamburgs oder Bestechungen in der Sportwelt - die Künstler der fränkischen Fastnacht nahmen zahlreiche Themen der vergangenen Monate auf die Schippe. „Selbst VW wollte, dass es läuft wie geschmiert. Doch es war irgendwie Sand im Getriebe. Und dann hat sich rausgestellt: Es war gar kein Sand. Es war Winterkorn“, frotzelte Tissot weiter.

Auch um aktuelle Streitthemen wie die Asylpolitik machten die Künstler keinen Bogen. Im Gegenteil. So hatte Kabarettist Peter Kuhn deutliche Worte für die derzeitige Lage: „Diesen Dreckschleudern, die ständig hetzen, muss man Obergrenzen setzen. Nicht ein bis zwei Grad Diskrepanz - nein, am besten Null Grad Toleranz“, forderte der redegewandte Schweinfurter während seiner Büttenrede.

Natürlich fehlten in Veitshöchheim, vor den Toren Würzburgs, auch die üblichen Frotzeleien der Franken in Richtung der Bayern nicht. Auf die Spitze aber trieben es wie immer die Musiker der Altneihauser Feierwehr-Kapell'n aus der Oberpfalz. Sie lästerten unter Buh-Rufen des Publikums umgekehrt über die Franken, die mittlerweile auch eine eigene Tatort-Produktion haben. „In einem Tatort, wo man fränkisch spricht, bräuchte es die Leiche nicht. Denn da flößt ja der Dialekt allein dem Zuschauer schon Schrecken ein.“

Die Prunksitzung des Fränkischen Fastnacht-Verbandes wird seit 1987 live im Bayerischen Fernsehen übertragen. In diesem Jahr flimmerte die 29. Ausgabe über die Bildschirme. In den vergangenen Jahren haben jeweils rund vier Millionen Menschen die etwa dreieinhalbstündige Freitagabend-Sendung eingeschaltet und sie damit zur erfolgreichsten BR-Sendung überhaupt gemacht.

Fastnacht in Franken 2016: Die besten Sprüche

  • MINISTERPRÄSIDENT HORST SEEHOFER kommentierte das Kostüm Söders mit den Worten: „Es ist halt immer wieder so, dass manche sich beim Fasching eine Traumwelt aufbauen. Und Stoiber ist ja auch Vergangenheit.“
  • STAATSKANZLEI-LEITER MARCEL HUBER über sein Kostüm (er stellte sich in Lederklamotten, mit Sonnenbrille und buntem Hemd selbst vor 40 Jahren dar): „Es tut sehr gut, wenn man mal seinen Schlips runter tun kann und andere Sachen als einen schwarzen Anzug anziehen kann.“
  • LANDESVORSITZENDER DER BAYERN-SPD FLORIAN PRONOLD, der als Elvis kam, über sein Kostüm: „Rock'n'Roll findet zur Zeit ja auch in der Politik statt. Da ist derzeit ziemlich viel Musik drin.“
  • DER BAYERISCHE SPD-FRAKTIONSVORSITZENDE MARKUS RINDERSPACHER über den Zusammenhang zwischen seinem Piratenkostüm und seinem politischen Alltag: „Ein Pirat hat ja auch den Vorsitz auf seinem Schiff. Aber die Mannschaft tickt nicht immer so wie er will, aber im entscheidenden Moment halten alle zusammen.“
  • KOMIKER MARTIN RASSAU über die politisch korrekte Bezeichnung von Narren: Man müsse sagen „freiwillig Kostümierte mit Fastnachtshintergrund“.
  • BÜTTENREDNER PETER KUHN mit Blick auf die Flüchtlingsproblematik: „Da wünscht man sich schon etwas Führung, doch konkrete Pläne der Regierung bleiben hier merkelwürdig blass. Es heißt immer nur: „Wir schaffen das!“. Ob wir's wirklich schaffen, kurz und schlicht, tja, das wissen wir ja jetzt noch nicht. Doch auch, wenn manche vielleicht fluchen: Wir könnten's wenigstens versuchen!“
  • BÜTTENREDNER PETER KUHN über die, die in der Flüchtlingskrise Angst schüren: „Diesen Dreckschleudern, die ständig hetzen, muss man Obergrenzen setzen. Nicht ein bis zwei Grad Diskrepanz - nein, am besten Null Grad Toleranz!“
  • KOMIKER Fredi Breunig: „Zersplitterte Handydisplays sind die zerschundenen Knie der Jugend von heute.“
  • Die ALTNEIHAUSER FEIERWEHRKAPELL'N, die stets mit rußverschmierten Gesichtern auftritt, zum VW-Abgasskandal: „Wir haben einen Arzt gebraucht, denn unser Bus hat so geraucht. Und die Spuren im Gesicht beweisen, dass wir mit VW-Diesel reisen.“
  • SITZUNGSPRÄSIDENT BERND HÄNDEL über den Bestechungsskandal im Fußball und Olympia 2024: „Olympia 2024 findet doch in Deutschland statt. Im Keller des DFB wurde ein von Beckenbauer unterzeichnetes Schriftstück gefunden, wonach München den Zuschlag erhält.“
  • HÄNDEL fragte Ministerpräsident Horst Seehofer: „Stimmt es, dass Ihr Kronprinz Söder erst an dem Tag ran darf, wenn Reiner Calmund seinen Diätplan einhält, der Berliner Flughafen eröffnet ist und Greuther Fürth Champions-League-Sieger ist?“
  • WORTAKKROBAT OLIVER TISSOT über das Geheimrezept der CSU gegen den Klimawandel: „Sie sorgen ständig für frostiges Klima“.

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