Martina Zöllner

Interview mit der SWR-Fernsehfilmchefin

SWR-Fernsehfilmchefin: „Makatsch ist extrem charismatisch“

München - Das "Tatort"-Special aus Freiburg am Ostermontag wird polarisieren, so viel ist jetzt schon sicher. Dies liegt auch aber nicht nur an Heike Makatsch. Die SWR-Fernsehfilmchefin im Interview.

Martina Zöllner ist als Fernsehfilmchefin des Südwestrundfunks (SWR) verantwortlich für die „Tatorte“ des Senders – außer für den neuen aus Freiburg auch für die Folgen aus Ludwigshafen, Stuttgart sowie vom Bodensee.

Wie wurde ausgerechnet das beschauliche Freiburg zum Schauplatz des Verbrechens?

Martina Zöllner: Wir haben eine Stadt im Sendegebiet gesucht. Also haben wir die Kriminalstatistik bemüht und mit Erstaunen festgestellt, dass Freiburg mit Abstand die höchste Kriminalitätsrate hat.

Das traut man dieser idyllischen Universitätsstadt gar nicht zu…

Zöllner: Wir waren auch überrascht. Aber das macht ja auch den Reiz aus, weil es bedeutet, dass hinter diesem Ökoidyll Abgründe lauern. Zwischen dem schönen Schein und dieser ernüchternden Statistik liegt ein echtes Spannungsfeld. Und das ist ideal für einen Krimi.

Was zeichnet Heike Makatsch aus?

Zöllner: Sie ist extrem charismatisch und hat sich in den letzten Jahren auf dem Bildschirm rar gemacht. Sie hat aber auch als Schauspielerin mittlerweile ein Alter, in dem man ihr die Ermittlerin abnimmt und die nötige Lebenserfahrung zutraut.

Nach welchen Kriterien wurde die Figur der Kommissarin Ellen Berlinger entworfen?

Zöllner: Wir wollten eine Frau zeigen, die sich aus dieser Idylle befreit hat, um ihr eigenes Leben zu leben und dann unter anderen Vorzeichen zurückkehrt. Auch die problematische Annäherung an die Mutter, die erste Anzeichen von Demenz zeigt, war uns wichtig. Ein Thema, das sicher viele Zuschauer kennen, das aber im „Tatort“ noch nicht thematisiert wurde. Und dann war es auch gerade Heike Makatsch wichtig, dass diese Kommissarin Mutter ist.

Ihre Figur lässt am Ende viele Fragen offen. Wie gut stehen die Chancen, dass es ein Wiedersehen mit Ellen Berlinger als „Tatort“-Kommissarin gibt?

Zöllner: Zunächst ist dieser Film als einmaliges Special geplant. Wir überlegen aber tatsächlich, wie es weitergehen könnte. Eine Fortsetzung hängt für alle Beteiligten von der Qualität der Idee und von der Finanzierung ab. Nach der Ausstrahlung werden wir das noch mal ausführlicher prüfen.

Das Gespräch führte Astrid Kistner

Astrid Kistner

Astrid Kistner

E-Mail:Astrid.Kistner@tz.de

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