Ein Airbus der Fluggesellschaft Germanwings. Foto: Rolf Vennenbernd/Archiv
+
Ein Airbus der Fluggesellschaft Germanwings. Foto: Rolf Vennenbernd/Archiv

Germanwings-Airbus nach Düsseldorf in Frankreich abgestürzt

Flugzeug-Unglück in Südfrankreich mit möglicherweise vielen Deutschen an Bord - die Maschine gehörte zur deutschen Gesellschaft Germanwings. Vermutlich gibt es keine Überlebenden, wie Präsident François Hollande sagt.

Frankfurt/Main (dpa) - In Frankreich ist ein Airbus A320 der deutschen Fluggesellschaft Germanwings mit möglicherweise 148 Menschen an Bord abgestürzt.

Die Maschine sei auf dem Weg von Barcelona nach Düsseldorf gewesen, teilte die Deutsche Flugsicherung mit. Es habe vermutlich keine Überlebenden gegeben, sagte Präsident François Hollande. Es sei "möglich, dass es viele deutsche Opfer" gebe, zitierte die Zeitung "Le Figaro" den Präsidenten.

142 Passagiere waren der Deutschen Flugsicherung zufolge an Bord. Nach Angaben der Nachrichtenagentur AFP waren außerdem sechs Besatzungsmitglieder in der Maschine. Zur Absturzursache hätten die französischen Kollegen zunächst nichts mitgeteilt, sagte der Sprecher der Flugsicherung. Die französische Zeitung "Le Figaro" berichtete, die Maschine sei gegen 11.20 Uhr vom Radar verschwunden.

Die Bundesregierung richtete einen Krisenstab ein. Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) sagte, das Auswärtige Amt stehe "in engstem Kontakt" zu den französischen Behörden. Zu möglichen deutschen Todesopfern machte er zunächst keine Angaben. Steinmeier sagte: "In diesen schweren Stunden sind unsere Gedanken bei all denjenigen, die darum fürchten müssen, dass ihre Angehörigen unter den Passagieren oder Besatzungsmitgliedern sind." Unter der Rufnummer 030/50003000 richtete das AA auch eine Krisen-Telefonnummer ein.

"Wir kennen die Berichte über den Absturz, können aber noch nichts bestätigen", sagte ein Airbus-Sprecher. Der Flugzeugbauer versuche derzeit Klarheit über die Geschehnisse zu bekommen.

Absturzort sei im Département Alpes-de-Haute-Provence, berichtete AFP. Gendarmerie-Hubschrauber hätten Trümmerteile entdeckt. Mehrere Medien berichteten, die Maschine sei im Bergmassiv Trois Evêches abgestürzt. Die Gegend befindet sich rund 100 Kilometer nordwestlich von Nizza. Innenminister Bernard Cazeneuve sei auf dem Weg zum Unfallort, sagt Premier Manuel Valls "Le Figaro" zufolge. AFP berichtete, Hollande wolle mit Merkel und dem spanischen König telefonieren.

Die abgestürzte Airbus-Maschine war mehr als 24 Jahre alt. Nach Informationen der Website Airfleets.net wurde die Maschine vom Typ A320 am 6. Februar 1991 an die Lufthansa ausgeliefert. Zwischenzeitlich war der Jet mit 147 Sitzplätzen und der Kennung D-AIPX unter dem Städtenamen "Mannheim" unterwegs. Ihren Jungfernflug hatte sie am 29. November 1990.

Germanwings ist eine Tochtergesellschaft der Deutschen Lufthansa AG. Gemeinsam mit der Flotte der Lufthansa-Tochter Eurowings soll sie künftig Direktverkehre in ganz Europa anbieten.

Mehr zum Thema

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Studie: Mondfahrer sterben eher an Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Sie flogen zum Mond und wurden berühmt - doch einige der Apollo-Astronauten zahlten nach Forscherannahmen einen hohen Preis. Eine solche Reise könne unter anderem aufs …
Studie: Mondfahrer sterben eher an Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Vielfach regnerisch mit Schauern und kurzen Gewittern

Offenbach (dpa) - Am Freitag bringt wechselnde bis starke Bewölkung in weiten Teilen des Landes Schauer, vereinzelt auch kurze Gewitter. Südlich der Donau sowie im …
Vielfach regnerisch mit Schauern und kurzen Gewittern

Waffenhandel im Darknet: Fünfeinhalb Jahre Haft 

Heidelberg - Weil er dutzende Schusswaffen illegal über das Darknet verkauft hat, muss ein 32-Jähriger für fünfeinhalb Jahre ins Gefängnis.
Waffenhandel im Darknet: Fünfeinhalb Jahre Haft 

Evakuierung in Bremen: 19-Jähriger doch nicht tatverdächtig

Bremen - Nach der Räumung eines Einkaufszentrum in Bremen wegen einer verdächtigen Person wurde ein 19-Jähriger Algerier festgenommen. Jetzt scheint er doch nicht für …
Evakuierung in Bremen: 19-Jähriger doch nicht tatverdächtig

Kommentare