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Verkäufer prahlte mit Geschäften

Darknet-Waffenszene nach Münchner Amoklauf verunsichert

Frankfurt/Main - Die illegale Waffenszene ist nach der Festnahme des mutmaßlichen Verkäufers der Amok-Pistole von München in Aufruhr. Vor allem, weil 31-Jährige mit seinen Geschäften im Darknet angegeben haben soll.

Der mutmaßliche Händler der Amok-Pistole von München soll einem Medienbericht zufolge im Darknet mit seinen Geschäften geprahlt und genaue Angaben zu seinen Verkäufen gemacht haben. „In der Szene sorgt das demnach zurzeit für Aufruhr, weil die Käufer und Verkäufer befürchten, entdeckt zu werden“, heißt es in einer Mitteilung des Radiosenders hr-info. Die gut vernetzte Waffenhändlerszene, die viele Verkäufe über das Darknet abwickelt, sei nach dem Ermittlungserfolg in Aufruhr, sagte der Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft, Alexander Badle, am Freitag. „Die Verunsicherung ist ein gewünschter Nebeneffekt unserer Arbeit.“

Das Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ berichtet von einer wachsenden Angst vor verdeckten Ermittlern im Darknet. So hätten Anhänger der Waffenszene nach der Festnahme des 31-Jährigen gewarnt: „Löscht ALLES!“ und „Sorgt dafür, dass man in eurer Bude NICHTS findet!“ Der Münchener Amokläufer und sein mutmaßlicher Waffenlieferant seien im geschlossenen Darknet-Forum „Deutschland im Deep Web“ (DIDW) aktiv gewesen. Ob der Verkäufer und Lieferant den Codenamen „Rico“ trug, sagte Badle mit Blick auf die laufenden Ermittlungen nicht.

„Rico“ beschrieb in Forumsbeiträgen laut „Spiegel“, wie er Waffen illegal in der Schweiz, Tschechien und der Slowakei erworben habe. Schießübungen habe er nachts in der Nähe einer Autobahn bei Köln gemacht. Ob dies der Platz ist, an dem eine vergrabene Munitionskiste des Festgenommenen sichergestellt wurde, ist offen. In der Kiste fanden die Ermittler eine Maschinenpistole, vier halbautomatische Pistolen und Munition. Der 31-Jährige hatte nach seiner Festnahme am Dienstag von der Kiste erzählt.

In den Chats habe der arbeitslose Verkäufer auch ausführlich über seine private Lebenssituation geklagt, heißt es bei hr-Info. Einzelheiten dazu nannte der Sender nicht.

Der Marburger habe sich in der U-Haft nicht mehr zu den Anschuldigungen geäußert, sagte Badle. Der Anwalt des mutmaßlichen Waffenhändlers aus dem Darknet werde sich jetzt sicherlich erst einmal ein Bild machen.

Das Ausmaß der Waffengeschäfte des Beschuldigten ist noch unklar. „Es wird eine geraume Zeit dauern, bis alles ausgewertet ist“, sagte Badle. Der 31-Jährige hatte angegeben, dem Amokschützen von München die Pistole und die Munition für 4350 Euro verkauft zu haben. Damit hatte der 18-Jährige am 22. Juli an einem Einkaufszentrum neun Menschen und sich selbst erschossen.

Trauerfeier in der Frauenkirche und im Bayerischen Landtag - Bilder

dpa


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