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An Halloween kommt der "Große Kürbis" (Archivbild): Der Asteroid 2015 TB145 fliegt am 31. Oktober relativ nah an der Erde vorbei. Alle Infos zum "großen Kürbis":

2015 TB145: Das müssen Sie wissen

Asteroid "Großer Kürbis" kommt zu Halloween der Erde extrem nah: Alle Infos

München - An Halloween kommt der "Große Kürbis": Der Asteroid 2015 TB145 fliegt am 31. Oktober extrem nahe an der Erde vorbei. Hier finden Sie alle Infos zum Halloween-Asteroiden:

Keine Frage: Ein Kürbis gehört zwangsläufig zum Gruselfest Halloween. Auch wenn dieser über 400 Meter groß ist, wie im Falle des Asteroiden mit der Katalognummer 2015 TB145. Weil der Weltall-Brocken ausgerechnet am 31. Oktober recht nah an der Erde vorbeifliegt, haben Forscher ihm den Spitznamen "Großer Kürbis" verpasst. Erkenntnis: Auch Naturwissenschaftler haben ein Faible für Halloween. Der Asteroid tauchte erst vor kurzem auf: Am 10. Oktober wurde das Phänomen mit Instrumenten der Universität von Hawaii entdeckt - und sorgt seither für Aufsehen. Wir beantworten daher die wichtigsten Fragen zum "Großen Kürbis", der an Halloween 2015 am Himmel auftaucht.

Asteroid zu Halloween: Ist der "Große Kürbis" eine Gefahr für die Erde?

Es gibt keinen Grund zur Angst! Nach Angaben der US-Raumfahrtbehörde Nasa passiert der „große Kürbis“ die Erde am frühen Abend des 31. Oktober in sicherem Abstand. „Am Punkt der größten Annäherung wird er nicht näher als 480.000 Kilometer kommen, das ist 1,3 Mal der Abstand zum Mond“, erläuterte Paul Chodas vom Zentrum für die Untersuchung erdnaher Objekte in einer Mitteilung des Jet Propulsion Laboratory der Nasa (Pasadena/Kalifornien).

Einen Einschlag auf der Erde können die Forscher glücklicherweise ausschließen - anderenfalls hätte es schwerste Verwüstungen gegeben. Denn der Durchmesser des Asteroiden 2015 TB145 liegt laut Nasa zwischen 290 und 650 Metern, was einem mittleren Schätzwert von 470 Metern entspricht. Zum Vergleich: Der im Februar 2013 über dem russischen Tscheljabinsk explodierte Asteroid hatte einen Durchmesser von gerade einmal rund 20 Metern. Damals wurde rund 1600 Menschen durch die Druckwelle verletzt.

"Der Einschlag eines Asteroiden der Größe von 2015 TB145 wäre eine kontinentale Katastrophe", sagt die Astronomin und Leiterin des Planetariums Bochum, Susanne Hüttemeister. "Wenn ein solcher Brocken in Europa einschlagen würde, wären mehrere Staaten massiv betroffen."

Dass Kollisionen von Asteroiden mit der Erde verheerende Folgen haben können, beweist ein Blick in die Vergangenheit unseres Planeten. So donnerte vor 15 Millionen Jahren ein Planetoid von etwa einem Kilometer Durchmesser auf die Schwäbische Alb herab und hinterließ einen Krater, der heute als Nördlinger Ries bekannt ist. Und vor 65 Millionen Jahren schlug ein Asteroid mit einem Durchmesser von rund zehn Kilometern auf der mexikanischen Halbinsel Yukatan ein. Er löste einen Klimawandel aus und leitete damit höchstwahrscheinlich das Aussterben der Dinosaurier ein.

Doch auch kleine "Bomben" aus dem All können große Schäden anrichten: Einen Durchmesser von nur 30 bis 50 Metern hatte ein Asteroid, der mit dem sogenannten Tunguska-Ereignis von 1908 in Zusammenhang gebracht wird. Damals wurden in einer unzugänglichen Region Sibiriens auf mehr als 2200 Quadratkilometern 80 Millionen Bäume umgeknickt - als Ursache wird die Explosion eines Asteroiden in mehreren Kilometern Höhe vermutet, die eine Druckwelle mit der Sprengkraft hunderter Hiroshima-Atombomben auslöste.

Asteroid 2015 TB145: Kann man den "Großen Kürbis" an Halloween am Himmel sehen?

Ja, aber nicht mit bloßem Auge. Obwohl der Asteroid mit der Katalognummer 2015 TB145 nach kosmischen Maßstäben recht dicht am Blauen Planeten vorbeizischt, „wird er den Erwartungen zufolge ziemlich lichtschwach bleiben, sodass Himmelsgucker auf der Erde mindestens ein kleines Teleskop benötigen, um ihn zu sehen“, sagt NASA-Mann Paul Chodas. Ein handelsübliches Amateurteleskop sollte reichen, um den Halloween-Asteroiden am Himmel zu sehen. 

Der Aufwand lohnt sich aber für Hobby-Astronomen. Denn in den nächsten zwölf Jahren fliegt kein Asteroid ähnlich knapp an der Erde vorbei. Erst 2027 erwarten die Forscher 1999 AN10 – einen 800 Meter großen Brocken.

"Großer Kürbis": Wann und wo kann man den Asteroiden an Halloween am Himmel sehen?

Wer Halloween-Asteroiden beobachten möchte, sollte sich am 31. Oktober gegen 22.18 Uhr auf die Lauer legen. Dann wird der "Große Kürbis" laut der Wissenschafts-Seite "Science Alert" das Sternbild Orion passieren. Wie sie das Sternbild Orion am Abendhimmel finden, darüber informiert die Seite "Astrokramkiste".

"Großer Kürbis" an Halloween: Was ist ein Asteroid eigentlich? 

Die Europäische Raumfahrtbehörde ESA informiert auf ihrer Homepage: "Asteroiden sind kleine, felsige Gebilde, die bei der Entstehung der Planeten vor 4,5 Milliarden Jahren übrig geblieben sind. Man nennt sie oft auch 'Kleinplaneten'." Die Astronomen gehen davon aus, dass es Milliarden von Asteroiden gibt. "Die meisten von ihnen befinden sich in einem schwimmreifenähnlichen 'Hauptgürtel' zwischen den Bahnen von Mars und Jupiter, den man Planetoidengürtel nennt."

Das Wort "Asteroid" bedeutet übrigens "sternenähnlich". Die ESA erläutert, wie dieser Name entstand: "Man hat sie so genannt, weil sie mit den meisten Teleskopen nur als kleine Lichtpunkte wahrgenommen werden können."

Seit Jahren nehmen Astronomen die Umgebung der Erde genau unter die Lupe, um Asteroiden im Anflug möglichst frühzeitig zu entdecken. Aktuell verzeichnet die Nasa mehr als 1630 Kleinplaneten, die als "potenziell gefährlich" eingestuft werden, davon 154 mit mindestens einem Kilometer Durchmesser. Wer noch mehr zu Asteroiden erfahren möchte: Der renommierte Astrophysiker Prof. Harald Lesch erklärt das Phänomen ausführlich in einer Folge der Serie "Alpha Centauri" mit dem Titel "Asteroiden: Bomben aus dem All".   

"Großer Kürbis" rast an Halloween an der Erde vorbei: Kann man einen Asteroiden eigentlich abschießen?

Im Kino funktioniert es ja: In Hollywood-Actionfilmen wie "Armageddon – Das jüngste Gericht" oder "Deep Impact" machen sich tapfere Helden in einem Raumschiff auf den Weg zum Asteroiden, der dann mit Atombomben gesprengt wird. Besonders dramatisch wird die Abwehr des Asteroiden in "Armageddon" inszeniert: Bruce Willis alias Harry Stamper verabschiedet sich erst per Video von seiner weinenden Tochter. Dann zündet er eine Atombombe, die ihn und den Asteroiden in die Luft jagt. Unter Aufbietung seines eigenen Lebens rettet Bruce Willis die Erde. Aber klappt so etwas eigentlich auch in der Realität?   

Theoretisch ja! Wobei eine Atombombe das letzte Mittel zur Abwehr eines Asteroiden wie des "Großen Kürbis" wäre. 

Wenn ein Asteroid auf Kollisionskurs frühzeitig entdeckt wird, könnte man zunächst eine Raumsonde auf ihm einschlagen lassen und ihn dadurch von seiner Bahn abbringen. Denkbar wäre auch, eine Sonde dicht an den Gesteinsbrocken heranzumanövrieren. Durch die Schwerkraft der Sonde könnte der kosmische Aggressor nach und nach von seiner ursprünglichen Flugbahn abgelenkt werden. Als allerletztes Mittel gilt die Zündung einer Atombombe, um den Asteroiden aus seiner Bahn zu werfen. Die Erfolgsaussichten wären allerdings ungewiss.

Auf der Seite der Europäischen Raumfahrtbehörde ESA gibt es ausführliche Informationen über die Möglichkeiten der Asteroidenabwehr.

Im Hinblick auf den "Großen Kürbis", der sich der Erde an Halloween nähert, muss man sich glücklicherweise keine Gedanken über eine mögliche Abwehr machen. Freunde der Astronomie machen sich eher andere Sorgen: Nämlich, dass der Abendhimmel an Halloween klar genug ist, damit sie den Asteroiden 2015 TB145 durch ihr Teleskop betrachten können.    

AFP/dpa/fro

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