+
Bei der Trauerfeier kam es zu einem Wortgefecht.

Vorwürfe an Reiseveranstalter

Ballon-Absturz: Heftiger Streit bei Trauerfeier

Luxor/Kairo - Bei der Trauerfeier für die 19 Opfer des Ballonunglücks in Luxor ist es zu einem Streit gekommen, als eine Japanerin dem ägyptischen Reiseveranstalter Vorwürfe machte.

Am Dienstag waren westlich der Touristenstadt Luxor 18 Touristen aus Europa und Asien sowie eine ägyptische Reiseleiterin ums Leben gekommen, als beim Landemanöver ein Gasschlauch riss. Der Ballon schnellte wegen des ausströmenden Gases erneut in die Höhe, fing Feuer und stürzte ab. Die Leichen wurden in bis zu 300 Meter Entfernung von den verkohlten Überresten des Korbes gefunden, der in einem Feld lag. Dort hielten ägyptische Funktionäre und Mitarbeiter von Reiseunternehmen am Mittwoch eine Trauerfeier für die Opfer ab. Sie legten Blumen auf dem Feld nieder.

Streit bei der Trauerfeier

Am Ende der Veranstaltung kam es zu einem hitzigen Wortgefecht zwischen einer Vertreterin japanischer Reiseunternehmen und dem Chef eines ägyptischen Reiseveranstalters. Die Japanerin warf ihm nach Angaben von Augenzeugen vor, er hätte für die Gruppe, der auch vier Japaner angehörten, keine Ballonfahrt buchen sollen. Fausi Tawfik wehrte sich gegen die Anschuldigungen. Er sagte: „Dieser Unfall war vom Schicksal vorbestimmt und hätte an jedem andern Ort auf der Welt auch passieren können.“

Keine juristischen Konsequenzen

Der Absturz wird wahrscheinlich keine juristischen Folgen haben. Ägyptische Medien berichteten am Mittwoch, die Staatsanwaltschaft sehe nach ersten Ermittlungen keinen Hinweis auf eine Straftat. Allerdings warfen die Behörden dem schwer verletzten Ballonführer vor, er habe zu der Tragödie in dem Touristenort Luxor beigetragen. Er war aus knapp zehn Meter Höhe aus dem brennenden Ballon gesprungen.

Der Ballonführer liegt mit schweren Verbrennungen im Krankenhaus. Außer ihm hatte sich auch ein britischer Tourist mit einem Sprung aus dem brennenden Ballon gerettet. Auch er verletzte sich schwer. Ein Staatsanwalt in Luxor vernahm sechs Augenzeugen aus einem Dorf in der Nähe des Unglücksortes sowie mehrere Touristen, die zur gleichen Zeit mit einem anderen Ballon in dem Gebiet unterwegs gewesen waren.

Inzwischen ist ein Amateurvideo aufgetaucht, dass die Sekunden des tragischen Absturzes zeigt.

Das Unglücks-Video auf youtube

Ballon-Absturz in Ägypten

Ballon-Absturz in Ägypten: 19 Tote

Ein Sprecher der ägyptischen Luftfahrtbehörde hatte am Dienstagabend erklärt, die Ursache des Unglücks sei menschliches Versagen. Er stellte fest, der Ballonführer habe, als gegen Ende der Fahrt ein Schlauch riss, aus dem das Gas ausströmte, das Ventil für die Gaszufuhr schließen können. Er habe jedoch nicht richtig reagiert.

Auch habe er, obwohl er die Ausrüstung dafür bei sich hatte, nicht versucht, das Feuer zu löschen. Stattdessen sei er aus dem Korb gesprungen. Die Behörden erließen für unbestimmte Zeit ein Verbot für Ballonfahrten in der Tempelstadt am Nil.

dpa

Meistgelesene Artikel

Resistenz-Gen mcr-1 auch in den USA nachgewiesen

Washington (dpa) - In Deutschland bereits nachgewiesene und gegen das Notfall-Antibiotikum Colistin resistente Bakterien sind nun auch in den USA aufgetaucht. Colistin …
Resistenz-Gen mcr-1 auch in den USA nachgewiesen

Studie: Dresden ist Deutschlands frauenfreundlichste Stadt

München/Dresden - Wo in Deutschland leben Frauen am besten? Eine Studie hat Gleichstellung und Lebensqualität in den 77 größten Städten unter die Lupe genommen - mit …
Studie: Dresden ist Deutschlands frauenfreundlichste Stadt

300 Menschen aus brennendem Flugzeug gerettet

Tokio - Aus den beiden Triebwerken schossen Flammen - kurz vor dem Start geriet ein Flugzeug der Korean Air auf dem Tokioter Flughafen in Brand. 300 Menschen mussten …
300 Menschen aus brennendem Flugzeug gerettet

Forscher machen spektakuläre Entdeckung auf dem Mars

Washington - Auf dem Mars sah es nicht immer so aus wie heute. Klimawandel gibt es nämlich nicht nur bei uns, sondern auch auf unserem Nachbarplaneten. Und der hatte …
Forscher machen spektakuläre Entdeckung auf dem Mars

Kommentare