Atomkraftwerk im belgischen Tihange. Die Anlage rund 70 Kilometer westlich von Aachen steht seit längerem in der Kritik.
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Atomkraftwerk im belgischen Tihange. Die Anlage rund 70 Kilometer westlich von Aachen steht seit längerem in der Kritik.

Grüne: "Schrottreaktor" stilllegen

Belgisches Akw Tihange 1 nach Brand vom Netz

Brüssel - Reaktorblock 1 des nahe der Grenze zu Deutschland gelegenen belgischen Kernkraftwerks Tihange hat sich automatisch abgeschaltet. Grund: Ein Feuer im nicht-nuklearen Bereich.

Diese Ursache meldete die belgische Nachrichtenagentur Belga unter Berufung auf den Betreiber Electrabel. Der Zwischenfall habe keine Auswirkungen auf die Arbeiter, die Bevölkerung oder die Umwelt. Das Feuer sei rasch durch die Feuerwehr gelöscht worden, so der Betreiber.

Die Anlage rund 70 Kilometer westlich von Aachen steht seit längerem in der Kritik. In dieser Woche war der Reaktor Tihange 2 wiederangefahren worden. Die nordrhein-westfälische Landesregierung protestierte wegen Sicherheitsbedenken scharf dagegen.

Der Brand in der Anlage sei ein "drastischer Beweis, dass die Laufzeitverlängerung für diesen klapprigen Uraltmeiler eine miserable, gefährliche Idee ist", erklärte jetzt die atompolitische Sprecherin der Grünenfraktion, Sylvia Kotting-Uhl. "Der Reaktor muss endlich für immer stillgelegt werden." Den Weiterbetrieb nannte sie ein "fahrlässiges Spiel mit dem Atomrisiko". Auch der Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU) forderte "die sofortige und endgültige Stilllegung aller Reaktorblöcke".

Weiterbetrieb sei "Russisch-Roulette"

"Brände im Monats-Rhythmus, Risse im Reaktordruckbehälter, Funde von Weltkriegsbomben, ungeschultes Sicherheitspersonal, undichte Kühlwasserbehälter", empörte sich der stellvertrende Frationsvorsitzende der Grünen im Bundestag, Oliver Krischer. "Der Weiterbetrieb dieser Schrottreaktoren ist Russisch-Roulette."

dpa/AFP

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