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Bei einem Amoklauf in den USA sind 26 Menschen getötet worden.

Tragödie von Newtown

Täter (20) erschoss vor Amoklauf seine Mutter

Newtown - Blutbad in der Vorweihnachtszeit: Ein 20-Jähriger läuft in einer US-Grundschule Amok, erschießt 20 Kinder und 6 Erwachsene. Dann nimmt sich der Schütze das Leben. Amerika fragt sich einmal mehr: Warum?

Nach dem Amoklauf an einer US-Grundschule mit 27 Toten trauert das ganze Land um die Opfer von Newtown und rätselt über die Motive des 20-jährigen Todesschützen. Der mutmaßliche Täter nahm sich das Leben, nachdem er zwanzig Kinder zwischen fünf und zehn Jahren sowie sechs Erwachsene getötet hatte. Seine Mutter war ermordet in einer Wohnung in Newtown aufgefunden worden. Die Polizei im US-Bundesstaat Connecticut wollte am Samstagmorgen (Ortszeit) Angaben zum Hintergrund des Verbrechens machen. 

In der Nacht war die Sandy Hook Elementary School mit den Kinderleichen noch als Tatort abgesperrt. Es handele sich um eine "gewaltige Untersuchung", sagte ein Polizeisprecher. Es gebe derzeit nur eine vorläufige Liste mit den Namen der getöteten 20 Kinder und 6 Erwachsenen. Die meisten der Opfer sollen sich in zwei Klassenzimmern befunden haben. Die Familien seien informiert worden. In der Stadt herrscht Verzweiflung.

Dutzende Tote bei Schießerei in US-Grundschule

Dutzende Tote bei Schießerei in US-Grundschule

"Es war entsetzlich", beschrieb eine 29-jährige Lehrerin das Horrorszenario an ihrer Schule. "Ich habe nicht geglaubt, dass wir überleben würden", sagte Kaitlin Roig dem US-Sender ABC. Als sie Schüsse hörte, habe sie sich mit ihren 14 Schülern auf der Toilette eingeschlossen. "Ich habe ihnen gesagt, sie müssten absolut still sein". "Es wird alles gut werden", habe sie die weinenden Kinder getröstet, erzählte die Lehrerin unter Tränen.

Die acht Jahre alte Alexia erzählte, wie Lehrer in ihr Klassenzimmer gestürmt waren, und alle Kinder angewiesen hatten, sich in einer Ecke zu verstecken. "Alle weinten. Und ich habe nur die Rufe der Polizeibeamten gehört." Ihre Mutter kann das Geschehene nicht fassen: "Wer tut so etwas? Das ist einfach krank", sagte sie CNN.

In einer ersten öffentlichen Stellungnahme konnte auch Präsident Barack Obama die Tränen kaum zurückhalten. "Unsere Herzen sind gebrochen", sagte er. Mit dem Blutbad ist die Debatte über die laxen Waffengesetze in den USA neu entflammt. Waffengegner hielten in der Nacht zum Samstag eine Mahnwache vor dem Weißen Haus ab.

Die Polizei hatte drei Waffen sichergestellt: Ein halbautomatisches Sturmgewehr und zwei Pistolen. Alle drei Waffen seien legal erworben worden und auf den Namen der Mutter registriert, berichteten Medien. Zusätzlich zu den Toten in der Schule habe man die Leiche der Mutter des Amokläufers in einer Wohnung in Newtown gefunden, berichtete CNN. Die Frau habe als Lehrerin an der Schule gearbeitet. Unklar sei aber, wann genau sie getötet wurde. Auch war zunächst noch nicht offiziell geklärt, ob der Amokläufer ebenfalls für diese Tat verantwortlich ist. Der junge Mann soll bei seiner geschiedenen Mutter gewohnt haben, hieß es in Medienberichten.

Trauer und Verzweiflung nach Amoklauf von Newtown

Trauer und Verzweiflung nach Amoklauf von Newtown

Der TV-Sender CNN berichtete über mögliche psychische Probleme des Mannes, nannte aber keine Einzelheiten. Ehemalige Klassenkameraden und Bekannte beschrieben den Mann als ruhigen Einzelgänger, der sich in sozialen Situationen oft unwohl zu fühlen schien.

Das Verbrechen ereignete sich kurz nach Schulbeginn am Freitag in der Kleinstadt Newtown nördlich von New York. Neben den Kindern kamen in der Schule sechs Erwachsene, darunter die Rektorin und ein Psychologe ums Leben. Nach Berichten von Augenzeugen gab der Amokläufer bis zu 100 Schüsse ab. "Es machte Bang, Bang, ich habe Schreie gehört", schilderte ein Junge die Szene.

Der Mann sei ganz in schwarz gekleidet in die Sandy Hook Elementary School eingedrungen und habe das Feuer eröffnet. Er habe zudem eine schusssichere Weste getragen. Lehrer versuchten in Panik, ihre Schüler in Sicherheit zu bringen.

Amerika steht nach der Gräueltat unter Schock, Politiker suchten verzweifelt nach Worten. Obama sagte, derartige Tragödien passierten zu häufig in den USA. Er deutete die Notwendigkeit an, gegen die lockeren Waffengesetzte vorzugehen. Der Gouverneur des Bundesstaates Connecticut, Dan Malloy, sagte: "Das Böse hat unsere Gemeinde besucht. Es ist eine schreckliche Zeit."

dpa

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