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Bei der Durchsuchung eines Vereinsheims des Rockerclubs Satudarah MC in Duisburg trägt ein Polizist ein Vereinsemblem aus dem Gebäude.

Razzia in fünf Bundesländern

Rockerclub "Satudarah" zukünftig verboten

Duisburg- Dem Rockerclub Satudarah ging es nach Ansicht der Ermittler nur um Geld, Macht und Gewalt. Deshalb ist jetzt Schluss. Schon wer künftig eine Kutte des Rockerclubs trägt, macht sich strafbar.

Der gefährliche Rockerclub Satudarah ist ab sofort in ganz Deutschland verboten. Die Polizei stürmte am frühen Dienstagmorgen bundesweit 46 Vereinsheime und Wohnungen von Mitgliedern der Gruppe, um das von Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) angeordnete Verbot durchzusetzen. Schwerpunkt der Aktion gegen die deutschen Ableger des niederländischen Vereins Satudarah MC war Nordrhein-Westfalen.

Der Rockerclub sei bei seinen Verbrechen in Deutschland von Anführern aus den Niederlanden gesteuert worden, sagte de Maizière in Berlin. Die Rocker seien vor allem im Drogen- und Waffenhandel aktiv gewesen und hätten eine „schwerwiegende Gefährdung für die öffentliche Sicherheit“ dargestellt. In Nordrhein-Westfalen hatten sie unter anderem versucht, automatische Waffen zu verkaufen. „Das war nicht länger hinnehmbar“, betonte de Maizière.

Große Einsätze gab es laut Polizei etwa in Duisburg und Aachen. Doch auch in Baden-Württemberg, Bayern, Niedersachsen und Bremen waren Spezialkräfte der Polizei im Einsatz. „Ziel war es, das Vereinsverbot praktisch umzusetzen“, sagte ein Sprecher der Essener Polizei, die den Einsatz in Nordrhein-Westfalen leitete. Festnahmen gab es zunächst nicht.

Jäger: "Sie verachten den Rechtsstaat"

Bundesweit waren rund 1000 Polizisten im Einsatz. Sie fanden unter anderem Drogen, Schwerter, Schutzwesten, Munition und Macheten. Auch Westen, sogenannte Kutten, mit dem Emblem von Satudarah wurden beschlagnahmt. Bei einer gewaltbereiten Gruppe wie Satudarah MC sei es sinnvoll, eine große Zahl von Beamten in den Einsatz zu schicken, sagte de Maizière.

Der nordrhein-westfälische Innenminister Ralf Jäger (SPD) sagte über die Satudarah-Rocker: „Sie üben Selbstjustiz, sie verachten den Rechtsstaat.“ Um ihren Machtanspruch zu verteidigen, hätten sie auch vor Sprengstoffanschlägen nicht zurückgeschreckt.

Die Satudarah hatte nach früheren Angaben der Behörden seit 2012 von den Niederlanden aus in Deutschland und vor allem in Nordrhein-Westfalen Fuß gefasst. Mitglieder von Satudarah sind auch in den Niederlanden wegen Drogendelikten, unerlaubtem Waffenbesitz und Drogenverbrechen im Visier der Justiz. Dutzende Rocker waren in den vergangenen zwei Jahren festgenommen worden. Bislang ist der Rockerclub in den Niederlanden aber nicht verboten.

Neun Niederländer molukkischer Herkunft hatten den Club 1990 gegründet. Ihm gehören inzwischen Rocker verschiedener Nationalitäten an. Satudarah bedeutet in der Sprache der indonesischen Inselgruppe wörtlich „Ein Blut“. Der Club hatte 2014 nach eigenen Angaben weltweit 85 Abteilungen, davon rund 40 in den Niederlanden.

dpa

Polizeibericht

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