"Es war eine fünftägige Zurschaustellung von Arroganz, des Bewusstseins über die eigenen Privilegien und eines offensichtlich fehlenden Respekts für das Gesetz", klagte der Bezirksstaatsanwältin Caryn Datz am Ende des Prozesses über das Verhalten von Campus-Vergewaltiger James Wilkerson.

22-Jähriger verging sich an Mitstudentin

Sorge wegen Knast-Behandlung von Vergewaltiger: Mildes Urteil

Boulder - Er habe nach Rücksprache mit Experten befürchtet, der Vergewaltiger würde im Gefängnis durch Mitgefangene schlecht behandelt. Unter anderem damit begründete ein US-Richter sein Urteil über einen 22-Jährigen.

"Es war eine fünftägige Zurschaustellung von Arroganz, des Bewusstseins über die eigenen Privilegien und eines offensichtlich fehlenden Respekts für das Gesetz", klagte der Bezirksstaatsanwältin Caryn Datz am Ende des Prozesses gegenüber der "Daily Camera". "Er hat offen zugegeben, dass er wieder lügen würde, um sich Vorteile zu verschaffen." Selbst der verantwortliche Richter Patrick Butler räumte ein, dass der Angeklagte arrogant gewirkt habe. Dennoch gab es für den 22-Jährigen, der im März 2014 eine hilflose, betrunkene Mitstudentin an der University of Colorado-Boulder vergewaltigte, ein mildes Urteil. 

Zwei Jahre im offenen Vollzug bei 20 Jahren Bewährungszeit. Außerdem ein amtlicher Eintrag als Sexualstraftäter. Damit ist der junge Mann davongekommen. "Um ehrlich zu sein, ich hab' mir echt schwer mit der Frage getan 'stecke ich ihn in's Gefängnis?'", begründete der Richter sein Urteil. Seine Entscheidung begründete er, wie die Huffington Post berichtet, damit, dass er, nach Rücksprache mit Experten, befürchtet habe, der Vergewaltiger würde im Gefängnis durch Mitgefangene schlecht behandelt. "Ich weiß nicht, ob das für irgendeinen der Beteiligten ein gutes Ergebnis ist", räumte Butler ein. Zwar verdiene Wilkerson eine Bestrafung, aber auch seine Rehabilitations-Chancen müssten bedacht werden.

Auch Richter von Schicksal des Opfers erschüttert

"Zeigen Sie ihm genauso viel Gnade, wie er mir gegenüber hatte", forderte sein Opfer zuvor. Er hatte die junge Frau, die gerade erst mit dem Studieren angefangen hatte, auf perfide Weise in seine Gewalt gebracht. Freundinnen der auf einer Party stark betrunkenen Studentin hatte er versprochen, sie sicher nach Hause zu bringen. Stattdessen fiel er, als er sich unbeobachtet wähnte, über sie her. 

Bis heute habe sie Alpträume und eine erhebliche traumatische Belastung, erzählte das Opfer vor Gericht. Das Schlimmste seien jedoch die Zweifel und Schuldzuweisungen, seitens der Polizei, der Justiz und sogar der eigenen Familie gewesen. Selbst die eigene Mutter habe ihr vorgeworfen, in gewissem Maße an der Tat selbst durch ihren betrunken Zustand schuld gewesen zu sein. Richter Butler erkannte selbst an, dass die junge Frau Schreckliches durchgemacht habe. Doch sein Urteil wertete schließlich die Rehabilitationschancen und die Unversehrtheit des Täters als wichtiger.

Auf Twitter zeigten User Bestürzung über das Urteil:

hs

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