"Don't mark yourself as Jedi"

Darum sollen Australier sich nicht länger zur Spaßreligion "Jedi" bekennen

Canberra - Seit Jahren ist es eine Art Running Gag in Australien, bei der Volkszählung "Jedi" bei Religionszugehörigkeit einzutragen. Das finden jedoch nicht alle lustig.

Zehntausende Australier machen sich seit 15 Jahren einen Spaß daraus, bei der alle fünf Jahre stattfindenden Volkszählung auf die Frage nach ihrer Religionszugehörigkeit "Jedi" anzugeben. Atheistischen Aktivisten stößt der Scherz inzwischen bitter auf, da der Kontinent auf diese Weise religiöser erscheint als er ist. Rechtzeitig vor der nächsten Volkszählung am kommenden Dienstag baten sie deshalb alle Bürger, "nicht-religiös" anzukreuzen, wenn sie tatsächlich an nichts glauben.

"Wenn Du Dich von alten Männern in Soutanen nicht vertreten fühlst, dann bezeichne Dich nicht als Jedi", fordert die Stiftung der Atheisten in Australien auf einem Werbeplakat, auf dem Meister Yoda und andere berühmte Vertreter des Jedi-Ordens aus der "Star Wars"-Saga zu sehen sind. Sie weist darauf hin, dass die Statistiker alle Vertreter von Fantasie-Religionen in der Kategorie "Unbestimmte Religion" auflisten. Australien scheine dadurch "religiöser, als es wirklich ist". Dasselbe gilt auch für die "Pastafari", die Anhänger einer Spaßreligion, die das "fliegende Spaghettimonster" verehrt.

Die Vorsitzende der Stiftung, Kylie Sturgess, gestand, dass sie selbst schon einmal "Jedi" als ihre Religion angegeben habe. Doch bei den Statistikern komme der Scherz nicht an, sagte sie. "Außerdem kommt er langsam in die Jahre."

Der Scherz geht auf eine alte E-Mail-Kampagne zurück, in der fälschlicherweise behauptet wurde, dass der australische Staat "Jedi" als Religion anerkennen muss, wenn sich mindestens 8000 Bürger dazu bekennen. Bei der Volksbefragung 2001 bezeichneten sich daraufhin über 70.500 Bürger als "Jedi"-Ritter - was bedeuten würde, dass mehr Australier an die "Macht" glauben, als die Heilsarmee Mitglieder hat. Zehn Jahre später waren es immer noch 64.390.

"Jedi-Gläubige" gibt es in großer Zahl auch in Neuseeland, Kanada sowie in England und Wales. Bei der Volksbefragung vor zehn Jahren in England und Wales gaben 390.000 Menschen und damit sieben Prozent der dortigen Bevölkerung ihre Religion mit "Jedi" an. In den dortigen Statistiken zählen sie aber als Atheisten. In Tschechien bekannten sich 2011 immerhin 15.070 Anhänger zum "Jediismus".

dpa

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