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Drei Jahre nach dem Unglück der "Costa Concordia" sehen Überlebende und Angehörige von Opfern in Deutschland in Kapitän Schettino die Schlüsselfigur.

"Costa Concordia"-Überlebende wünschen Kapitän Haftstrafe

Marl - Deutsche Überlebende und Angehörige von Opfern des "Costa Concordia"-Unglücks hoffen im Prozess gegen Kapitän Francesco Schettino auf Genugtuung.

"Schettino soll zu einer Freiheitsstrafe ohne Bewährung verurteilt werden, sagen meine Mandaten. Die Länge der Haftstrafe ist ihnen egal", sagte Opfer-Anwalt Hans Reinhardt der Deutschen Presse-Agentur in Marl (Nordrhein-Westfalen). Reinhard vertritt 30 Betroffene. Sie treten als Nebenkläger im Strafprozess in Italien auf. "Interviews wollen sie nicht mehr geben", heißt es.

Insgesamt 32 Menschen, darunter 12 Deutsche, kamen ums Leben, als das Kreuzfahrtschiff mit mehr als 4200 Passagieren und Besatzungsmitgliedern im Januar 2012 vor der Mittelmeer-Insel Giglio auf einen Felsen fuhr und kenterte. Schettino steht seit eineinhalb Jahren unter anderem wegen fahrlässiger Tötung und Körperverletzung vor Gericht. Das Urteil wird in der kommenden Woche erwartet.

Die Schadenersatzansprüche seiner Mandanten seien inzwischen weitgehend befriedigt, sagte Anwalt Reinhard. In fünf Fällen gehe es noch um Wertsachen, die auf dem Schiff zurückgeblieben seien. "Es geht unter anderem um wertvollen Schmuck, der im Safe lag." Der Wert der noch nicht zurückgegebenen Gegenstände liege insgesamt im sechsstelligen Eurobereich. Falls die Sachen vom Salzwasser zerfressen seien, müsse Schadenersatz gezahlt werden. Die übrigen Ansprüche seien inzwischen abgegolten, sagte Reinhardt. Es habe Gerichtsverfahren und außergerichtliche Einigungen mit dem Veranstalter und der Reederei gegeben. Die Summen lägen im fünf- und sechsstelligen Bereich.

Aus Sicht der Anklage trägt Schettino die Hauptschuld. Die Staatsanwaltschaft fordert 26 Jahre und drei Monate Haft. Aus Sicht der Verteidigung ist die Forderung völlig unverständlich. Die Anwälte von Schettino setzen ihre Schlusslädoyers am Montag fort. Der Prozess im toskanischen Grosseto musste am Freitag wegen Fiebers des Angeklagten unterbrochen werden. Ursprünglich war das Urteil am Montag erwartet worden. Das ist nun unwahrscheinlich.

dpa

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