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Hier wurden die Überreste eines Kinderskeletts entdeckt. Foto: Daniel Karman

DNA-Analyse soll Gewissheit über Peggys Schicksal bringen

Vor 15 Jahren ist die neunjährige Peggy aus Oberfranken spurlos verschwunden. Sie war auf dem Heimweg von der Schule. Nun wurden Teile eines Kinderskeletts gefunden. Handelt es sich um die sterblichen Überreste des Mädchens? Mit Spannung wird die DNA-Analyse erwartet.

Lichtenberg (dpa) - Im Fall der vor 15 Jahren verschwundenen Peggy aus Oberfranken soll die DNA-Analyse endlich Gewissheit über das Schicksal des neunjährigen Mädchens bringen.

Die Gerichtsmediziner der Friedrich-Schiller-Universität in Jena werden das Ergebnis der genetischen Analyse voraussichtlich am Nachmittag vorlegen. Dann wird feststehen, ob es sich bei den in einem Wald gefundenen Teilen eines Kinderskeletts tatsächlich um die sterblichen Überreste des Mädchens handelt.

Ein Pilzsammler hatte am vergangenen Samstag in einem Waldstück die Überreste eines Kinderskeletts entdeckt. Die Knochen lagen in einem Waldstück in Thüringen etwa 15 Kilometer vom Heimatort des Mädchens im oberfränkischen Lichtenberg entfernt. Nach Einschätzung der Ermittler stammen die Skelett-Teile "höchstwahrscheinlich" von der Neunjährigen. Auch mehrere Gegenstände, die im Bereich des Fundorts zwischen Rodacherbrunn (Saale-Orla-Kreis) und Nordhalben (Landkreis Kronach) sichergestellt worden sind, sollen auf die Neunjährige hindeuten. Endgültige Gewissheit werde aber erst der DNA-Abgleich bringen, hatten die Ermittler am Montag betont.

Peggy war am 7. Mai 2001 auf dem Heimweg von der Schule verschwunden. Seitdem fehlte von dem Mädchen jede Spur. Sollten die gefundenen Knochen tatsächlich von Peggy stammen, stehen die Ermittler vor einer Fülle offener Fragen. Ist das Mädchen einem Gewaltverbrechen zum Opfer gefallen oder kommt auch ein Unfalltod infrage? Wenn es Mord gewesen sein sollte, lässt sich dieser nach so vielen Jahren überhaupt noch sicher nachweisen? Und ist der Fundort der Knochen auch der Tatort? Nach der DNA-Analyse steht eine intensive Auswertung der zahlreichen Spuren an, die am Fundort gesichert wurden. "Das Ganze dauert sicherlich noch eine Zeit an", sagte ein Polizeisprecher. Offen ist, ob das Rätsel um Peggys Verschwinden jemals ganz geklärt werden kann.

2002 hatten die Ermittler einen geistig behinderten Mann als Tatverdächtigen präsentiert. Er habe Peggy ermordet, um zu vertuschen, dass er sie sexuell missbraucht habe, hieß es damals. Der Mann wurde 2004 als Peggys Mörder verurteilt, 2014 jedoch in einem Wiederaufnahmeverfahren freigesprochen. Die Ermittlungen gegen Unbekannt waren beständig weitergeführt worden, doch auch andere Spuren hatten bislang keinen Durchbruch gebracht.

Pressemitteilung Ermittler Bayreuth

Pressemitteilung Staatsanwaltschaft Gera

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