Boston Marathon
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Rettungskräfte transportieren Verletzte nach den Explosionen am Zieleinlauf des Boston Marathon.

Mehrere Menschen getötet

Bombenanschlag beim Boston-Marathon

Washington - Bomben waren offenbar die Ursache für die zwei Explosionen am Rande des Marathonlaufs in Boston. Das teilten die Organisatoren des Wettkampfs am Montag auf ihrer Facebookseite mit. Mehrere Menschen wurden getötet.

Bei einem mutmaßlichen Doppelanschlag auf den Marathonlauf in Boston sind mindestens zwei Menschen ums Leben gekommen und 23 verletzt worden. Die US-Zeitung "New York Post" berichtet aktuell gar von zwölf Toten. Unter den Opfern ist auch ein achtjähriger Junge.

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Die Organisatoren des Wettkampfes sagten am Montag, zwei Bomben hätten die Explosionen nahe der Ziellinie verursacht. Aus Geheimdienstkreisen wurde bekannt, dass zwei weitere mutmaßliche Bomben am Rande des Marathonlaufs entdeckt wurden. Entschärfungsarbeiten waren im Gange.

Nach den beiden Explosionen brach unter den Zuschauern des Boston-Marathons Panik aus.

Ein Sportler sagte, er habe mindestens zwölf Menschen mit schweren Verletzungen gesehen. Ein anderer berichtete, er habe mindestens 30 Menschen gesehen, denen Körperteile fehlten. Rettungskräfte trugen blutende Menschen zu einem medizinischen Versorgungszelt. Sportler und Helfer flohen vor dem Chaos. Rauch stieg am Ort der Explosionen auf. Filmaufnahmen von einem Helikopter zeigten Blutlachen auf der Straße. Etwa eine Stunde später war eine dritte Explosion zu hören, nachdem die Behörden vor einem lauten Knall durch einen Wasserwerfer gewarnt hatten. Genauere Hinweise lagen zunächst nicht vor.

Explosionen beim Boston Marathon - Mehrere Verletzte

Bomben-Anschlag beim Boston Marathon

Die Polizei leitete die Nachzügler des Rennens gemäß eines Notfallplans um. Ein nahe gelegenes Hochhaus mit einem Einkaufszentrum wurde laut Medienberichten aus Sicherheitsgründen evakuiert. Über dem Ort der Explosionen wurde im Umkreis von 5,6 Kilometern eine Flugverbotszone eingerichtet.

Die Polizei in New York und auch in der britischen Hauptstadt London erhöhte ihre Sicherheitsvorkehrungen. Am kommenden Sonntag soll in London ein großer Marathonlauf mit rund 37.500 Teilnehmern stattfinden. Die Behörden wollten nach eigenen Angaben ihr Sicherheitskonzept überarbeiten.

US-Präsident Barack Obama wurde über den Vorfall in Kenntnis gesetzt. Die Regierung teilte mit, sie stehe mit den örtlichen Behörden in Kontakt. Obama wies an, den Ermittlern jegliche Unterstützung zukommen zu lassen.

"Da waren blutüberströmte Menschen"

Die Detonationen ereigneten sich gut zwei Stunden nachdem die ersten Läufer die Zielgerade überquert hatten. Es gab einen lauten Knall und wenige Sekunden später folgte die zweite Explosion. Laura McLean, eine Läuferin, bestätigte, sie habe zwei Explosionen vor dem medizinischen Versorgungszelt gehört. „Da waren blutüberströmte Menschen“, sagte sie. Die Verletzten seien in das Zelt gebracht worden. Ein anderer Augenzeuge berichtete, viele Menschen hätten am Boden gelegen.

Der Wettlauf in Boston ist der älteste und angesehenste Marathonlauf der Welt.

Zwei weitere Sprengkörper

Beim Marathonlauf in Boston sind nach Angaben von US-Medien zwei weitere Sprengkörper entdeckt worden. Dies stärke den Verdacht, dass ein Terroranschlag Ursache des Blutbads gewesen sei.

Deutsche Läuferin am Anschlagsort

Langstreckenläuferin Sabrina Mockenhaupt hat die Folgen der Explosionen beim Boston Marathon in ihrem Hotel verfolgt, etwa 200 Meter vom Zielbereich entfernt. „Hier sitzen alle vor dem Fernseher, schauen die Bilder auf CNN. Draußen werden jetzt die Verletzten weggetragen. Sie wurden erst in das weiße Zelt gebracht, durch das ich vor wenigen Minuten nach meiner Zielankunft noch durchgelaufen bin. Unglaublich. Unfassbar. Ich bin total geschockt“, sagte die 32-Jährige im Gespräch mit der WAZ. Die Explosionen habe sie nicht direkt miterlebt. „Ich bin nach dem Rennen in mein Hotelzimmer unter die Dusche gegangen. Als ich wieder zurück in die Hotellobby kam, war plötzlich alles anders“, sagte Mockenhaupt. Sie habe „sehr viele Verletzte, Polizei und Helfer“ gesehen, das Hotel durfte vorerst niemand verlassen. Für Mockenhaupt war es der erste Marathon in den USA, schon vor der Veranstaltung habe sie „ein komisches Gefühl“ gehabt. „Es passieren ja so viele Dinge. Und der Boston-Marathon ist eine der größten Sportveranstaltungen in den USA. Schrecklich, was hier passiert ist“, sagte die Läuferin von der LG Sieg.

New York verstärkt Polizeipräsenz

Nach den Explosionen beim Boston-Marathon hat die Polizei die Sicherheitsvorkehrungen in der Millionenmetropole New York verstärkt. Hotels und bekannte Gebäude würden bis auf weiteres Fahrzeugen strenger bewacht, berichteten US-Medien am Montag unter Berufung auf einen Polizeisprecher. Die verstärkte Polizeipräsenz würde mindestens so lange aufrechterhalten, bis Näheres über die Explosionen in Boston bekannt sei.

dpa/fro/AP/sid

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