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La Palma in Flammen: Tausende Hektar Wald sind dem Feuer zum Opfer gefallen. Foto: Brif

Feuer zerstört auf La Palma 3000 Hektar Pinienwald

Im Natur- und Urlaubsparadies La Palma hat die Unachtsamkeit eines Deutschen zur Zerstörung von mindestens 3000 Hektar Wald geführt. Die von einem Brand vernichtete Fläche ist größer als die Norderneys.

Santa Cruz de La Palma (dpa) - Das wohl von einem Deutschen verursachte Feuer auf der Kanaren-Insel La Palma ist auch nach 48 Stunden noch außer Kontrolle gewesen. Der Brand hatte nach Behördenangaben im Süden des spanischen Urlaubs- und Naturparadieses bereits mehr als 3000 Hektar Pinienwald zerstört.

Dabei handelt es sich um eine Fläche, die größer als die Nordseeinsel Norderney ist. Touristen waren nicht direkt betroffen. Während sich die Flammen in den Gemeinden El Paso und Fuencaliente weiter durch die schwer zugänglichen Hügel um den Naturpark Cumbre Vieja Richtung Süden fraßen, wuchs bei den Verantwortlichen und den Anwohnern die Sorge. "Das ist die Hölle", sagte ein älterer Anwohner dem spanischen TV-Sender "RTVE" den Tränen nahe.  

Ein 27-jähriger Deutscher ohne festen Wohnsitz habe eingeräumt, im Freien seine Notdurft verrichtet und das benutzte Klopapier anschließend angezündet zu haben, hatte die paramilitärischen Polizeieinheit Guardia Civil (Zivilgarde) mitgeteilt. Der schon am Mittwoch festgenommene Mann sollte einem Richter vorgeführt werden. Ihm droht eine Haftstrafe. 

Die Polizei und das Gericht wollten auf Anfrage vorerst keine Angaben zur Identität und zur Herkunft des Verdächtigen machen. Nach Medienangaben handelt es sich um einen Aussteiger, der in einer Höhle in den Hügeln lebte. Die Zeitung "El País" schrieb am Freitag in der Onlineausgabe, der Mann sei mehrfach wegen "kleinerer Diebstähle" angezeigt worden.

Beim Feuer war am Donnerstag ein Forstmitarbeiter ums Leben gekommen. Der fünffache Vater wurde wahrscheinlich schon Mittwochabend bei der Arbeit von den Flammen eingeschlossen. Um weitere menschliche Opfer zu vermeiden, seien in der Nacht zum Freitag in Fuencaliente weitere 1800 Anwohner vorsorglich in Sicherheit gebracht worden, teilte der kanarische Notdienst mit. Die Zahl der Evakuierten kletterte damit auf etwa 2500.

Mehr als 200 Menschen - darunter Soldaten, Feuerwehrmänner und Polizisten sowie Mitarbeiter des Zivilschutzes, des Roten Kreuzes und der Forstbehörden - kämpften weiter gegen die Flammen. Nach Sonnenaufgang konnte zudem der Einsatz von der Luft aus mit nunmehr acht Hubschraubern und drei Löschflugzeuge verstärkt wiederaufgenommen werden.

"Die Lage ist schwierig", sagte ein Sprecher der regionalen Behörde für Sicherheit und Notfälle der spanischen Nachrichtenagentur efe. Auch der auf die Insel geflogene kanarische Regierungschef Fernando Clavijo wollte keine falschen Hoffnungen wecken: "Die Löscharbeiten werden wohl Tage in Anspruch nehmen", sagte er vor Journalisten.

Starke Winde und eine geringe Luftfeuchtigkeit erschwerten die Löscharbeiten. Zudem ist die Vegetation sehr trocken und die Temperaturen liegen um die 35 Grad. Grauschwarze Rauchwolken waren weiter von vielen Punkten der Atlantik-Insel aus zu sehen. 

Nicht nur der Deutsche und die Klimabedingungen werden für die Feuer verantwortlich gemacht. Die Brandexpertin der Naturschutzorganisation WWF, Lourdes Hernández, sagte der Zeitung "El Mundo": "80 Prozent der Mittel werden für Brandbekämpfung und nur 20 für Vorbeugung ausgegeben. Das ist falsch."

Bericht im TV-Sender RTVE

Kanarischer Notdienst auf Twitter

El Pais

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