Die Spurensicherung hat die Einschusslöcher in Pistorius&#39 Badezimmertür markiert. Foto: Antoine de Ras/Archiv
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Die Spurensicherung hat die Einschusslöcher in Pistorius' Badezimmertür markiert. Foto: Antoine de Ras/Archiv
Richterin Thokozile Masipa hat eine Berufung gegen Oscar Pistorius zugelassen. Foto: Kim Ludbrook
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Richterin Thokozile Masipa hat eine Berufung gegen Oscar Pistorius zugelassen. Foto: Kim Ludbrook
Pistorius&#39 Anwalt Barry Roux hatte sich vergeblich gegen ein Berufungsverfahren gewehrt. Foto: Kim Ludbrook
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Pistorius' Anwalt Barry Roux hatte sich vergeblich gegen ein Berufungsverfahren gewehrt. Foto: Kim Ludbrook
Reeva Steenkamp war 29 Jahre alt, als sie starb. Foto: Timothy Bernard/Archiv
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Reeva Steenkamp war 29 Jahre alt, als sie starb. Foto: Timothy Bernard/Archiv
Erfolg für Staatsanwalt Gerrie Nel: Das Gericht hat seinen Berufungsantrag zugelassen. Foto: Kim Ludbrook
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Erfolg für Staatsanwalt Gerrie Nel: Das Gericht hat seinen Berufungsantrag zugelassen. Foto: Kim Ludbrook
Oscar Pistorius muss sich erneut vor Gericht verantworten. Foto: Herman Verwey/Archiv
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Oscar Pistorius muss sich erneut vor Gericht verantworten. Foto: Herman Verwey/Archiv

Fall Pistorius wird neu aufgerollt: Anklage will Mord-Urteil

Pretoria (dpa) - Der Prozess gegen Paralympics-Star Oscar Pistorius wird neu aufgerollt. Richterin Thokozile Masipa ließ eine Berufung zu, in der die Verurteilung des beinamputierten Sprinters wegen fahrlässiger Tötung überprüft werden soll.

Die Staatsanwaltschaft will ihn wegen Mordes verurteilt sehen, was eine weit höhere Gefängnisstrafe zur Folge hätte. Die Verteidigung hatte sich gegen ein Berufungsverfahren gewehrt. Für den inhaftierten Pistorius beginnen damit neue Monate der Unsicherheit.

Die Richterin gab dem Berufungsantrag der Staatsanwaltschaft nicht in allen Punkten statt. Sie ließ es nicht zu, auch das Strafmaß von fünf Jahren Haft, zu dem der 28-Jährige vor sieben Wochen in Pretoria verurteilt wurde, neu zu verhandeln.

Sollte das Berufungsgericht in Bloemfontein Pistorius jedoch des Mordes schuldig befinden, könnte es trotzdem eine höhere Gefängnisstrafe verhängen. Auf Mord stehen in Südafrika mindestens 15 Jahre Haft und höchstens lebenslänglich, was zumeist 25 Jahre Gefängnis bedeutet.

Pistorius hatte im Februar 2013 seine Freundin Reeva Steenkamp mit vier Schüssen durch eine geschlossene Badezimmertür getötet. Der Paralympics-Star beteuert, er habe einen Einbrecher im Haus vermutet. Nach dem gegenwärtigen Strafmaß könnte der frühere Superstar schon nach zehn Monaten aus dem Gefängnis entlassen und unter Hausarrest gestellt werden.

Der Sprecher der Anklage, Nathi Mncube, begrüßte die Entscheidung der Richterin, eine Berufung zuzulassen. "Das ist es, was wir wollten." Nun sei das Berufungsgericht am Zug. "Sie müssen uns ein Datum geben", sagte er. Dies könne bis zu einem Jahr dauern.

"Ich habe Vertrauen in die Justiz", sagte Henk Pistorius, der Vater des Sprinters, Journalisten nach der Anhörung. "Soweit hätte es nicht kommen sollen", fügte er hinzu. Aber sein Sohn sei es gewöhnt, mit schwierigen Situationen umzugehen.

Ein Anwalt der Opferfamilie, Dup de Bruyn, teilte mit, Reeva Steenkamps Eltern June and Barry wollten, dass die Gerechtigkeit ihren Lauf nehme.

Im Berufungsverfahren werden Anklage und Verteidigung ihre Positionen darlegen. Zeugen werden dort nicht neu vernommen, so dass ein Verfahren in der Regel nur wenige Verhandlungstage in Anspruch nimmt. Pistorius muss dabei nicht anwesend sein.

Staatsanwalt Gerrie Nel hatte bei einer Anhörung am Dienstag gesagt, das bisherige Strafmaß sei "auf schockierende Weise" zu milde. Pistorius habe genau gewusst, was er tat, als er mehrfach durch die Badezimmertür schoss. Deswegen müsse er wegen Mordes verurteilt werden.

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