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Bundeskanzlerin Angela Merkel fuhr am Eröffnungstag durch den neuen Tunnel.

News-Blog und Bilder

Gotthard: Längster Eisenbahntunnel der Welt feierlich eröffnet

Luzern - Der längste Eisenbahntunnel der Welt ist eröffnet: Am Mittwoch rollte zum ersten Mal ein Zug durch den Gotthard-Basistunnel in der Schweiz. Unser News-Blog.

  • Nach 17 Jahren Bauzeit eröffnete der Gotthard-Basistunnel am 1. Juni 2016.
  • Mit 57 Kilometern ist es der längste Eisenbahntunnel der Welt.
  • Angela Merkel und Alexander Dobrindt reisten zur Eröffnung in die Schweiz.

>>> AKTUALISIEREN <<<

+++ Am 11. Dezember startet der Regelbetrieb. Täglich können in den beiden Röhren bis zu 260 Güterzüge und 65 Personenzüge verkehren. Allerdings werden bis zur vollen Auslastung des Tunnels noch einige Jahre vergehen.

+++ Der offizielle Staatsakt ist vorbei. Die bei der Feier erschienenen hochrangigen Politiker übermittelten der Schweiz ihr Lob für das "Jahrhundertwerk", wie der Schweizer Präsident Schneider-Ammann den Gotthard-Tunnel bezeichnete. Der Tunnel ist ein ganz zentraler Baustein für das Ziel, den Güterverkehr zwischen der Nordsee und dem Mittelmeer stärker auf die Schiene zu verlagern.

+++ Der Tunnel wurde offiziell an die SBB (Schweizerische Bundesbahnen) übergeben.

+++ Durch die Eröffnung des Tunnels werden künftig wohl täglich bis zu 100 Güterzüge mehr ins Mittelrheintal fahren. "Das bedeutet mehr Erschütterungen und Lärm", sagt Willi Pusch, Vorsitzender der "Bürgerinitiative im Mittelrheintal gegen Umweltschäden durch die Bahn". Bislang durchqueren das Gebiet täglich rund 400 Züge, darunter etwa 250 Güterzüge.

+++ "Frankreich verneigt sich vor der Schweiz", zollt Staatschef Francois Hollande dem Nachbarland Respekt.

+++ Im Rahmen der Eröffnungsfeier kam es zu einer Gedenkminute für die neun Menschen, die beim Bau des Tunnels ihr Leben verloren haben.

+++ Übrigens: Italiens Ministerpräsident Matteo Renzi ist bereits wieder abgereist.

+++ Der österreichische Bundeskanzler Christian Kern lobt die Schweizer Bauarchitekten: "Was sie hier erreicht haben, ist ein außergewöhnliches Projekt mit einer Ingenieurskunst, die ihresgleichen sucht."

+++ Hier einige Aussagen von Bundeskanzlerin Angela Merkel zum Nachlesen:

"Es ist ein wunderbarer Tag, der den Süden mit dem Norden verbindet." (Merkel über die europäische Bedeutung des Projekts)

"Wir wissen, dass wir verspätet sind. Der Gotthardtunnel ist sozusagen das Herz, aber die Aorta fehlt noch." (Merkel über die Verpflichtung Deutschlands, den Ausbau der Rheintalstrecke voranzutreiben)

+++ Italiens Premierminister Matteo Renzi im SRF: "Das ist ein großartiges Werk und nützt nicht nur der Schweiz." Der 41-Jährige fügt hinzu: "In Zeiten, in denen manche Mauern möchten, hat die Schweiz mit dem Bau eines Tunnels ein fantastisches Zeichen gesetzt."

+++ Der VIP-Zug ist unterwegs. Mit dabei auch die Politiker Merkel, Hollande, Renzi und Schneider-Ammann.

+++ Um ca. 13:30 Uhr soll ein VIP-Zug durch den Tunnel fahren. Vermutlich wird darin auch Frau Merkel Platz nehmen.

+++ Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel, sowie der französische Präsident Francois Hollande sind wie erwartet eingetroffen.

+++ Die Eröffnungszüge sind inzwischen an den Endstationen angekommen. Zudem begrüßte Bundespräsident Schneider-Ammann vor Kurzem den italienischen Premier Matteo Renzi.

+++ Bundesrätin Doris Leuthard bezeichnet den Tunnel als "ein Symbol für Offenheit und für Fortschritt". "Wir verstärken damit den Zusammenhalt in der Schweiz und in Europa."

+++ Schneider-Ammann würdigte die Eröffnung als "historischen Tag". An der Fertigstellung des "Jahrhundertwerks" hätten mehrere Generationen mitgewirkt. "Es ist ein wichtiger Schritt für die Schweiz, für unsere Nachbarn und den Rest des Kontinents", sagte das Schweizer Staatsoberhaupt.

+++ Es ist soweit: Bundespräsident Schneider-Ammann hat den neuen Gotthard-Tunnel mit einem "Bahn frei" eröffnet. Auf das Signal hin fuhren zwei Züge mit jeweils 500 Bürgern vom Nord- und Südportal aus in den 57 Kilometer langen Eisenbahntunnel.

+++ Um 12 Uhr eröffnen Bundespräsident Schneider-Ammann in Erstfeld und Verkehrsministerin Doris Leuthard in Pollegio mit ihren Ansprachen zeitgleich den Tunnel.

+++ Der Schweizer Bundespräsident Johann Schneider-Ammann ist inzwischen eingetroffen. Gegenüber dem Fernsehsender SRF sagte der 64-Jährige: "Es ist ein historischer Tag für die Schweiz. Auch für mich ist das einer der wichtigsten Tage in meiner bundesrätlichen Karriere."

+++ 1.000 per Los ermittelten Schweizer wird eine besondere Ehre zu teil: Sie gehören zu den ersten Passagieren der Eröffnungszüge. Die Regierung und die Schweizerischen Bundesbahnen danken damit der Bevölkerung, die dem Bau des Tunnels per Volksentscheid zugestimmt hat. Insgesamt waren 160.000 Bewerbungen eingegangen.

+++ Zur Eröffnung des längsten Eisenbahntunnels der Welt reisen heute hochrangige Gäste in die Schweiz - unter ihnen neben den Staats- und Regierungschefs von Frankreich und Italien auch Bundeskanzlerin Angela Merkel und Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt.

Eröffnung des Gotthard-Tunnels: Der "historische Tag" in Bildern

Der Gotthard-Basistunnel in Zahlen und Fakten

+++ Streckenführung: Zwischen Erstfeld (Kanton Uri) und Bodio (Kanton Tessin). Die Strecke ist eben, ohne nennenswerte Steigungen und enge Kurven.

+++ Geschwindigkeiten: Personenzüge sollen in der Regel mit 200 Stundenkilometern fahren, Güterzüge mit 100. Möglich sind Höchstgeschwindigkeiten bis 250 km/h, für Güterzüge zu 160 km/h.

+++ Zeitgewinn (nach Endausbau ab 2020): 45 Minuten zwischen Zürich und Lugano.

+++ Wirtschaftlichkeit: Statt 180 Güterzüge pro Tag - wie im alten Gotthard-Tunnel - können 260 Güterzüge verkehren. Hinzu kommen 65 Personenzüge. Die ebene Strecke auf nur 530 Meter über dem Meeresspiegel macht längere Züge mit mehr Gewicht, weniger Loks und kürzere Fahrtzeiten möglich.

+++ Umwelt: Weite Teile des Güterverkehrs durch die Alpen sollen künftig von der Straße auf die Schiene verlagert werden können.

+++ Arbeitskräfte: 2400 Beschäftigte waren in Spitzenzeiten tätig, gearbeitet wurde rund um die Uhr in drei Schichten.

+++ Steinmassen: Für die beiden einspurigen Hauptröhren sowie die Sicherheits-, Belüftungs- und Querstollen wurde 152 Kilometer lange Strecken aus dem Gestein gebrochen - insgesamt 28,2 Millionen Tonnen.

+++ Kosten: 23 Milliarden Franken (21,5 Mrd. Euro) - einschließlich der Nebentunnel (Lötschberg und Ceneri) sowie Gleis- und Bahntechnik.

+++ Beginn des normalen Fahrbetriebs: Geplant nach 3000 weiteren Testfahrten für den 11. Dezember 2016

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