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Apotheke in Hamburg: Die Grippewelle hat den Norden erreicht. Foto: Axel Heimken

Grippewelle schwappt höher: Kliniken überlastet

Berlin (dpa) - Die Grippewelle in Deutschland schwappt gen Norden und steigt weiter an: Allein in der vergangenen Woche wurden bundesweit über 7000 neue Influenzafälle gemeldet. Insgesamt kletterte die Zahl der im Labor bestätigten Diagnosen seit Herbst damit auf bald 27 000.

Das teilte die Arbeitsgemeinschaft Influenza (AGI) des Robert Koch Instituts mit. Es gibt aber eine hohe Dunkelziffer, da nicht jeder Fall gemeldet wird.

Vom Süden her breiten sich Influenza und grippeähnliche Infekte nunmehr fast flächendeckend bis in den hohen Norden aus. "Stark erhöhte Influenza-Aktivität", meldet die AGI für alle Teile Deutschlands. Auch die Zahl der Arztbesuche schnellte deutlich nach oben. "Das erlaubt aber noch keine direkten Rückschlüsse auf das Ausmaß der Grippewelle", betonte Susanne Glasmacher vom RKI. Erst im Nachgang könne die Heftigkeit bewertet werden.

In den besonders von Grippe betroffenen Regionen sind viele Krankenhäuser jedoch bereits komplett dicht. "Die Lage ist regional unterschiedlich, aber teilweise stehen die Krankenhäuser sehr unter Druck", sagte Holger Mages von der Deutschen Krankenhausgesellschaft der Deutschen Presse-Agentur. Grundsätzlich versuchten die Kliniken zusätzliche Kapazitäten vorzuhalten. Doch die Lage in den Notaufnahmen werde dadurch verschärft, dass viele Patienten statt zum Hausarzt direkt in die Krankenhausambulanz gingen.

"Die Notaufnahmen in Bayern sind alle komplett voll", sagte der Sprecher der Landeskrankenhausgesellschaft, Eduard Fuchshuber. "Die Grippe und die Wintergeschichten kommen zu der eh angespannten Situation in den Notaufnahmen nun noch hinzu. So extrem wie dieses Jahr hab ich es noch nicht miterlebt." Ähnlich überfüllt ist die Situation in vielen Kliniken Baden-Württembergs, so die dortige Krankenhausgesellschaft.

Auch aus Niedersachsen melden viele Krankenhäuser Land unter. "Es ist ein flächendeckendes Problem, aber besonders stark betroffen sind die Ballungsräume", sagt Helge Engelke von der Landeskrankenhausgesellschaft in Hannover. So mussten in Braunschweig zwischenzeitlich Patientenbetten auf dem Flur stehen.

Eng wird es auch dadurch, dass diagnostizierte Grippepatienten wegen der Ansteckungsgefahr einzeln untergebracht werden müssen. Außerdem werden in vielen Häusern seit Jahren Betten und auch Personal abgebaut.

In einzelnen hessischen Kliniken hat sich die Lage wegen der Grippewelle dagegen wieder etwas entspannt, auch wenn es nach wie vor viele aktuelle Krankheitsfälle gibt. Von einer Trendwende könne noch nicht gesprochen werden, meinte Brigitte Wagner, Geschäftsführerin des Klinikverbunds Hessen, am Mittwoch. "Wir sind wieder aufnahmebereit", sagte eine Sprecherin des Sana Klinikums Offenbach. Ende vergangener Woche seien wegen Überfüllung keine Aufnahmen in die internistischen Abteilung möglich gewesen.

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