Bewegende Mitteilung der Familie

Heimatort trauert um Hai-Opfer Jana L.

Hawaii - Nach einem Hai-Angriff vor Hawaii hat eine junge Frau aus Hessen eine Woche lang um ihr Leben gekämpft - und verloren. Zurück bleiben Trauer und Bestürzung - und viele Fragen.

Die vor Hawaii von einem Hai angefallene Deutsche ist tot. Eine Woche nach dem Angriff vor der Insel Maui erlag die 20 Jahre alte Jana am Mittwoch ihren schweren Verletzungen. Ein Hai hatte der jungen Frau aus Nordhessen den rechten Arm abgerissen, als sie knapp 50 Meter vom Strand entfernt schnorchelte.

Jana hat hart um ihr Leben gekämpft. Wir sind sehr traurig, mitteilen zu müssen, dass sie diesen Kampf heute verloren hat“, erklärten das Krankenhaus und die Familie des Opfers am Mittwochabend (Ortszeit) in einer Mitteilung. „Jana war eine sehr schöne und starke junge Frau, die immer gelacht hat und wir werden sie immer so in Erinnerung behalten.“ Janas Mutter und Schwester bedankten sich in der Mitteilung für die Anteilnahme in der ganzen Welt und bei den Ärzten und Krankenschwestern des Maui Memorial Medical Center.

In Janas Heimatgemeinde Zierenberg, in der die junge Frau unter anderem im Karnevalsverein und in einem Kirmesteam engagiert war, herrschte Trauer. „Die Stadt ist bestürzt über den tragischen Tod von Jana L.“, sagte Bürgermeister Stefan Denn. „Die ganze Stadt trauert mit ihrer Familie.“ Es sei wichtig, den Angehörigen und Freunden Ruhe und Raum zu geben, damit sie trauern und Abschied nehmen könnten.

Die junge Deutsche war mit zwei Freunden im Wasser, als sie der Hai angriff. Ihre Freunde brachten sie aus dem Wasser und wurden dabei von einem Pastor aus Kalifornien unterstützt, der trotz der Haigefahr sofort ins Wasser gelaufen war. Pastor Rick Moore zeigte sich jetzt bestürzt über den Tod der 20-Jährigen. „Ich bin fassungslos, untröstlich und am Boden zerstört“, sagte der 57-Jährige. „Ich hatte so gehofft, dass ein Wunder geschieht und sie durchkommt.“

Auch der Leiter von Hawaiis Umweltbehörde DLNR, William Aila, sprach der Familie sein Beileid aus. „Als Inselstaat sind wir uns bewusst, dass wir alle Besucher in dieser natürlichen Umgebung sind und dass bedauerliche Vorfälle wie dieser passieren können“, sagte er. Es werde aber weiter an Möglichkeiten geforscht, die Sicherheit zu erhöhen. 

So will Hawaii angesichts vermehrter Attacken in jüngster Zeit die Bewegung der Tigerhaie vor seinen Küsten genauer erforschen. „Wir verfolgen die letzten Haiangriffe mit großem Interesse“, sagte Aila. „Es scheinen aber unabhängige Ereignisse mit Haien unterschiedlicher Art und Größe zu sein.“

Hawaii zählt jedes Jahr etwa vier Hai-Angriffe - in diesem Jahr waren es aber schon acht, vier davon in den vergangenen Wochen. Nur vier Tage nach dem Angriff auf die junge Deutsche hatte in der Pohoiki-Bucht ein Hai einen 16-jährigen Surfer an den Beinen verletzt. Doch selbst wenn keine lebenswichtigen Organe betroffen sind, machen Schock und Blutverlust Hai-Angriffe zu einer tödlichen Gefahr.

Eigentlich werden die meisten Angriffe erst im Herbst verzeichnet. Den letzten tödlichen Angriff hat es vor fast 10 Jahren gegeben. Im April 2004 starb ein 57 Jahre alter Surfer ebenfalls vor der Küste von Maui.

Zwei Tage vor dem Angriff hatte der Sender CNN vom stark wachsenden Trend „Schwimmen mit Haien“ berichtet. Mit den Raubfischen zusammen zu sein, sei „eine der großartigsten Taucherfahrungen, die es gibt“. Die Branche boome und habe einen Jahresumsatz von einer halben Milliarde Dollar. Eines der empfohlenen Reiseziele: Hawaii.

dpa

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Rubriklistenbild: © AFP (Symbolbild)

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