+
Hurrikan "Matthew" über der Karibik: Windgeschwindigkeiten von 220 Kilometern pro Stunde bringen starken Regen und hohe Wellen mit sich. 

Mit 230 Kilometern pro Stunde

Schwere Schäden: Hurrikan "Matthew" wütet in Haiti

Port-au-Prince - Der Hurrikan "Matthew" hat mit voller Wucht den Karibikstaat Haiti erreicht. Der Wirbelsturm hinterließ eine Spur der Verwüstung, mindestens drei Menschen wurden getötet.

Das Nationale Hurrikanzentrum der USA (NHC) bezeichnete den Sturm, den stärksten in der Region seit einem Jahrzehnt, als "extrem gefährlich". "Matthew" hatte laut NHC Windgeschwindigkeiten von 230 Kilometern pro Stunde, als er in der Nähe der Ortschaft Les Anglais an Haitis Südküste auf Land traf. Der Sturm löste mit seinen äußerst hohen Niederschlagsmengen schwere Überschwemmungen aus. Auch in der Hauptstadt Port-au-Prince standen Häuser unter Wasser. Dutzende Häuser wurden zerstört.

Zuvor hatten die Behörden mehr als 9200 Menschen in Sicherheit gebracht. Zu den evakuierten Gebieten zählten zwei Elendsviertel von Port-au-Prince: Cité Soleil, wo ein Fünftel der 500.000 Einwohner von Überschwemmungen bedroht waren, und Cité L'Éternel.

Tausende versammelten sich in Notunterkünften

Die Menschen, die sich zunächst dagegen gesträubt hatten, ihre Behausungen und Wohnungen zu verlassen, trafen ab Montag schließlich zu tausenden in den Notunterkünften ein, unter anderem in Schulen, Kirchen und Gemeindezentren. Für sie angesichts einer drohenden Cholera-Epidemie sauberes Trinkwasser bereitzustellen, gehört zu den großen Herausforderungen für die Hilfsorganisationen.

Bereits bevor der Hurrikan in Haiti auf Land traf, hatte es dort erste Todesopfer gegeben: Am Montagabend starb eine kranke Frau in der Küstenstadt Port-Salut, weil sie ihr Haus nicht verlassen und daher keinen Arzt aufsuchen konnte. In derselben Stadt starb zudem ein Mann, als die durch den Hurrikan aufgepeitschten Meereswellen sein Haus zerstörten. Am Freitagabend starb ein Fischer, als sein Boot kenterte. Mindestens ein weiterer Mensch wurde seit Sonntag vermisst.

Haiti gilt als ärmstes Land der westlichen Hemisphäre. Sechs Jahre nach einem verheerenden Erdbeben, bei dem 2010 rund 250.000 Menschen ums Leben kamen, leben immer noch tausende Obdachlose in Zelten.

"Matthew" zieht weiter nach Kuba

"Matthew" bedrohte auch andere Karibikstaaten. Laut NHC bewegte er sich auf den Osten von Kuba zu und dürfte dann zunächst weiter über den südöstlichen und mittleren Teil der Bahamas ziehen. Im Osten Kubas wurden bereits 316.000 Menschen in Sicherheit gebracht. Aus Jamaika meldeten die Behörden schon Überschwemmungen.

Die US-Armee zog nach eigenen Angaben das nicht dringend benötigte Militärpersonal von seinem Gefangenenlager Guantanamo auf Kuba ab. Die 61 dort noch festgehaltenen Häftlinge seien so untergebracht worden, dass der Hurrikan ihnen nichts anhaben könne, hieß es.

Laut den Vorhersagen dürfte der Sturm auf seinem Weg durch die Karibik bis Mittwochabend den Nordwesten der Bahamas erreichen. Auch die USA rüsteten sich für schwere Unwetter: Im US-Bundesstaat Florida und in Teilen North Carolinas wurde bereits der Notstand ausgerufen. US-Präsident Barack Obama sagte einen Besuch im Süden Floridas ab, wo er an einem Wahlkampfauftritt zugunsten der demokratischen Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton teilnehmen wollte.

"Matthew" war zwischenzeitlich sogar zu einem Hurrikan der höchsten Kategorie fünf hochgestuft worden. Am Wochenende schwächte sich der Sturm jedoch wieder leicht ab und wurde auf die Stufe vier herabgesetzt.

afp

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Frankfurter Sicherheitsdienst: Raucher verjagt - Dealer verschont

Frankfurt - Das Bahnhofsviertel in der Main-Metropole ist schon lange verschrien: Dealer verkaufen hier ihre Drogen und die Junkies konsumieren sie meist noch an Ort und …
Frankfurter Sicherheitsdienst: Raucher verjagt - Dealer verschont

Schockierende Chat-Protokolle: Lehrer will Küsse für gute Noten

Salzgitter - Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen einen Lehrer aus Niedersachsen. Er soll mit seinen Schülerinnen gechattet und ihnen gegen „Küsschen“ gute Noten …
Schockierende Chat-Protokolle: Lehrer will Küsse für gute Noten

Skelettierte Leiche aus Hagen: Ehemann in U-Haft

Münster - Rund 16 Monate nach dem Fund einer skelettierten Leiche in Hagen hat das Landgericht Münster Haftbefehl wegen Totschlags gegen den 42-jährigen Ehemann des …
Skelettierte Leiche aus Hagen: Ehemann in U-Haft

Nach 116 Jahren: Mysteriöse Kreatur taucht wieder auf

Monterey - Vor 116 Jahren entdeckte der Biologe Carl Chun als Erster den Bathochordaeus charon, ein durchsichtiges Meerestierchen. Doch nach ihm gelang es keinem …
Nach 116 Jahren: Mysteriöse Kreatur taucht wieder auf

Kommentare