Eingestürztes Bürogebäude in Kobe: Am 17. Januar 1995 erschütterte das schwerste Erdbeben seit der Zerstörung Tokios 1923 die japanische Hafenstadt. Foto: epa/Archiv
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Eingestürztes Bürogebäude in Kobe: Am 17. Januar 1995 erschütterte das schwerste Erdbeben seit der Zerstörung Tokios 1923 die japanische Hafenstadt. Foto: epa/Archiv
Ein Erdbeben der Stärke 7,2 hatte am 17.1.1995 mehr als 6400 Menschen in der Region um die japanische Hafenstadt Kobe getötet. Foto: Kimio Ida/Archiv
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Ein Erdbeben der Stärke 7,2 hatte am 17.1.1995 mehr als 6400 Menschen in der Region um die japanische Hafenstadt Kobe getötet. Foto: Kimio Ida/Archiv
Den verheerenden Erdstößen folgten riesige Brände. Foto: Hyogo Prefectural Government/Archiv
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Den verheerenden Erdstößen folgten riesige Brände. Foto: Hyogo Prefectural Government/Archiv
Hochstraßen in Kobe wurden massiv zerstört. Foto: Hyogo Prefectural Government/Archiv
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Hochstraßen in Kobe wurden massiv zerstört. Foto: Hyogo Prefectural Government/Archiv
Im Takatori-Gebiet von Kobe stürzten 80 bis 90 Prozent der Gebäude zusammen oder brannten aus. Foto: Kobe City Government/Archiv
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Im Takatori-Gebiet von Kobe stürzten 80 bis 90 Prozent der Gebäude zusammen oder brannten aus. Foto: Kobe City Government/Archiv
Entgleister Zug in Kobe unmittelbar nach dem Erdbeben. Foto: EPA/Hyogo Prefectural Government
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Entgleister Zug in Kobe unmittelbar nach dem Erdbeben. Foto: EPA/Hyogo Prefectural Government

Japaner gedenken der Opfer des Kobe-Erdbebens vor 20 Jahren

Kobe (dpa) - Vor 20 Jahren erschüttert ein schweres Erdbeben die japanische Stadt Kobe. Mehr als 6400 Menschen kommen ums Leben. Mit Schweigeminuten gedenkt das Land der Opfer.

Bei einer zentralen Gedenkzeremonie in einem Park der Hafenstadt kamen um 05:46 Uhr Ortszeit Tausende Hinterbliebene und Freunde der Opfer vor rund 10 000 Kerzen in Bambusständern zu einer Schweigeminute zusammen. Zu diesem Zeitpunkt hatte am 17. Januar 1995 ein Beben der Stärke 7,2 die Erde erschüttert. Einige der aufgereihten Bambuslaternen formten dabei das Datum "1.17."  

Es war bis zur Erdbeben- und Tsunamikatastrophe in der nordöstlichen Region Tohoku am 11. März 2011 mit rund 18 500 Toten die bis dahin schwerste Naturkatastrophe in Japan in der Nachkriegszeit.

Fernsehsender erinnerten am Samstag in Sondersendungen an das Leiden der Menschen und zeigten nochmals die schrecklichen Bilder der Verwüstung. Überlebende berichteten von ihren Schicksalen: "Wenn Hilfe früher gekommen wäre, hätten meine Mutter und Schwester gerettet werden können", sagte eine ältere Japanerin dem Sender TV Asahi. Der Regierung war damals vorgeworfen worden, viel zu langsam und unzureichend gehandelt zu haben. 

Kommunikationsprobleme der Behörden führten dazu, dass unter anderem das Militär erst sehr spät am Unglücksort eintraf. Enorme Probleme bereitete auch die Koordinierung der Hilfsbemühungen. Aus Solidarität mit den Bürgern in Kobe kamen auch in der nordöstlichen Tsunami-Region Menschen trotz kalten Regens zu Gedenkzeremonien für die Opfer der damaligen Katastrophe zusammen.

Umgekehrt gedachten die Menschen in Kobe der Opfer der Erdbeben- und Tsunami-Katastrophe in Tohoku. Durch den Tsunami war es im Atomkraftwerk Fukushima zu einem Super-Gau gekommen. Auch fast vier Jahre nach der Dreifach-Katastrophe in Tohoku leben dort noch immer Tausende Menschen in Behelfsunterkünften.  

Auf einer Insel nahe Kobe stimmten Menschen aus Dankbarkeit für die Hilfe aus aller Welt das englischsprachige Lied "Amazing Grace" an. Ein Priester ließ eine Glocke mit der Inschrift "Hoffnung" erklingen. Auch Kaiser Akihito und seine Frau, Kaiserin Michiko, nahmen an einer der Gedenkveranstaltungen in Kobe teil. In Rathäusern und anderen Orten der Region lagen Kondolenzbücher für die Bürger aus.

Äußerlich sind Kobe und die umliegenden Regionen in der Provinz Hyogo wieder aufgebaut. Doch auch 20 Jahre nach der Katastrophe leiden noch immer viele der Überlebenden an den Folgen des Bebens. Ein großes Problem ist die Vereinsamung unter den älteren Menschen, deren Angehörige bei der Katastrophe ums Leben kamen. Einer Erhebung zufolge sind in den vergangenen 20 Jahren mehr als 1000 Menschen, die in vom Staat damals bereitgestellten Wohnungen untergekommen waren, völlig vereinsamt gestorben.  

In diesem Jahr läuft zudem die auf 20 Jahre festgesetzte Nutzungsfrist für private Wohnungen aus, die der Staat damals für die Überlebenden angemietet hatte. Damit müssten die inzwischen oft hochbetagten Bewohner ausziehen und abermals eine neue Bleibe suchen. Hilfsorganisationen befürchten, dass sich die Vereinsamung der Menschen verschlimmern und die Zahl der Selbstmorde zunehmen könnte. Betroffene und Helfer fordern von den Behörden, die Frist für die Wohnungen zu verlängern.

Eine weitere Sorge ist, dass die Erinnerung an die Katastrophe langsam schwindet. Mehr als 40 Prozent der heutigen Bewohner Kobes, wo allein 4564 Menschen ums Leben gekommen waren, haben die Katastrophe nicht miterlebt, meldete die Nachrichtenagentur Kyodo.

Website der Stadt Kobe

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