An der örtlichen Highschool der Kleinstadt La Loche im Norden Kanadas waren vier Menschen erschossen und sieben weitere verletzt worden. Foto: Wikipedia/Kayoty/dpa
+
An der örtlichen Highschool der kanadischen Kleinstadt La Roche waren vier Menschen erschossen und sieben weitere verletzt worden.

Warum richtete er das Schulmassaker an?

Todesschüsse in Kanada: Mordanklage gegen Teenager

Montreal - Nach dem Blutvergießen im kanadischen La Loche mit vier Toten und sieben Verletzten wird ein 17-Jähriger des Mordes angeklagt. Rätselraten herrscht über sein Motiv.

Ein erst 17 Jahre alter Jugendlicher soll für die tödlichen Schüssen an einer kanadischen Schule verantwortlich sein. Dem festgenommenen Teenager wird vierfacher Mord, versuchter Mord in sieben Fällen und unerlaubter Schusswaffenbesitz zur Last gelegt, wie die Polizei mitteilte. Unklar sei nach wie vor das Tatmotiv. Erwartet wird, dass der Jugendliche kommende Woche erstmals vor Gericht erscheinen muss.

In der Kleinstadt La Loche im Norden Kanadas waren am Freitagmittag (Ortszeit) vier Menschen erschossen und sieben weitere verletzt worden. Eine 21-jährige Lehrerin und ein 35 Jahre alter Kollege wurden tot in der Schule gefunden. Später entdeckten Polizisten in einem nahegelegenen Haus die Leichen von zwei 13 und 17 Jahre alten Brüdern. Inwiefern eine persönliche Verbindung zu dem Täter besteht, war zunächst unklar.

Auf der Website des Senders CBC war nachzulesen, wie Polizeichef Grant St. Germaine die dramatischen Minuten nach der Alarmierung der Sicherheitskräfte durch Augenzeugen schilderte: Mehrere Polizisten hatten den mutmaßlichen Täter demnach minutenlang durch das Schulgebäude verfolgt, bevor er sich schließlich ergab. Bei der Festnahme habe er eine geladene Schusswaffe bei sich getragen. Verhandlungen mit ihm seien nicht nötig gewesen, sagte der Polizeichef laut CBC.

Die 2600 Einwohner zählende, abgelegene Ortschaft La Loche liegt in der kanadischen Taiga im Zentrum des Landes gut 400 Kilometer nordöstlich von Edmonton. Die betroffene Schule besuchen etwa 900 Schüler vom Vorschulalter bis zur zwölften Klasse. Zum Zeitpunkt der Tat befanden sich nach Polizeiangaben rund 150 Schüler und Angestellte in der High School, wie CBC berichtete.

Anders als im Nachbarland USA sind die Waffengesetze in Kanada vergleichsweise streng. Das bislang schwerste Schulmassaker ereignete sich 1989 an einer Fachhochschule in Montreal, als der 25-jährige Marc Lepine 14 Studentinnen erschoss und 13 weitere Frauen verletzte, bevor er sich selbst das Leben nahm. In einem Schreiben nannte er seinen Hass auf Feministinnen als Motiv.

dpa

Meistgelesene Artikel

Unwetterwarnung: "Waschküchenluft" bringt Blitz und Donner

Ein Tief aus dem Südwesten beschert weiten Teilen Deutschlands am Wochenende die Gefahr von Gewittern, die heftig ausfallen können. Im Nordosten soll es auch zu …
Unwetterwarnung: "Waschküchenluft" bringt Blitz und Donner

Das ist der rassistischste Werbespot der Welt

Peking - Eine Chinesin, ein Schwarzer, eine Waschmaschine: Aus diesen Zutaten ist ein Werbespot gestrickt, der derzeit für massive Aufregung in den sozialen Netzwerken …
Das ist der rassistischste Werbespot der Welt

Drogenboss "El Chapo" legt Einspruch gegen Auslieferung ein

Mexiko-Stadt (dpa) - Die Anwälte des in Mexiko inhaftierten Drogenbosses Joaquín "El Chapo" Guzmán haben Rechtsmittel gegen dessen geplante Auslieferung an die USA …
Drogenboss "El Chapo" legt Einspruch gegen Auslieferung ein

91-Jährige wird von Zug überfahren - und überlebt

Langwedel - Sie nahm mit ihrem Rollator eine Abkürzung über die Gleise. Den herannahenden Zug bemerkte sie nicht. Doch die 91-Jährige hatte einen unfassbar talentierten …
91-Jährige wird von Zug überfahren - und überlebt

Kommentare