Ein 40-jähriger Krankenpfleger soll mindestens fünf Jahre lang ohne entsprechende Ausbildung als Arzt gearbeitet haben. Foto: Arno Burgi/Archiv
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Ein 40-jähriger Krankenpfleger soll mindestens fünf Jahre lang ohne entsprechende Ausbildung als Arzt gearbeitet haben. Foto: Arno Burgi/Archiv

Krankenpfleger festgenommen 

Falscher Arzt praktizierte jahrelang auf Kreuzfahrtschiff

Berlin - Er soll als Arzt gearbeitet haben - trotz fehlender Ausbildung. Erst nach mindestens fünf Jahren fliegt der Krankenpfleger auf. Zuletzt soll er viele Passagiere eines Kreuzfahrtschiffes behandelt haben.

Ein gelernter Krankenpfleger soll mindestens fünf Jahre lang ohne entsprechende Ausbildung als Arzt gearbeitet haben.

Auf einem Kreuzfahrtschiff habe der mutmaßliche Hochstapler als Schiffsarzt eine Vielzahl von Passagieren und Bordmitgliedern behandelt, sagte ein Sprecher der Berliner Staatsanwaltschaft. Die "Berliner Morgenpost" hatte von mehreren Hundert Patienten geschrieben.

Der 40-jährige Verdächtige wurde am Freitagmorgen am Flughafen Berlin-Tegel festgenommen und später verhaftet, wie die Polizei mitteilte. Bereits seit Mittwoch hatte ein Haftbefehl gegen den Mann vorgelegen.

Auf dem Schiff soll der mutmaßliche Betrüger seit vergangenem Jahr gearbeitet und dafür monatlich 7500 Euro Gehalt von einer Reederei bezogen haben. Die Dokumente, die ihn als Arzt auswiesen, soll der Mann gefälscht haben. Er verfüge weder über eine Zulassung noch über entsprechende Qualifikationen, hieß es bei der Polizei. Wo er vor seiner Zeit als Schiffsarzt arbeitete, war laut Staatsanwaltschaft unklar. Wie die Behörden auf den Mann aufmerksam geworden waren, wollte der Sprecher nicht sagen.

Das Kreuzfahrtunternehmen suspendierte den vermeintlichen Arzt nach eigenen Angaben, nachdem Staatsanwaltschaft und Ärztekammer es über den Fall informiert hatten. "Wir wurden von dem Mann umfassend getäuscht", teilte ein Sprecher mit. Man unterstütze die Berliner Behörden bei ihren Ermittlungen. Mit Blick auf das Verfahren wollte die Firma keine weiteren Details nennen.

Pressemitteilung der Polizei

dpa

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