Die Angeklagte im Gerichtssaal des Landgerichts in Deggendorf. Foto: Armin Weigel
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Die Angeklagte im Gerichtssaal des Landgerichts in Deggendorf. Foto: Armin Weigel

"Er wollte es ja so haben"

Mann drei Monate nach Hochzeit getötet

Deggendorf - Die Eheleute hatten beide Haftstrafen wegen gefährlicher Körperverletzungen hinter sich. Drei Monate nach der Hochzeit kommt es zu einem tödlichen Streit: Die 47-Jährige sticht zu.

Die kurze Ehe war geprägt von wütenden Ausbrüchen, Vorwürfen von Eifersucht, ständigem Alkoholkonsum und Besuchen der Polizei. Drei Monate nach der Hochzeit eskaliert der Streit: Die 47-Jährige aus Niederbayern tötet ihren deutlich jüngeren Mann mit einem Schraubenzieher und einem Messer. Zum Auftakt des Mordprozesses vor dem Landgericht Deggendorf räumt die Frau am Montag die Tat zwar ein, bestreitet aber eine Tötungsabsicht. „Ich wollte ihn nicht ernsthaft verletzen, es war ein Reflex“, gibt sie zu Protokoll.

Vor allem der Stich mit dem Steakmesser muss aber besonders heftig ausgeführt worden sein. Laut Obduktionsbericht hatte die Messerklinge das Brustbein des 31-Jährigen durchstoßen. Den alarmierten Polizeibeamten sagte sie bei der Festnahme direkt nach der Tat im Mai: „Er wollte es ja so haben. Ich hoffe, dass er stirbt.“ Der Notarzt konnte den Mann nicht mehr retten.

Die Angeklagte aus Zwiesel (Landkreis Regen) ist einschlägig vorbestraft. Vor zehn Jahren wurde sie wegen gefährlicher Körperverletzung zu drei Jahren und neun Monaten Haft verurteilt. Sie hatte ihren damaligen Lebenspartner mit einem Messer angegriffen und verletzt.

Etliche Flaschen Bier intus

Am Tattag hatte die Frau nach eigenen Angaben bis zum Nachmittag sechs bis acht Flaschen Bier getrunken. Es sei zum Streit gekommen, weil ihr Ehemann nicht zur Krebsuntersuchung gehen und auch seine Medikamente nicht nehmen wollte. „Er war depressiv und hatte eine Todessehnsucht.“ Nach einem Selbstmordversuch war er einige Tage in stationärer Behandlung gewesen. „Bis dahin war es eine harmonische Ehe“, betont die Angeklagte. Sie habe auch niemals Grund zur Eifersucht gehabt. „Mein Mann war kein Typ, der anderen Frauen nachgeschaut hat.“

Die Staatsanwaltschaft begründet ihre Mordanklage allerdings auf niederen Beweggründen wegen Eifersucht. Nach der ersten Attacke mit dem Schraubenzieher soll der Mann vor der Angeklagten mit ausgebreiteten Armen gesagt haben: „Ich kann auch andere Frauen haben.“ Daraufhin habe sie das Messer „aus ungehemmter, triebhafter Eifersucht mit großer Wucht in den Bauch“ gestoßen. Am Montag berichten einige Nachbarn im Zeugenstand von den zahlreichen lautstarken Streitigkeiten des Ehepaares. Dabei ging es oftmals um die angebliche Eifersucht der 16 Jahre älteren Frau.

Der Vorwurf der Eifersucht lasse sich nicht beweisen, betont dagegen der Verteidiger der Frau, Ronny Raith. „Alle Angaben von Zeugen beruhen auf Hörensagen. Ich werde auf Totschlag plädieren.“ Das Urteil wird für den 7. Dezember erwartet.

dpa

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