+
Mexiko hat die Auslieferung des Drogenbosses Joaquín „El Chapo“ Guzmán an die USA genehmigt.

Chef des Sinaloa-Kartells

Mexiko liefert Drogenboss „El Chapo“ an die USA aus

Mexiko-Stadt - Mexiko hat die Auslieferung des Drogenbosses Joaquín „El Chapo“ Guzmán an die USA genehmigt.

Dem Chef des Sinaloa-Kartells könne in den Vereinigten Staaten der Prozess gemacht werden, teilte das mexikanische Außenministerium am Freitag mit. Zuvor hatten zwei Richter der Auslieferung zugestimmt. Guzmán kann gegen die Entscheidung noch Rechtsmittel einlegen.

„El Chapo“ wird im US-Bundesstaat Texas unter anderem wegen Mordes, Drogenhandels, organisierter Kriminalität und Geldwäsche belangt. In Kalifornien wird ihm Drogenschmuggel vorgeworfen. Zwischen den USA und Mexiko besteht ein Auslieferungsantrag.

Die US-Behörden hätten garantiert, dass Guzmán in den USA nicht die Todesstrafe drohe, teilte das mexikanische Außenministerium mit. Das war eine Bedingung der Mexikaner.

Nach einer spektakulären Flucht aus einem Hochsicherheitsgefängnis im vergangenen Jahr war „El Chapo“ im Januar erneut gefasst worden. Vor Kurzem war der Drogenboss in ein Gefängnis in Ciudad Juárez an der Grenze zu den USA verlegt worden.

Guzmáns Taktik war zuletzt unklar. Weil er sich in der mexikanischen Haft schlecht behandelt fühlte, kündigte er an, mit den US-Behörden verhandeln und seine Auslieferung aktiv vorantreiben zu wollen. Später erklärten seine Anwälte jedoch, sie wollten die Überstellung ihres Mandanten um jeden Preis verhindern.

In Mexiko dürfte nicht jeder über die bevorstehende Auslieferung des Drogenbosses glücklich sein. Guzmán könnte den US-Ermittlern im Gegenzug für Hafterleichterungen wertvolle Informationen zu Verbindungen von Politikern und Beamten mit dem organisierten Verbrechen anbieten. Das könnte korrupte Beamte und Politiker in Mexiko in Erklärungsnot bringen.

dpa

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Mehrere Nachbeben erschüttern Salomonen-Inseln

Kirakira - Die Erde kommt nicht zur Ruhe: Nach einem heftigen Beben der Stärke 7,8 sorgen zahlreiche Nachbeben im pazifischen Inselstaat Salomonen für Unruhe. Meterhohe …
Mehrere Nachbeben erschüttern Salomonen-Inseln

Terrorverdächtiger in Rotterdam festgenommen

Rotterdam - Eine Sondereinheit der Polizei hat nach Angaben der Staatsanwaltschaft einen Terrorverdächtigen in Rotterdam festgenommen. Bei ihm wurde unter anderem ein …
Terrorverdächtiger in Rotterdam festgenommen

Frauen sprengen sich in Nigeria in die Luft - dutzende Tote

Madagali - Zwei Frauen sprengen sich auf einem belebten Markt in die Luft. Mindestens 56 Menschen kommen dabei ums Leben. Alles deutet auf islamistischen Terror hin.
Frauen sprengen sich in Nigeria in die Luft - dutzende Tote

Frankfurter Sicherheitsdienst: Raucher verjagt - Dealer verschont

Frankfurt - Das Bahnhofsviertel in der Main-Metropole ist schon lange verschrien: Dealer verkaufen hier ihre Drogen und die Junkies konsumieren sie meist noch an Ort und …
Frankfurter Sicherheitsdienst: Raucher verjagt - Dealer verschont

Kommentare