Urteil in Lübeck

Mord auf dem Wanderweg: Triebtäter muss in die Psychiatrie

Lübeck - Er erwürgte im Sommer 2015 auf einem Wanderweg eine Frau und verging sich dann an der Leiche. Nun fiel für den 36-jährigen Täter das Urteil.

Er hat eine Frau erwürgt und sich an der Leiche vergangen: Dafür ist ein 63 Jahre alter Mann in Schleswig-Holstein zu 13 Jahren Haft verurteilt worden. Das Landgericht Lübeck ordnete am Donnerstag zudem an, den Mann in der Psychiatrie unterzubringen. Ob er jemals wieder freikommt, ist fraglich. Er leidet nach Aussage einer Gutachterin an einer Triebstörung und ist nach Auffassung des Gerichts vermindert schuldfähig.

Der Mann hatte im Prozess gestanden, im Juli 2015 eine 37 Jahre alte Frau getötet zu haben. Er war seinem Opfer auf einem Wanderweg bei Neustadt in Holstein begegnet. Spontan sei ihm der Gedanke gekommen, mit der Frau Sex zu haben, hatte er ausgesagt. Als die Frau sich wehrte und um Hilfe schrie, erwürgte er sie. Dann entkleidete er die Tote und verging sich an ihr. Den leblosen Körper warf er in einen Abwasserschacht.

Der Mann wurde nun wegen Mordes in Tateinheit mit versuchter Vergewaltigung verurteilt. Er hatte bereits 20 Jahre in psychiatrischen Kliniken verbracht. 1991 hatte er wegen Mordes in Tateinheit mit sexueller Nötigung 13 Jahre Haft erhalten. Nach einer Therapie kam der Mann vor einigen Jahren frei, er lebte zuletzt in der teilstationären Wohneinrichtung einer psychiatrischen Klinik. Alle zwei Wochen erhielt er triebhemmende Spritzen. Sexuelle Fantasien hatte er jedoch weiter, was er seinem Arzt verschwieg.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa (Symbolbild)

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