+
Nach dem Amoklauf in München: Polizisten in Spezialausrüstung vor dem Olympia-Einkaufszentrum. Foto: Lukas Schulze/Archiv

Mutmaßlicher Lieferant der Amok-Waffe von München gefasst

Der Amokschütze von München soll seine Waffe im Darknet erstanden haben. Der mutmaßliche Händler wurde jetzt in Marburg festgenommen.

Frankfurt/München (dpa) - Der mutmaßliche Verkäufer der Waffe des Amok-Laufs von München ist bei einem Scheingeschäft gefasst worden. Der 31-Jährige wurde in Marburg in Hessen festgenommen, wie die Generalstaatsanwaltschaft und das Zollfahndungsamt Frankfurt mitteilten.

Die Ermittler hatten dem mutmaßlichen Waffenhändler, der Ware im Darknet angeboten hatte, eine Falle gestellt. Bei der Anbahnung des Geschäfts habe der Mann gesagt, dem Amokschützen bei einem Treffen im Mai in Marburg die verwendete Pistole und vier Tage vor dem Amoklauf die Munition verkauft zu haben. Diese Angaben würden durch die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft München und des Bayerischen Landeskriminalamts gestützt.

Der 18 Jahre alte Amokschütze hatte am 22. Juli am Münchner Olympia-Einkaufszentrum neun Menschen erschossen und sich anschließend selbst getötet.

Bei dem Scheingeschäft stellten die Ermittler am Dienstag die vereinbarte Maschinenpistole, eine Pistole und Munition zum Preis von insgesamt 8000 Euro sicher. Der Mann habe zu seiner Eigensicherung in einem Schulterholster eine durchgeladene Pistole bei sich gehabt. Er wurde festgenommen.

Ermittlungen gegen einen 62 Jahre alten Buchhalter aus Nordrhein-Westfalen und gegen einen 17 Jahre alten Schüler aus Hessen hatten die Strafverfolger auf die Spur des Beschuldigten gebracht. Beide sollen Schusswaffen und Munition bei dem Mann gekauft und die Geschäfte über das Darknet angebahnt haben.

Beim dem Amoklauf des 18-Jährigen verletzten sich Dutzende Menschen unter anderem auch bei der Flucht. Klar ist den Ermittlern zufolge, dass der 18-Jährige wohl Sympathien für den rechtsextremen norwegischen Attentäter Anders Behring Breivik hatte. Auch habe er seinen Geburtstag am 20. April, derselbe wie von Adolf Hitler, als "besonders positives Schicksal" angesehen. Es gebe aber keine Hinweise, dass er in rechtsextreme Netzwerke verstrickt gewesen war.

In einem von dem 18-Jährigen verfassten mehrseitigen Schriftstück äußere sich dieser hauptsächlich über seine schulische Situation, sein örtliches Umfeld und seine psychiatrischen Erkrankungen, wie die Ermittler mitgeteilt hatten. "Vor dem Hintergrund der psychiatrischen Erkrankung des Amoktäters ist derzeit eine abschließende Bewertung, was reales Geschehen und was Fantasie des Täters ist, nicht möglich."

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Obdachloser wird von Polizei verscheucht und dafür belohnt

Bad Breisig - Ein weites Herz hat ein Unbekannter für einen Obdachlosen gezeigt, der von Polizisten aus dem warmen Automatenraum einer Bank in Bad Breisig ins Freie …
Obdachloser wird von Polizei verscheucht und dafür belohnt

Tote Studentin: So kamen die Ermittler dem 17-Jährigen auf die Spur

Freiburg - Nach dem Tod einer 19 Jahre alten Freiburger Studentin ist ein 17-Jähriger festgenommen worden. Auf die Spur des Jugendlichen brachte die Ermittler ein …
Tote Studentin: So kamen die Ermittler dem 17-Jährigen auf die Spur

Schwere Unwetter rund um Málaga: Hunderte Notrufe

Málaga (dpa) - Nach schweren Unwettern rund um die südspanische Stadt Málaga an der Costa del Sol sind Hilfskräfte unermüdlich im Einsatz, um Hunderten Betroffenen zu …
Schwere Unwetter rund um Málaga: Hunderte Notrufe

Chapecó weint um Fußballteam: Abschied nach Absturz-Tragödie

Bei strömendem Regen kommen die Särge an. Fast das ganze Fußballteam von Chapecoense ist tot, gestorben auf dem Weg zum Finale um den Südamerika-Cup. Posthum soll ihnen …
Chapecó weint um Fußballteam: Abschied nach Absturz-Tragödie

Kommentare