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Die katholische Pfarrkirche St. Georg in Bad Aibling, hier findet der ökumenische Gottesdienst statt. Die Kirche wurde im Vorfeld von Sprengstoffhunden durchsucht.

Trauer um Opfer des Zugunglücks

Gedenkgottesdienst in Bad Aibling: "Unendlicher Schmerz"

Bad Aibling - Das Zugunglück von Bad Aibling hat elf Menschen das Leben gekostet, viele wurden verletzt - manche ringen mit dem Tod. Am Sonntag kamen Trauernde und Retter zu einem Gedenkgottesdienst zusammen. 

Fünf Tage nach der Zugkatastrophe von Bad Aibling gedenken die christlichen Kirchen am Sonntagnachmittag in einem ökumenischen Gottesdienst der Opfer.

Die Kirche ist voll mit uniformierten Rettungskräften.

Um 16 Uhr haben der katholische Kardinal Reinhard Marx (Erzbischof von München und Freising sowie Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz) und die evangelische Regionalbischöfin für München und Oberbayern, Susanne Breit-Keßler, den Gottesdienst eröffnet. Die Kirche ist voll mit uniformierten Menschen - Feuerwehrleute, Rettungssanitäter, Polizisten, Einsatzkräfte, die am Unglücksort geholfen haben. Aber auch Menschen in ziviler Kleidung sitzen auf den Bänken - Angehörige der elf Todesopfer.

Regionalbischöfin Breit-Keßler: "Unsere Lieben für immer entrissen"

Susanne Breit-Keßler spricht mit zum Teil zitternder Stimme von "unendlichem Schmerz und großem Leid" nach dem schrecklichen Zugunglück. An diesem Valentinstag, "an diesem Tag der Liebe sind uns unsere Lieben für immer entrissen.“

Aber sie dankt auch dafür, dass Menschen gerettet werden konnten. Dass sie "ein zweites Leben" geschenkt bekommen haben. Und sie dankt den Einsatzkräften, die sich mit Leib und Seele eingesetzt haben, um die Überlebenden zu retten. Die Regionalbischöfin betont, dass die Suche nach Antworten und die Frage nach Schuld und Verantwortung verständlich seien. Aber sie mahnt im gleichen Zug im Namen der Polizei vor Spekulationen zur Unfallursache. "An der Trauer ändern mögliche Erkenntnisse nichts", so Breit-Keßler. 

Leiteten den Gottesdienst in St. Georg in Bad Aibling: der katholische Kardinal Reinhard Marx (Erzbischof von München und Freising sowie Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz) und Susanne Breit-Keßler, die evangelische Regionalbischöfin für München und Oberbayern.

Kardinal Reinhard Marx erinnert daran, dass es sich bei den elf Toten um Menschen handelt, die mitten im Leben standen. Die Familie hatten, Freunde, die einfach nur auf dem Weg in die Arbeit waren und nie mehr zurückkehrten. Das ganze Land sei von der Trauer über dieses Unglück ergriffen, sagte er. Dieser Faschingsdienstag und dieser Valentinstag seien bei so vielen Menschen "eingebrannt fürs Leben". Er sei vorsichtig mit "zu schnellem Trost". Aber: "Die Elf werden nicht vergessen, sondern weiter mitgehen."

Nach den berührenden Worten von Kardinal Marx legen einzelne Vertreter der Rettungskräfte rote Rosen vor dem Altar nieder. Die Orgel spielt.

Landtagspräsidentin Barbara Stamm: Das Unvorstellbare ist eingetreten

Bayerns Landtagspräsidentin Barbara Stamm, eigentlich eine erfahrene Rednerin, ringt sichtbar um Fassung, als sie ihre Worte an die Trauergemeinde richtet. „Jede dunkle Nacht hat ein helles Ende“, sagte sie. Aber an eine Rückkehr in den Alltag sei heute, morgen und für lange Zeit nicht zu denken.

„Das Unvorstellbare ist eingetreten - nicht irgendwo, sondern vor unserer Haustür“, sagte Stamm. Kinder seien plötzlich ohne Väter. „Es ist etwas zerstört worden, das in dieser Welt keinen Ersatz mehr findet.“ Weiter sagte sie: „Wir wollen Ihnen zeigen, dass Sie nicht allein sind, in dieser unendlich schweren Zeit.“

Gedenkgottesdienst in Bad Aibling: Bilder

Hunderte Trauergäste wurden bereits im Vorfeld in Bad Aibling erwartet

Die Polizei hat bereits im Vorfeld mit Hunderten Trauergästen gerechnet und die Räumlichkeiten mit Sprengstoffhunden untersucht. In der Pfarrkirche St. Georg sei Platz für rund 400 Menschen, sagte ein Sprecher. Zudem seien Nachbarräume angemietet worden, in die die Feierlichkeiten übertragen werden. 

Die Fernsehsender Bayerischer Rundfunk und Phoenix senden live. Die Übertragungswagen haben sich früh vor der Kirche postiert, der Gottesdienst beginnt um 16 Uhr. Vor Ort sind unter anderem auch Leonhard Stärk (BRK-Landesgeschäftsführer), Markus Rinderspacher (SPD-Fraktionschef im Landtag) und Hubert Aiwanger (Fraktionschef Freie Wähler).

Die Polizei hat die Straße zur Kirche in Bad Aibling abgesperrt. 

Infolge des Zusammenstoßes zweier Personenzüge in Oberbayern am Dienstag waren elf Menschen gestorben, Dutzende wurden verletzt. Zum Dank an die Hunderten Rettungs- und Hilfskräfte, die nach dem Unglück im Einsatz waren, soll es später einen eigenen Gottesdienst geben. Bis Samstagabend hatten die Einsatzkräfte die Unfallstelle weitgehend von Wrackteilen befreit. Wann sie repariert und für den Verkehr freigegeben wird, war noch ebenso unklar wie die Unfallursache.

Meridian hat Kontakt zu den Betroffenen aufgenommen

Der Meridian, dessen Züge bei dem schweren Unfall zusammengestoßen sind, hat Kontakt zu den Betroffenen aufgenommen und Unterstützung versprochen. Das teilte das Unternehmen am Sonntag mit. Gleichzeitig seien die Bergungsarbeiten an der Unfallstelle weitgehend abgeschlossen. "Die fahrbaren Teile haben die Region verlassen. Auch die übrigen Fahrzeugteile konnten verladen werden und wurden abtransportiert."

Bernd Rosenbusch: „Auch wenn die Aufarbeitung der psychischen Belastungen noch lange dauern wird, so sind mit dem Abschluss der Bergung die Arbeiten an der Unfallstelle weitgehend beendet. Unser herzlicher Dank gilt allen Helfern der letzten Tage, die unermüdlich und mit so großem Einsatz geholfen haben.“

Lesen Sie die Nachrichten zum Zugunglück bei Bad Aibling vom Samstag.

Kathrin Garbe

Kathrin Garbe

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Miriam Sahli-Fülbeck

Miriam Sahli-Fülbeck

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