Der Zwergplanet Ceres liegt in einem Planetoidengürtel zwischen den Planeten Mars und Jupiter. Foto: Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung/NASA
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Der Zwergplanet Ceres liegt in einem Planetoidengürtel zwischen den Planeten Mars und Jupiter. Foto: Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung/NASA

Acht Jahre nach dem Start

Nasa-Raumsonde "Dawn" erreicht Zwergplaneten

Washington - Nach acht Jahren und fast fünf Milliarden Kilometern hat die mit deutscher Beteiligung gebaute Raumsonde "Dawn" als erster Flugkörper überhaupt die Umlaufbahn eines Zwergplaneten erreicht.

Die Raumsonde „Dawn“ hat als erster Flugkörper überhaupt die Umlaufbahn eines Zwergplaneten erreicht. Die mit deutscher Beteiligung gebaute Sonde kam nach acht Jahren und fast fünf Milliarden Kilometern am Freitag beim Zwergplaneten Ceres an, wie die US-Raumfahrtbehörde Nasa mitteilte. „Ich bin umgezogen“, hieß es auf dem Profil der nur 1,6 Meter langen und 747 Kilogramm schweren Sonde beim Kurznachrichtendienst Twitter.

„Wir sind hocherfreut“, sagte Nasa-Wissenschaftler Chris Russell. „Wir haben in den nächsten anderthalb Jahren viel zu tun, aber wir haben die notwendigen Ressourcen und einen robusten Zeitplan, um unsere wissenschaftlichen Ziele zu erreichen.“

„Dawn“ (auf Deutsch etwa Morgendämmerung) war am Freitagmittag etwa 61 000 Kilometer von Ceres entfernt, als die Schwerkraft des Zwergplaneten die Sonde einfing. Kurz darauf - um 14.36 Uhr deutscher Zeit - bekamen die Wissenschaftler im Jet Propulsion Laboratory (JPL) der Nasa im kalifornischen Pasadena das erlösende Signal: „Dawn“ meldete sich funktionsbereit aus dem Ceres-Orbit.

Bis zum Juni 2016 - und wenn der Treibstoff hält auch darüber hinaus - soll „Dawn“ nun Ceres im Planetoidengürtel zwischen den Planeten Mars und Jupiter erforschen. Dafür hat die Sonde neben anderen Forschungsinstrumenten auch Multispektralkameras an Bord, die unter der Federführung des Max-Planck-Instituts für Sonnensystemforschung in Göttingen entwickelt wurden.

Planetoiden sind kleinere Himmelskörper aus der Frühzeit des Sonnensystems, die die Sonne umkreisen. Manche sind mehrere Hundert Meter, andere Hunderte Kilometer groß. In dem Planetoidengürtel vermuten Nasa-Wissenschaftler „einige der großen Mysterien“ über die Anfänge unseres Sonnensystems vor 4,6 Milliarden Jahren.

„Dawn“ hat auf ihrer insgesamt rund 470 Millionen Dollar (etwa 420 Millionen Euro) teuren Mission bereits einiges hinter sich: Nach dem Start 2007 besuchte die Sonde zunächst den ebenfalls im Planetoidengürtel zwischen Mars und Jupiter gelegenen Asteroiden Vesta. 2011 machte sie sich dann auf die Reise zu Ceres. Mit der Ankunft dort ist „Dawn“ nun der erste Flugkörper, der zwei Himmelskörper umkreist hat.

Der 1801 entdeckte Zwergplanet Ceres gilt als Eisklumpen und hat einen Durchmesser von etwa 950 Kilometern. Unter seinem dicken Eismantel vermuten Wissenschaftler Wasser. Schon erste Fotos, auf denen unter anderem vorher nie gesehene helle Flecken zu erkennen waren, haben die Forscher begeistert.

Auf die nächsten Bilder werden sie allerdings noch ein paar Wochen warten müssen. Während der Ankunft konnte „Dawn“ keine Bilder von Ceres machen. „Die insgesamt fast 20 Meter langen Solarpaneele mussten bei diesem Manöver zur Sonne ausgerichtet sein, und daher blickte die Kamera auch nicht in Richtung Ceres“, erklärt Ralf Jaumann vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR).

Nun umrundet „Dawn“ zunächst die sonnenabgewandte Seite von Ceres - und kann deshalb wieder keine Bilder machen. Erst Mitte April erwartet die Nasa neue Fotos.

Dawn-Mission bei Twitter

Informationen der Nasa zu Dawn

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