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Knox war vergangenes Jahr wegen Mordes zu 28 Jahren und sechs Monaten Haft verurteilt worden.

Urteil verzögert sich

Muss Amanda Knox jetzt doch noch in den Knast?

Rom - Nach über sieben Jahren ist noch immer nicht geklärt, wer Meredith Kercher ermordete. Erneut muss das höchste Gericht Italiens über das Schicksal von Amanda Knox und ihrem Ex-Freund entscheiden.

Die Amerikanerin Amanda Knox und ihr Ex-Freund Raffaele Sollecito sollen nach dem Willen der italienischen Staatsanwaltschaft für den Mord an einer britischen Studentin rechtskräftig verurteilt werden. Die langen Haftstrafen gegen die 27-Jährige und den Italiener seien richtig, sollten aber um jeweils drei Monate reduziert werden, forderte Staatsanwalt Mario Pinelli am Mittwoch vor dem Kassationsgericht in Rom, das das fünfte Urteil in dem spektakulären Mordfall sprechen muss. Die Richter wollen ihre Entscheidung jedoch erst am Freitag verkünden. Knox befindet sich in de USA.

„Der Tag für die Entscheidung könnte Freitag sein“, sagte der vorsitzende Richter Gennaro Marasca. Pinelli hatte am Vormittag mit seinem Plädoyer begonnen, am Nachmittag war die Verteidigung dran. Knox war im Januar vergangenen Jahres zu 28 Jahren und sechs Monaten, Sollecito zu 25 Jahren Haft verurteilt worden. Das Berufungsgericht in Florenz sah es als erwiesen an, dass die beiden im November 2007 in Perugia die damals 21 Jahre alte britische Austauschstudentin Meredith Kercher getötet haben.

Das Urteil sei ein „großer Fehler“ gewesen, der korrigiert werden müsse, sagte Knox' Anwalt Carlo Dalla Vedova. Knox verfolge die Entscheidung in „großer Sorge“.

Die inzwischen in die USA zurückgekehrte Knox und Sollecito beteuern ihre Unschuld. Ihre Anwälte legten eine mehr als 600 Seiten lange Berufung ein. Sie stellten Medienberichten zufolge insgesamt 193 Fehler in der Urteilsbegründung des Berufungsgerichts fest.

Italiens höchstes Gericht muss bereits zum zweiten Mal in dem Fall entscheiden. Zuvor waren Knox und Sollecito in einem Indizienprozess verurteilt, in zweiter Instanz freigesprochen und schließlich 2014 erneut verurteilt worden, nachdem das Kassationsgericht den Freispruch gekippt hatte. Doch nach dem erneuten Urteil könnte entweder ein weiterer Prozess nötig sein oder ein Rechtsstreit über eine mögliche Auslieferung Knox' beginnen. „Wir hoffen nur, dass das hier das Ende ist“, sagte Francesco Maresca, der Anwalt der Kerchers.

Die Anhörung begann am Mittwochmorgen unter großem öffentlichen Interesse. Dutzende Kamerateams verfolgten bei strömendem Regen, wie Sollecito, der am Donnerstag seinen 31. Geburtstag feiert, mit seinen Anwälten und seiner Familie das Gericht betrat. Die wegen ihres Aussehens als „Engel mit den Eisaugen“ bekanntgewordene Knox verfolgte die Anhörung in ihrer Heimatstadt Seattle.

Als einziger in dem Fall rechtskräftig verurteilt ist bislang der Ivorer Rudy Guede. Er sitzt eine Haftstrafe von 16 Jahren wegen Beihilfe zum Mord ab. Kercher war im November 2007 halbnackt, vergewaltigt und mit durchschnittener Kehle in ihrem WG-Zimmer in Perugia entdeckt worden. Sich widersprechende Zeugenaussagen und Ermittlungspannen erschwerten die Aufklärung des Verbrechens.

dpa

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