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Papst Franziskus besucht das Konzentrationslager Auschwitz.

Kommentar

Papst Franziskus: Darum war sein Schweigen in Auschwitz richtig

München - Papst Franziskus schweigt in Auschwitz und sagt damit mehr als 1000 Worte. Der Kommentar zum Besuch des Papstes im Konzentrationslager. 

Wenn er das Wort ergreift, dann hört man aufmerksam zu. Denn Papst Franziskus findet fast immer ungewöhnliche, eindringliche und bewegende Formulierungen. Meist trifft er den richtigen Ton und erreicht damit die Herzen der Menschen.

Am Freitag überzeugte er wieder einmal – aber diesmal, indem er schwieg. Sein ungewohntes Schweigen sagte mehr als 1000 wohlgesetzte Worte. Im ehemaligen Vernichtungslager Auschwitz, wo über eine Million Menschen von den Nationalsozialisten ermordet worden sind, ist das Verstummen des Papstes wie ein Schrei gegen das unermessliche Grauen. Ein Erschaudern vor einem monströsen Verbrechen und dem Bösen in der Welt, das man auch durch noch so viel Mitleid nicht lindern kann.

In einer Welt, in der nicht schnell genug alles und jedes kommentiert wird, in der jeder auf Teufel komm heraus plaudert und plappert, tut eine solche Geste gut. Man wünschte sich, dass mehr Nachdenklichkeit Platz fände. Gerade auch in der digitalen Welt. Es gibt Momente im Leben und Orte, wo Schweigen die angemessene Reaktion ist. Franziskus’ Schweigen war keine Hilflosigkeit, sondern ein überzeugendes Statement.

"Herr, vergib uns": Papst setzt in Auschwitz stille Zeichen

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