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In Frankfurt am Main blühte bereits im Februar dieser Baum. Foto Frank Rumpenhorst/Illustration Foto: Frank Rumpenhorst

1,21 Grad Celsius über Durchschnitt

Rekord: Februar weltweit wärmster Monat seit 1880

New York - Warm, wärmer, 2016? Wie schon im Vorjahr ist die US-Klimabehörde NOAA mit Rekorden beschäftigt. Die meisten Monate 2015 hatten Klimarekorde geknackt. Nun zieht der Februar hinterher.

Wieder ein Temperatur-Rekord: Der Februar war nach Messungen der US-Klimabehörde NOAA weltweit der wärmste Monat seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1880.

Die weltweite Durchschnittstemperatur über Land- und Ozeanflächen habe um 1,21 Grad Celsius über dem Durchschnittswert des 20. Jahrhunderts von 12,1 Grad gelegen, teilte die Behörde am Donnerstag mit.

Damit übertreffe der Februar 2016 den gleichen Monat des Vorjahres, der der bisherige Februar-Rekordhalter war, um 0,33 Grad. Zudem war der Monat damit 0,09 Grad wärmer als der bisherige Gesamt-Rekordhalter aller Monate, der Dezember 2015, und damit wärmer als es je irgendein Monat seit Beginn der Aufzeichnungen. Der Februar war bereits der zehnte Monat in Folge, der seinen jeweiligen Temperaturrekord knackte, wie die NOAA (National Oceanic and Atmospheric Administration) weiter mitteilte.

Gründe? "El Niño" ist schuld

Worauf sind die jüngsten Wärmerekorde zurückzuführen? "Hier überlagern sich zwei Komponenten: die Klimaerwärmung und das Klimaphänomen El Niño", sagte am Freitag Andreas Friedrich vom Deutschen Wetterdienst (DWD). El Niño wirke sich vor allem auf die Tropen aus. Die Folgen dieses Phänomens, das in bestimmten Abständen im Pazifikraum auftritt, sollen noch einige Wochen zu spüren sein. Mit Blick auf den globalen Klimawandel sagte der Meteorologe: "Auch in Zukunft werden wir immer wieder Rekorde nach oben erleben."

Besonders warm war es laut NOAA im Februar unter anderem in vielen Teilen Südamerikas, Afrikas, Süd- und Osteuropas und Südostasiens. Außergewöhnlich kalt war es nur in einigen Teilen Asiens, so beispielsweise auf der russischen Halbinsel Kamtschatka.

Europa hatte der Behörde zufolge den zweitwärmsten Februar seit 1910. In Nord- und Mitteleuropa seien überdurchschnittlich hohe Niederschläge registriert worden, zum Beispiel in Finnland.

In Deutschland lag die Mitteltemperatur 3 Grad über dem Durchschnitt der Jahre 1961 bis 1990. Selbst gegenüber der Vergleichsperiode 1981 bis 2010 war der Februar um 2,4 Grad zu warm, wie der DWD kürzlich mitgeteilt hatte. Insgesamt war es weltweit im Jahr 2015 nach Angaben der NOAA und der Weltorganisation für Meteorologe (WMO) so warm wie noch nie seit Beginn der Wetteraufzeichnungen.

NOAA-Infos

dpa

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