San Bernardino Schießerei USA Kalifornien
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Es soll es Hinweise darauf geben, dass die Täter Kontakt zu Terrorverdächtigen hatten.

"Eindeutig" zu weiteren Angriffen ausgerüstet

Polizei findet Bomben im Haus des Schützen von Kalifornien

San Bernardino - Die kalifornische Polizei hat die beiden Verdächtigen identifiziert, die nach einer Schießerei in einer Einrichtung für Behinderte getötet wurden. Bei der Bluttat starben 14 Menschen.

Update vom 4. Dezember 2015:Was genau die Hintergründe für die Schießerei in Kalifornien sind, ist noch nicht klar. Doch nun soll es Hinweise darauf geben, dass die Täter Kontakt zu Terrorverdächtigen hatten.

Update von 19.34 Uhr: Nach der Schießerei mit 14 Toten im kalifornischen San Bernardino haben die Ermittler zwölf Rohrbomben im Haus der mutmaßlichen Schützen gefunden. Außerdem seien Werkzeuge zum Bombenbau sichergestellt worden, sagte San Bernardinos Polizeichef Jarrod Burguan bei einer Pressekonferenz am Donnerstag. "Sie hatten zusätzliches Material, um weitere Bomben zu bauen."

Das Ehepaar hatte offenbar ein ganzes Waffenlager zur Verfügung. Laut Burguan führten Farook und Malik mehr als 1600 Schuss Munition mit sich, als sie sich die Schießerei mit der Polizei lieferten. Im Haus des Paares fanden die Ermittler dann rund 5000 weitere Schuss Munition. Die vier eingesetzten Schusswaffen habe Farook legal erworben. Der 28-Jährige und seine 27-jährigen Frau sei „eindeutig“ zu weiteren Angriffen fähig und ausgerüstet gewesen.

Die Zahl der Verletzten korrigierte Burguan von 17 auf 21. Mindestens zwei davon schwebten nach Angaben des Krankenhauses noch in Lebensgefahr. Auch ein zweiter Polizist sei verletzt worden, sagte Burguan, beide seien aber auf dem Weg der Besserung.

Update von 17.52 Uhr:

Sowohl ein terroristischer Hintergrund als auch ein Streit am Arbeitsplatz sind US-Präsident Barack Obama zufolge mögliche Motive der Attacke auf eine Behinderteneinrichtung mit insgesamt 16 Toten. Ein Bezug zu Terrorismus sei möglich, aber das wüssten die Ermittler noch nicht, sagte Obama nun nach einem Treffen mit FBI-Direktor James Comey, Justizministerin Loretta Lynch und Sicherheitsberatern im Weißen Haus.

Update von 13.20 Uhr:

Wie der Polizeichef der Stadt San Bernardino, Jarrod Burguan, am Mittwochabend mitteilte, handelt es sich bei den zwei getöteten Verdächtigen um einen 28-jährigen US-Bürger mit muslimischen Hintergrund namens Syed Farook, Er soll seit fünf Jahren in der Sozialeinrichtung als Umweltexperte für den Gesundheitsdienst der Stadt gearbeitet haben. Deren Mitarbeiter waren am Mittwoch zu einer Weihnachtsfeier versammelt. Farook habe das Fest vorzeitig verlassen, wobei er offenbar wütend war, sagte Burguan.

Die 27-jährige Frau namens Tashfeen Malik stammte möglicherweise aus Saudi-Arabien, berichtete die „Los Angeles Times“. Die „New York Times“ berichtete unter Berufung auf einen Schwager des Mannes, die beiden seien verheiratet gewesen und hätten eine sechs Monate alte Tochter. Burguan sagte, er gehe davon aus, dass die beiden getöteten Schützen die Verantwortlichen für die Bluttat in der Behinderteneinrichtung seien.

Nach dem möglichen Streit auf der Weihnachtsfeier sei der 28-Jährige dann mit der Frau zurückgekehrt - ausgerüstet mit Sturmgewehren und Schutzkleidung. Zwei schwerbewaffnete Angreifer in Militärkleidung waren am Mittwochvormittag in die Einrichtung zur Betreuung geistig behinderter Menschen eingedrungen und hatten in einem Saal voller Mitarbeiter das Feuer eröffnet. 14 Menschen wurden getötet und 17 weitere verletzt. Die beiden Täter entkamen anschließend in einem Geländewagen. Später wurden sie von der Polizei gestellt und bei einem Schusswechsel getötet. Der Polizeichef sagte, die beiden getöteten Schützen hätten allem Anschein nach die Tat alleine begangen.

Das Tatmotiv sei noch unklar. "Wir schließen einen Terrorakt nicht aus", sagte der Polizeichef. Es gebe Hinweise, dass der Bluttat „eine gewisse Planung“ vorausgegangen sei. „Sie kamen vorbereitet, um das zu tun, was sie taten, als ob sie auf einer Mission wären“, zitierten ihn amerikanische Medien.

Suche nach Sprengstoff

Im Inland Regional Center wird die Betreuung von Menschen mit Entwicklungsverzögerungen koordiniert. Die mehr als 670 Mitarbeiter bieten Programme für 30 000 Menschen an - vom Neugeborenen bis hin zu Senioren. Ein Raum in dem Gebäudekomplex war für die Feier offenbar an Behördenangestellte aus dem Kreis San Bernardino vermietet worden.

In der nahen Ortschaft Redlands untersuchten Polizisten mit Spezialgerät ein Wohnhaus, in dem einer der Täter gewohnt haben soll. Dort wurde Sprengstoff vermutet. Ein Roboter wurde in das Haus geschickt, um nach möglichem explosiven Material zu suchen.

Ein Polizist bei Schusswechsel verletzt

Nach der Gewalttat in einer Sozialeinrichtung im US-Bundesstaat Kalifornien sind zwei Verdächtige getötet worden. Bei ihnen handele es sich um einen Mann und eine Frau, sagte der Polizeichef der Stadt San Bernardino, Jarrod Burguan, am Mittwoch (Ortszeit).

Ein weiterer mutmaßlicher Angreifer sei gefasst worden. Es sei aber nicht klar, ob er an der Tat beteiligt gewesen sei. Ein erster Verdacht auf Sprengstoff in dem Gebäude schien sich nach dem Einsatz eines Roboters zur Bombenentschärfung nicht zu bestätigen.

Bilder: 16 Tote bei Gewalttat in den USA

Die beiden Getöteten saßen den Angaben zufolge in dem Geländewagen, den Spezialkräfte nach der Tat und einer Verfolgungsjagd gestoppt und beschossen hatten. Ein Polizist sei bei einem Schusswechsel verletzt worden. Lebensgefahr bestand für ihn demnach nicht.

TV-Sender zeigten Luftaufnahmen des Wagens, Scheiben und Reifen waren zerschossen. Spezialeinheiten hatten sich dem mutmaßlichen Fluchtauto vorsichtig mit gepanzerten Wagen genähert. Weitere Kräfte durchsuchten umliegende Häuser, Gärten und Autos mit Hunden. San Bernardino liegt östlich von Los Angeles. FBI und Spezialeinheiten durchsuchten zudem eine Wohnung in Redlands, einem Vorort der Stadt.

Obama fordert erneut härtere Waffengesetze

Präsident Barack Obama sagte in einem TV-Interview: "Wir brauchen strengere Waffengesetze, stärkere Hintergrundüberprüfungen, das sagt der gesunde Menschenverstand." Es könne nicht sein, dass jeder in einen Laden gehen und eine Schusswaffe kaufen könne. Nirgendwo in der Welt komme es so häufig zu Gewalttaten mit Schusswaffen wie in den USA. "So etwas passiert in anderen Ländern nicht in der selben Häufigkeit."

"Unsere Gemeinde hat heute einen schweren Verlust und schweren Schock erlebt", teilte Bürgermeister Carey Davis mit. Die Attacke habe San Bernardino im Herzen getroffen. Später sprach er von einem "schockierenden Ereignis" und kündigte eine Mahnwache an.

Die amerikanisch-islamische Organisation CAIR sprach den Opferfamilien auf einer Pressekonferenz ihr Beileid aus und unterstrich, dass der Islam eine friedliebende Religion sei.

dpa

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