+
Bei der Schießerei in einer Frauenklinik im US-Bundesstaat Colorado sind drei Menschen ums Leben gekommen.

In Colorado/USA

Schüsse in Abtreibungsklinik - Drei Tote und neun Verletzte

Colorado Springs - Ist es ein radikaler Abtreibungsgegner oder gibt es ein anderes Motiv? Ein Schütze verschanzt sich in Colorado im Gebäude einer Frauenklinik und verbreitet Angst und Schrecken.

Nach einer Schießerei in einer Frauenklinik mit drei Toten hat die Polizei im US-Bundesstaat Colorado einen Verdächtigen festgenommen. Zuvor hatte sich der mutmaßliche Schütze über Stunden in dem Gebäude in der Stadt Colorado Springs verschanzt, bevor er sich der Polizei am Freitag ergab. Unter den Todesopfern ist ein Polizist. Über die beiden anderen wurde zunächst nichts bekannt. Neun weitere Menschen - unter ihnen fünf Polizisten - wurden nach Polizeiangaben verletzt. Die Motive und genauen Hintergründe der Tat blieben zunächst unklar. Der Bürgermeister John Suthers sprach von einer "schrecklichen Tragödie".

US-Präsident Barack Obama rief erneut zu strikteren Waffenkontrollgesetzen auf. Man wisse zwar noch nicht, was den Täter bewogen habe, aber die häufigen Schießereien in den USA seien "nicht normal. Wir können es nicht normal werden lassen", hieß es in einer schriftlichen Erklärung. Wenn die Amerikaner nun wieder ihre Anteilnahme bekundeten, dann könnten sie das nur mit gutem Gewissen tun, wenn der Zugang zu Waffen erschwert werde. "Genug ist genug", so Obama.

Der Polizei waren Medienangaben zufolge am Freitagvormittag (Ortszeit) Schüsse aus einer Einrichtung von Planned Parenthood gemeldet worden. Die Organisation bietet Frauen medizinische Betreuung an und nimmt auch Schwangerschaftsabbrüche vor. Aus diesem Grund waren deren Kliniken bereits mehrfach attackiert worden. Ob das Ziel des Mannes die Planned-Parenthood-Einrichtung war, war nach Polizeiangaben zunächst jedoch nicht sicher.

Polizeisprecherin Catherine Buckley teilte am frühen Abend mit, Beamte hätten den Schützen zur Aufgabe überredet. Der Mann, der nach verschiedenen Medienberichten 57 oder 59 Jahre alt ist, wurde am Nachmittag festgenommen. Anschließend durchsuchten Spezialisten die Klinik Zimmer für Zimmer nach möglichen Sprengsätzen.

Bei einem der Getöteten handelt es sich um ein Mitglied der Campus-Polizei der Universität von Colorado, der seine Kollegen der Stadt unterstützte, wie die Hochschule bestätigte. Der 44-jährige Sicherheitsmann habe seit sechs Jahren für die Universität gearbeitet und sei Kollegen zur Hilfe geeilt, die unter Beschuss geraten seien, teilte die Kanzlerin der Universität mit.

Die Planned-Parenthood-Einrichtung liegt nahe einem Einkaufszentrum. Zahlreiche Läden wurden abgeriegelt, Personal und Kunden aufgerufen, sich möglichst in fensterlosen Räumen in Sicherheit zu bringen, wie der Sender CNN unter Berufung auf Augenzeugen berichtete. Viele von ihnen mussten in den Geschäften ausharren, bis der Schütze gefasst war.

Mit rund 400 000 Einwohnern ist Colorado Springs die zweitgrößte Stadt in Colorado. Sie liegt etwa 100 Kilometer südlich von Denver. Planned Parenthood und seine Tochtergesellschaften betreiben nach eigenen Angaben rund 700 Gesundheitszentren in den USA.

Polizei Colorado Springs bei Facebook

Polizei Colorado Springs bei Twitter

dpa

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Nazi-Goldzug: Kritik an neuen Plänen der Hobby-Schatzgräber

Walbrzych/Warschau (dpa) - Auf der Suche nach dem angeblichen Goldzug in Polen stößt der neue Ansatz von Hobby-Schatzgräbern bei Bergbau-Experten auf Kritik.
Nazi-Goldzug: Kritik an neuen Plänen der Hobby-Schatzgräber

Mindestens zehn Tote nach Taifun in Japan

Tokio (dpa) - Bei dem heftigen Taifun über Japan sind mindestens zehn Menschen ums Leben gekommen. Neun Opfer wurden bei einem Altersheim in der nordöstlichen Stadt …
Mindestens zehn Tote nach Taifun in Japan

Viel Sonne, nur wenige Wolken

Offenbach (dpa) - Heute ist es verbreitet sonnig oder locker bewölkt. Nur in den Alpen gibt es im Tagesverlauf wieder stärkere Quellbewölkung, im Nachmittagsverlauf sind …
Viel Sonne, nur wenige Wolken

Coca-Cola-Mitarbeiter entdeckt 370 Kilo Kokain in Fabrik

Marseille - Da traute der Coca-Cola-Angestellte wohl seiner Augen kaum: In Frankreich hat ein Mitarbeiter des Softdrink-Unternehmens in einer Produktionsstätte Hunderte …
Coca-Cola-Mitarbeiter entdeckt 370 Kilo Kokain in Fabrik

Kommentare