Ein Baby-Orca schwimmt neben seiner Mutter im Erlebnisparks "Seaworld". Der Vergnügungspark-Betreiber beendet sein umstrittenes Zuchtprogramm. Foto: Seaworld/Archiv
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Ein Baby-Orca schwimmt neben seiner Mutter im Erlebnisparks "Seaworld". Der Vergnügungspark-Betreiber beendet sein umstrittenes Zuchtprogramm.

Kein Nachwuchs mehr

Seaworld beendet Orca-Züchtung nach jahrelanger Kritik

Orlando - Die Kritik von Tierschützern scheint Wirkung zu zeigen: Der Meerespark-Betreiber Seaworld kündigt in den USA an, in Zukunft keine Orcas mehr zu züchten.

Der Vergnügungspark-Betreiber Seaworld beendet sein umstrittenes Orca-Zuchtprogramm. Der aktuell in den Parks gehaltenen Schwertwal-Generation sollen keine weiteren mehr folgen, wie die Firma bekanntgab.

"Die Gesellschaft verändert sich, und wir verändern uns mit ihr", heißt es in einer Mitteilung. Die Seaworld-Orcas werden laut Firmenangaben heute nicht mehr in der Wildnis eingefangen, sondern gezüchtet. Dieses Zuchtprogramm werde nun mit sofortiger Wirkung eingestellt. Die verbliebenen Wale sollen in den Parks bleiben, da sie in freier Wildbahn nicht überleben könnten, teilte Seaworld mit.

Die neuen Richtlinien zur Haltung von Orcas seien in Zusammenarbeit mit der Tierschutzorganisation "Humane Society" entstanden, erklärte Vorstandschef Joel Manby in einem offenen Brief, den die "Los Angeles Times" veröffentlichte. Die Organisation bestätigte dies in einem Statement auf ihrer Webseite.

Tierschützer kritisieren seit Jahren die schlechten Lebensbedingungen der Schwertwale in den Seaworld-Parks. Besondere Aufmerksamkeit erfuhr das Thema durch den Dokumentarfilm "Blackfish" (2013), der sich um einen der in Gefangenschaft lebenden Wale dreht. Nach der Veröffentlichung des Films gingen Besucherzahlen, Umsatz und Gewinn von Seaworld zurück.

Ein weiterer Schlag für das Image der Kette war der Tod von drei Walen im Seaworld-Park im texanischen San Antonio im vergangenen Jahr. Vorwürfe der Tierrechtsorganisation PETA, die Seaworld-Betreiber hätten verdeckte Aktivisten bei ihnen eingeschleust, räumte das Unternehmen Ende Februar zumindest teilweise ein.

Bereits vor einigen Monaten hatte Seaworld angekündigt, die umstrittene "One Ocean"-Vorführung im Park in San Diego (Kalifornien) Ende 2016 einzustellen und durch eine Show zu ersetzen, die dem "natürlichen Verhalten" der Tiere näher kommen soll.

In seinem offenen Brief deutete Seaworld-Chef Manby an, dass auch die Orca-Shows in den anderen Wasserparks in ihrer bisherigen Form beendet werden. Welche Rolle die Schwertwale in Zukunft konkret spielen sollen, bleibt aber weiter unklar. Die Orcas würden noch viele Jahre live zu sehen sein, um die Gäste "auf neue und natürliche Art zu inspirieren", heißt es in der Seaworld-Mitteilung.

Mitteilung von Seaworld

Offener Brief von Joel Manby

Mitteilung der Humane Society

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