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Die amerikanische Atombombe mit Spitznamen "Fat Man" vom 16.07.1945. Mehrere Bomben, die diesem Modell ähneln, will ein Hobbyforscher im Jonastal entdeckt haben.

Spekulationen um Sprengsätze

Nazi-Atombomben mitten in Deutschland? Hobbyforscher schlägt Alarm

Ilmkreis - Ein Hobbyforscher will mehrere Nazi-Atombomben in einem Stollen mitten in Deutschland geortet haben. Was ist dran an der Entdeckung?

Vor wenigen Jahren gab es wilde Spekulationen über das verschollene Bernsteinzimmer im Jonastal (Thüringen). Es konnte jedoch bis heute nicht gefunden werden. Nun kommt eine neue aufsehenerregende Behauptung aus Ostdeutschland. Jetzt will der Hobbyforscher Peter Lohr aus Chemnitz (Sachsen) in einem dortigen Geländeeinschnitt Atombomben entdeckt haben. Wie kommt der pensionierte Ingenieur darauf?

2012 hat sich Lohr einen Bodenradar zugelegt und war damit im Jonastal unterwegs. „Ich habe festgestellt, dass sich dort gewaltige Hohlräume befinden", erzählt der Rentner laut Bild-Zeitung. Bei seinen Bodenradarmessungen ist Lohr nach eigenen Angaben auf Stollen 14 Meter unter der Erde gestoßen, in denen er bombenähnliche Gegenstände gefunden haben will. Die Strukturen passen laut Lohr zum Aufbau von Atombomben mit Isolierschichten. Auch besitzen sie ein eckiges Heck, vergleichbar mit dem amerikanischen Bombenmodell "Fat Man".

Sind in den Stollen Nazi-Atombomben versteckt?

Lohrs Aufnahmen stammen aus dem Jahr 2012, erst jetzt wertete er sie mit einer speziellen 3-D-Software aus. Bei der Auswertung machte der Rentner nach seinen Angaben eine unglaubliche Entdeckung: "Rot-gelbe Verfärbungen deuten auf fünf große Metallgegenstände im Untergrund hin", berichtet er.  Und er setzt noch einen drauf: "Bei mindestens zwei der Objekte handelt es sich um Atombomben der Nazis". Die U-Form der Bomben, die einer Halbkugel gleicht, enspreche dem Bauprinzip einer Nazi-Atombombe, so Lohr. Er geht davon aus, dass die Bomben in der Schlussphase des Zweiten Weltkrieges an diesem Ort versteckt worden sind und deshalb nie gefunden wurden. Eine Behauptung, die ziemlich abenteuerlich anmutet. Denn: Bis heute gibt es keine Belege dafür, dass die Nazis auch nur annähernd in der Lage gewesen wären, eine Atombombe herzustellen.

Den Chemnitzer Hobbyforscher ineressiert das nicht. Die vermeintlichen Nazi-Atombomben hätten laut Lohr keinen Zünder, was eine Explosion ausschließt. Der pensionierte Ingenieur befürchtet weiterhin, dass sie die radioaktiven Stoffe Plutonium und Uran enthalten könnten. Er spricht sogar von einem zweiten Tschernobyl, falls sich die Bomben zersetzen. Denn die Chemikalien könnten ins Grundwasser gelangen und so für mehr als 30 000 Jahre das Trinkwasser verseuchen.

Was sagen die Behörden zu dem Fund?

Experten zweifeln die geologischen Untersuchungen des Hobbyforschers jedoch an. Ein Mitarbeiter des Kampfmittelbeseitigungsunternehmens Tauber sagte dem MDR, dass Bodenradaranalysen bis in eine Tiefe von mehr als zwölf Metern nicht realistisch seien. Lohr gibt sich damit jedoch nicht zufrieden. Er bietet an, seine Technik bei gemeinsamen Messungen zu beweisen. Der Hobbyforscher ist der Meinung, dass Messungen bis in rund 25 Meter Tiefe möglich seien.

Der Ilmkreis und die Stadt Arnstadt halten Lohrs Vermutung für reine Phantasie. Die Kommunen gehen nach einer Untersuchung des Geländes durch eine Fachfirma davon aus, dass sich dort keine Atomwaffen befinden. Peter Lohr wurde aufgefordert, bis 27. Mai die genauen Koordinaten jener Stelle zu nennen, an welcher er mit seinem Bodenradar die Atombomben geortet haben will.

sb

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