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Mit solchen Autos wurden die Aufnahmen für den Internetservice Street-View von Google gemacht.

Street-View-Autos sammelten auch E-Mails und Passwörter

Mountain View/Berlin - Googles Street-View-Kamerawagen haben bei ihren Fahrten zum Teil auch unverschlüsselt verschickte E-Mails und Passwörter aufgezeichnet.

Das hätten Behörden-Untersuchungen ergeben, teilte Google am Freitag in einem Blog-Eintrag mit. Ob auch Deutschland betroffen ist, blieb zunächst unklar. “Soweit wir wissen, sind die Untersuchungen noch nicht abgeschlossen, so dass noch kein Abschlussbericht vorliegt“, sagte ein Sprecher auf Anfrage zur Lage in Deutschland. “Wir haben die Behörden in ihren Untersuchungen von Beginn an unterstützt.“

Bundesverbraucherschutzministerin Ilse Aigner (CSU) warnte, auch in Deutschland könnten private Informationen von Nutzern aufgezeichnet worden sein. “Es ist zu befürchten, dass neben E-Mail-Fragmenten auch Passwörter für Mail-Konten und Online-Banking aufgefangen wurden. Bewahrheiten sich diese Befürchtungen, wäre das ein klarer Verstoß gegen deutsches Recht“, sagte ihr Sprecher Holger Eichele am Samstag der Nachrichtenagentur dpa.

Das Eingeständnis hatte Untersuchungen in mehreren Ländern ausgelöst. In Deutschland prüfen Datenschützer und die Staatsanwaltschaft den Vorgang. Google betont, die Informationen nicht ausgewertet, sondern den Behörden übergeben zu haben. Erst bei deren Untersuchungen sei aufgefallen, dass auch ganze E-Mails, Internet-Adressen und Passwörter unter den Daten seien, hieß es nun.

“Wir sind beschämt darüber, was passiert ist“, schrieb Google- Manager Alan Eustace in dem Blogeintrag. “Wir wollen diese Daten so schnell wie möglich löschen und ich möchte mich erneut dafür entschuldigen, dass wir sie überhaupt aufgezeichnet haben.“

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Google hatte im Mai eingeräumt, dass die Kamerawagen, die Bilder für den Online-Straßenatlas Street View machten, auch Informationen aus unverschlüsselten WLAN-Netzen aufgezeichnet hatten. Das sei durch einen Software-Fehler passiert und lange nicht aufgefallen. Die Daten seien nur sehr bruchstückhaft mitgeschnitten worden, da die Empfänger in den Autos fünfmal pro Sekunde den Kanal gewechselt hätten.

Die Kamerawagen hatte Google im Mai von der Straße genommen. In einigen Ländern sind sie wieder unterwegs - jedoch gänzlich ohne die WLAN-Empfänger, wie der Konzern betont. In Deutschland sind die Aufnahmen vorerst abgeschlossen, ob und wann die Kamerawagen wieder auf deutsche Straßen kommen, ist unbekannt.

Street View soll hierzulande bis Ende des Jahres für die 20 größten Städte verfügbar sein. Am Donnerstag hatte Google mitgeteilt, dass gut 244 000 Haushalte in diesen Städten einen Antrag gestellt hätten, ihre Häuser auf den Straßenansichten unkenntlich zu machen.

Die Fahrzeuge sollten eigentlich nur eine Art Karte der WLAN-Sender erstellen, als Unterstützung für GPS-Orientierungsdienste. Mit Hilfe der Signalstärke bekannter WLAN-Hotspots kann man recht genau die aktuelle Position zum Beispiel eines Handys bestimmen. Das hilft unter anderem, wenn es kein gutes Signal von GPS-Satelliten gibt. Das Verfahren wird auch von anderen Anbietern eingesetzt.

Google will die Datenschutz-Vorkehrungen weiter verschärfen. Das Unternehmen schuf eine neue Position mit Zuständigkeit für Datenschutz - “Director of Privacy“. In dieser Funktion soll Alma Whitten die Einhaltung der Privatsphäre bei Entwicklungsarbeit und im Produktmanagement überwachen. Die Mitarbeiter sollen zusätzliche Schulungen erhalten, schrieb Eustace. Außerdem werde die Kontrolle beim Umgang mit Nutzerdaten verschärft. Diese Maßnahmen reichen weit über die Street-View-Probleme hinaus und könnten auch einen anderen Hintergrund haben.

Der Datenschutz bei Google war im September auch in den USA in die Kritik geraten. Ein Mitarbeiter war wegen Verstößen gegen Datenschutz-Richtlinien entlassen worden. Zuvor hatte das Blog “Gawker“ berichtet, der 27-jährige Mann habe wiederholt in Google-Accounts mehrerer ihm bekannter Teenager herumgeschnüffelt. Google bestätigte den Bericht zwar nicht. Ein Google-Manager räumte zugleich grundsätzlich ein, dass es Mitarbeiter gebe, die Zugang zu Nutzer-Informationen haben: “Eine eingeschränkte Zahl von Menschen wird immer einen Zugang zu diesen Systemen haben müssen, wenn wir sie ordentlich betreiben wollen.“

dpa

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