In einigen Regionen wird es völlig dunkel

Sonnenfinsternis: Wer wo was sehen kann

Berlin - Viele warten gespannt auf die Sonnenfinsternis am Freitag. Die meisten davon hoffen, dass das Spektakel nicht hinter Wolken verschwindet. Doch es gibt auch andere.

An diesem Freitag können Schaulustige in Deutschland und anderen Ländern eine seltene Sonnenfinsternis beobachten - wenn das Wetter mitspielt.

Nach tagelangem Sonnenschein und klarem Himmel sollen sich am Freitag Wolken von Nordwesten aus nach Deutschland schieben. Die besten Chancen auf einen freien Blick gibt es nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes im Süden des Landes.

Hier ist totale Sonnenfinsternis zu sehen

In einigen Regionen - etwa auf den Färöer-Inseln im Nordatlantik - wird die Sonne für kurze Zeit "ausgeknipst": In einem etwa 400 Kilometer schmalen Streifen auf dem Nordatlantik wird es für etwas mehr als zwei Minuten komplett dunkel. Bei gutem Wetter sind bei einer solchen totalen Sonnenfinsternis die Sterne zu sehen. Reedereien schicken Kreuzfahrtschiffe in den Pfad des Mondschattens.

Hier ist eine Teilfinsternis zu sehen

In Europa, Nordafrika, dem Mittleren Osten, dem westlichen Asien und auf Grönland ist das Ereignis als Teilfinsternis zu sehen, bei der die Sonnenscheibe unterschiedlich stark vom Mond bedeckt wird. "In Deutschland wird es dann leicht duster", sagte Professor Hans-Ulrich Keller vom Planetarium Stuttgart der Deutschen Presse-Agentur. "Es ist so, als wenn eine große Wolke über die Sonne kommt."

Je nach Standort beginnt der Neumond in Deutschland gegen 9.30 Uhr, sich vor die Sonne zu schieben. Eine gute Stunde später ist die größte Bedeckung erreicht. Sie beträgt in Flensburg etwa 82 Prozent, in München 68 Prozent. Gegen 12.00 Uhr ist das Spektakel vorbei.

Während die durchwachsene Wetterprognose bei vielen Schaulustigen für lange Gesichter sorgt, lässt sie Augenärzte aufatmen. "Wir hoffen für die Augengesundheit unserer Mitbürger, dass es am Tag der Sonnenfinsternis regnet wie schon bei der letzten Finsternis 2006", sagte Georg Eckert vom Berufsverband der Augenärzte Deutschlands. Denn wer ohne spezielle "Sofi"-Brille in die Sonne schaut, riskiert Verbrennungen der Netzhaut und kann sogar erblinden. Die Brillen waren jedoch schon Tage vor dem Ereignis größtenteils ausverkauft, wie eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur ergeben hat.

Stromanbieter befürchten Blackout

Viele Wolken wünschen sich auch die Stromnetzbetreiber. Sie hatten im Vorfeld Sorge, das Ereignis könne zu einem Blackout führen. "Der Wetterbericht sieht für uns gut aus", sagte der Leiter Systemführung beim westdeutschen Netzbetreiber Amprion, Joachim Vanzetta. Das "Worst-Case-Szenario" mit starken Schwankungen im Netz - verursacht durch wegfallende und nach Ende der Finsternis wieder hinzukommende Solarleistung - könnte wohl vermieden werden.

Der Bundesverband Solarwirtschaft betonte: "Nur bei wolkenlosem Himmel über Deutschland werden die Netzbetreiber an diesem Tag einen spürbar höheren Regelungsaufwand haben." Mehr Mitarbeiter als üblich werden die Netzstabilität überwachen.

Wer die Sonnenfinsternis in diesem Jahr nur hinter den Wolken erahnen kann, muss entweder weit reisen oder lange warten, um eine neue Chance zu bekommen. Die nächste totale Sonnenfinsternis findet am 9. März 2016 über Südostasien und dem Pazifik statt und ist von Deutschland aus nicht zu sehen. Die nächste Beobachtungschance für eine partielle Sonnenfinsternis in Deutschland gibt es am 25. Oktober 2022. Eine totale Sonnenfinsternis findet über Deutschland erst wieder am 3. September 2081 statt.

dpa

Informationen zur Sonnenfinsternis am 20. März

Bundesamt für Strahlenschutz zu Augenschutz

Auf unserem Partnerportal merkur-online.de können Sie die Sonnenfinsternis außerdem im Live-Ticker und Live-Stream verfolgen. Dort finden Sie neben einem Video auch alle aktuellen News und wichtigen Infos sowie Fotos und Eindrücke aus München.

Rubriklistenbild: © Marcel Kusch

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