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Helfer, die in von Ebola betroffene Länder reisen sollen, werden vor ihrer Abreise geschult. Foto: Salvatore Di Nolfi/Archiv

Mediziner erwartet mehr Ebola-Verdachtsfälle in Deutschland

Würzburg (dpa) - Schon in wenigen Wochen könnte es nach Einschätzung eines Experten deutlich mehr Ebola-Verdachtsfälle in Deutschland geben.

"Im Dezember wird es losgehen, dass sich die Zahl von Ebola-Verdachtsfällen in der Republik häufen wird. Und damit wird unser ganzes Gesundheitssystem ziemlich angespannt werden", sagte der Chefarzt der Missionsärztlichen Klinik Würzburg, August Stich. Hunderte deutsche Helfer kehrten nach Einsätzen in Westafrika wieder zurück - und jeder mit erhöhter Temperatur oder anderen Symptomen müsse überprüft werden.

Einschränkungen bringt der Ausbruch in Westafrika mittlerweile für einige deutsche Reedereien. Die Ladungsmenge sei zurückgegangen, spürbar sei zudem eine Verlagerung von Schiffen in andere Fahrtgebiete, hieß es aus Reedereikreisen. Manche Firmen schickten keine Mitarbeiter mehr in die Region, Investitionen würden verschoben, Projekte hintenangestellt. Schiffsbesatzungen müssten sich streng an die Vorgaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) halten. "Das ist schon ein höherer Aufwand", hieß es.

Der Verband der Deutschen Reeder betonte aber, dass seine Mitglieder den Handel mit den von Ebola betroffenen Ländern nicht einstellen wollen. "Ich weiß, dass es ein bisschen Einschränkungen gibt", sagte Verbandssprecher Christof Schwaner. Der Transport von Lebensmitteln und Rohstoffen, aber auch von Hilfsgütern müsse jedoch weitergehen. "Grundsätzlich gilt, dass das Risiko sehr gering ist, dass Ebola über die Besatzung verbreitet wird." Seeleute kämen praktisch nicht mit der örtlichen Bevölkerung in Kontakt.

Nach Deutschland zurückkehrende Helfer werden derzeit in den 21 Tagen nach ihrer Rückkehr intensiv beobachtet und verbringen die Zeit zum Teil in häuslicher Quarantäne. Maximal drei Wochen dauert es meist, bis Ebola nach einer Ansteckung ausbricht. Die typischen Symptome wie Fieber, Erbrechen und Durchfall gibt es allerdings auch bei anderen Krankheiten wie Malaria. Chefarzt Stich fragt: "Was machen wir mit jemandem, der in diesen drei Wochen Krankheitssymptome entwickelt, die mit ganz hoher Wahrscheinlichkeit nicht Ebola sind, aber die trotzdem abgeklärt werden müssen - unter Rahmenbedingungen, die es zulassen, dass es auch Ebola sein könnte?" Noch längst nicht alle Hausärzte, Notfallambulanzen und Kliniken seien darauf eingestellt.

Afrikanische Geschäftsleute kündigten am Wochenende an, den Kampf gegen Ebola mit 28,5 Millionen US-Dollar (23 Millionen Euro) unterstützen zu wollen. Mit dem Geld soll der Plan der Afrikanischen Union (AU) verwirklicht werden, 1000 weitere Helfer in die am schlimmsten betroffenen Länder Guinea, Liberia und Sierra Leone zu schicken. Zudem soll am 1. Dezember eine Mobiltelefon-Kampagne starten, mit der etwa 700 Millionen Menschen in Afrika per Handy Geld spenden können.

Marokko drang weiter auf eine Verlegung des Afrika-Cups. Das Sportministerium des nordafrikanischen Landes forderte den kontinentalen Fußballverband CAF erneut auf, das Turnier wegen der Ebola-Gefahr um ein Jahr zu verschieben. In Marokko herrscht große Sorge, dass die Seuche von Fußball-Fans eingeschleppt werden könnte. Die CAF hatte Marokko ursprünglich bis Samstag Zeit gegeben, die Turnierausrichtung vom 17. Januar bis 8. Februar 2015 zu bestätigen und mit dem Entzug der Gastgeberrolle gedroht. Nun wurde eine finale Sitzung des Dachverbandes für Dienstag angekündigt. Bislang hat sich kein Land bereiterklärt, für Marokko als Ausrichter einzuspringen.

Afrikanische Union

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