Das Gericht in Missoula im US-Staat Montana, in dem der Diren-Mordfall verhandelt wird. Foto: Chris Melzer/Archiv
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Das Gericht in Missoula im US-Staat Montana, in dem der Diren-Mordfall verhandelt wird.

Tod eines deutschen Austauschschülers

Diren-Prozess: 70 Jahre Haft für Todesschützen

Missoula - In den USA interessiert sich landesweit kaum jemand für Austauschschüler Diren D. und Markus K., den Todesschützen. In Deutschland macht der Fall Schlagzeilen. Am Donnerstagabend wurde der Todesschütze zu 70 Jahren Haft verurteilt.

Dieses Strafmaß verkündete Richter Ed McLean für den wegen vorsätzlicher Tötung verurteilten Markus K. am Donnerstag in Missoula im US-Staat Montana. „Sie sind wütend auf die Welt, und das ist offensichtlich an ihrem Verhalten, an der Sprache, die Sie verwenden“, sagte McLean. „Wir müssen eine Gesellschaft schaffen, in der Menschen wie Sie nicht überreagieren.“ Der heute 30-Jährige stelle eine zu große Bedrohung dar. Die ersten 20 Jahre kann K. keinen Antrag auf Bewährung stellen.

K. entschuldigte sich in einer kurzen Stellungnahme für seine Tat. „Ich habe getan, was ich für nötig hielt, um meine Familie und mich selbst zu schützen“, sagte er. Seine Partnerin und seine Mutter hatten den Richter zuvor mit emotionalen Bemerkungen um Milde gebeten. Der Richter lehnte einen Antrag der Verteidigung auf ein neues Verfahren ab.

Knapp zwei Monate nach seiner Verurteilung wegen vorsätzlicher Tötung des Austauschschülers Diren erfuhr der Täter am Donnerstag, wie lange er im Gefängnis bleiben muss. Das Gericht in Missoula legte das Strafmaß gegen den Todesschützen fest.

Schon zuvor war klar: Der wegen vorsätzlicher Tötung verurteilte Markus K. muss mit einer Haftdauer von mindestens zehn Jahren rechnen. Das Gesetz sieht je nach Schwere der Tat eine Gefängnisstrafe von bis zu 100 Jahren vor.

Auch Direns Vater und sein Rechtsvertreter Bernhard Docke wurden zu dem Gerichtstermin erwartet. Der heute 30 Jahre alte Täter hatte den jungen Hamburger im April 2014 erschossen, nachdem dieser nachts in seine Garage eingedrungen war. Die Geschworenen in dem Prozess waren der Meinung, er habe den Jugendlichen in eine Falle gelockt und kaltblütig hingerichtet.

Die Verteidigung hat dagegen auf Notwehr plädiert: K. habe nach zwei vorherigen Einbrüchen Angst gehabt. Der Fall machte in Deutschland Schlagzeilen, in den USA fand er landesweit kaum Beachtung.

Die Verteidigung beantragte zwischenzeitlich ein neues Verfahren, weil ihr Mandant keine echte Chance auf einen fairen Prozess gehabt habe. Die Medien-Berichterstattung habe die Geschworenen beeinflusst. Ähnliche Vorwürfe hatten die Anwälte bereits vor dem Prozess erhoben und deshalb eine Verlegung in eine andere Stadt verlangt - was der Richter ablehnte. Die Verteidigung will offenbar eine Verurteilung wegen eines minder schweren Tötungsdelikts erreichen.

dpa

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