Ermittler der Polizei bei der Spurensuche auf eine Wiese am S-Bahnhof Wuhletal in Berlin. Foto: Gregor Fischer
+
Ermittler der Polizei bei der Spurensuche auf eine Wiese am S-Bahnhof Wuhletal in Berlin. Foto: Gregor Fischer

Hannas mutmaßlicher Mörder gefasst 

Verdächtiger gesteht Tötung von Schülerin Hanna (18)

Berlin - Der Mord an der 18 Jahre alten Schülerin Hanna bewegt viele Menschen in Berlin. Ein 30 Jahre alter Mann gesteht die Tat nach der Veröffentlichung von Video-Aufzeichnungen.

Der Verdächtige im Mordfall Hanna hat die Tat gestanden. Der 30 Jahre alte Mann aus Berlin-Lichtenberg hatte sich zuvor bei der Polizei gemeldet, nachdem Videobilder von ihm aus einem U-Bahnhof veröffentlicht worden waren. Zunächst hatte er abgestritten, die 18 Jahre alte Schülerin umgebracht zu haben. In der Nacht zum Donnerstag legte er dann aber ein Geständnis ab. Auch wegen der Spurenlage sei der Mann dringend verdächtigt, den Sexualmord begangen zu haben, teilten Polizei und Staatsanwaltschaft mit.

Der Mann sei bisher nicht polizeibekannt gewesen, sagte Polizeisprecherin Susann Nabe. Hanna wurde demnach von einem Fremden umgebracht. Täter und Opfer hätten sich nicht gekannt. Im Laufe des Donnerstags sollte ein Haftbefehl erlassen werden. Ob der Mann auch gestanden hat, das Mädchen missbraucht zu haben, war zunächst unklar. Ebenfalls offen war, wie sich das Verbrechen abspielte und welche Spuren es gab.

Die Schülerin war in der Nacht zum Samstag auf dem Heimweg von einer Party getötet worden. Eine Passantin fand die Leiche am Morgen in einem Gebüsch nahe dem S- und U-Bahnhof Wuhletal in Kaulsdorf. Sie lag neben dem Verbindungsweg zu einer Wohnsiedlung am östlichen Stadtrand Berlins. Laut Staatsanwaltschaft starb Hanna durch Gewalt gegen den Oberkörper.

Die Tat hat viele Menschen bewegt, auch wegen der Videobilder. Auf den Überwachungsfilmen der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) war laut Polizei zu sehen, wie sich ein Mann schon auf dem Bahnsteig des U-Bahnhofs Frankfurter Allee auffällig für das spätere Opfer interessiert. Im Waggon soll er vom Sitz aufgesprungen sein, als die Schülerin um 1.37 Uhr in Wuhletal ausstieg. Auf dem Bahnsteig sei er ihr zügig zum Ausgang gefolgt. Auf Bildern war der Mann deutlich zu erkennen. Kurz nach der Veröffentlichung meldete er sich bei der Polizei in Hellersdorf.

Trauernde stellten am Mittwoch Kerzen am Weg zwischen dem S- und U-Bahnhof Wuhletal und der Dorfstraße auf. „Die Kerzen sollen dem Ort das Grauen ein Stück weit nehmen“, sagte Pastorin Steffi Jawer am Abend. Mehrere hundert Menschen besuchten die Andacht der evangelischen Kirchengemeinde der jungen Frau.

dpa

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Münchner Amoklauf war lange geplante Nachahmungstat

Psychisch krank, von Mitschülern gemobbt, passionierter Computerspieler: Das ist das Täterprofil des 18-jährigen Amokschützen von München. Die politische Debatte über …
Münchner Amoklauf war lange geplante Nachahmungstat

Freund des Amokläufers von München als Mitwisser festgenommen

München - Die Polizei hat am Sonntag am frühen Abend einen Freund des Amokläufers von München als mutmaßlichen Mitwisser festgenommen. 
Freund des Amokläufers von München als Mitwisser festgenommen

Polizei: Kein Anhaltspunkt für Terror in Reutlingen

Reutlingen - Zwei Tage nach dem Amoklauf von München hat ein Mann im rund 200 Kilometer entfernten Reutlingen mit einer Machete eine Frau getötet und zwei weitere …
Polizei: Kein Anhaltspunkt für Terror in Reutlingen

Waldbrände in Kalifornien bedrohen bewohntes Gebiet

Sommerhitze und heftige Winde verschärfen die Brandgefahr im trockenen Kalifornien. Nördlich von Los Angeles sind Anwohner vor rasch um sich greifenden Flammen auf der …
Waldbrände in Kalifornien bedrohen bewohntes Gebiet

Kommentare